sagen:sagenbuchlausitzi-200
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| Christoph Cato war einer von den evangelischen Geistlichen, | Christoph Cato war einer von den evangelischen Geistlichen, | ||
| - | Der alte [[typ:Pfarrer]] starb und ward begraben. Sofort machte die Gemeinde dem Sohne den Antrag zur Uebernahme des erledigten Amtes. Dieser sträubte sich zwar Anfangs dagegen, und machte allerlei Umstände und Aus flüchte; allein da er von allen Seiten immer mehr bestürmt wurde, gab er endlich sein Jawort. Er mochte wohl denken: Es ist ja recht besehen doch nur eine Grille des Alten gewesen, daß ich nicht sein Nachfolger werden sollte, ich habe ihm nur das Versprechen gegeben, damit er ruhig sterben möchte, und es wird ja wohl nichts auf sich haben, wenn ich in diesem Falle mein Wort breche. Aber weit gefehlt; das Wort, dem Sterbenden gegeben, muß den Hinterbliebenen stets heilig sein. Hört, was geschah. | + | Der alte Pfarrer starb und ward begraben. Sofort machte die Gemeinde dem Sohne den Antrag zur Uebernahme des erledigten Amtes. Dieser sträubte sich zwar Anfangs dagegen, und machte allerlei Umstände und Aus flüchte; allein da er von allen Seiten immer mehr bestürmt wurde, gab er endlich sein Jawort. Er mochte wohl denken: Es ist ja recht besehen doch nur eine Grille des Alten gewesen, daß ich nicht sein Nachfolger werden sollte, ich habe ihm nur das Versprechen gegeben, damit er ruhig sterben möchte, und es wird ja wohl nichts auf sich haben, wenn ich in diesem Falle mein Wort breche. Aber weit gefehlt; das Wort, dem Sterbenden gegeben, muß den Hinterbliebenen stets heilig sein. Hört, was geschah. |
| - | Des nächsten Sonntages, nachdem Cato, der Sohn, Gottesdienst gehalten und in der [[typ:Predigt]] der Gemeinde seinen Entschluß kund gethan hatte, ihr [[typ:Pfarrer]] zu werden, und er dann spät Abends dem Ereignisse des Tages in des Vaters Studirstube nachdenkt, stürzt auf einmal die alte Pfarrmagd herein und spricht athemlos: „Ach, Herr Magister, kommen Sie nur herunter, der Herr Vater ist wieder da, er sitzt unten vor der Hausthüre.“ Der Sohn erschrickt, macht sich aber sogleich auf, schreitet die Treppe hinunter und tritt in die Hausthür. Richtig, da sitzt der Verstorbene, | + | Des nächsten Sonntages, nachdem Cato, der Sohn, Gottesdienst gehalten und in der Predigt der Gemeinde seinen Entschluß kund gethan hatte, ihr Pfarrer zu werden, und er dann spät Abends dem Ereignisse des Tages in des Vaters Studirstube nachdenkt, stürzt auf einmal die alte Pfarrmagd herein und spricht athemlos: „Ach, Herr Magister, kommen Sie nur herunter, der Herr Vater ist wieder da, er sitzt unten vor der Hausthüre.“ Der Sohn erschrickt, macht sich aber sogleich auf, schreitet die Treppe hinunter und tritt in die Hausthür. Richtig, da sitzt der Verstorbene, |
| Des anderen Morgens in aller Frühe ließ er den Schulzen kommen und erklärte ihm, es wären Umstände eingetreten, | Des anderen Morgens in aller Frühe ließ er den Schulzen kommen und erklärte ihm, es wären Umstände eingetreten, | ||
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