sagen:sagenbuchlausitzi-200
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| + | ====== Wiederkehr eines todten Pfarrers ====== | ||
| + | Mündlich | ||
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| + | Christoph Cato war einer von den evangelischen Geistlichen, | ||
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| + | Der alte Pfarrer starb und ward begraben. Sofort machte die Gemeinde dem Sohne den Antrag zur Uebernahme des erledigten Amtes. Dieser sträubte sich zwar Anfangs dagegen, und machte allerlei Umstände und Aus flüchte; allein da er von allen Seiten immer mehr bestürmt wurde, gab er endlich sein Jawort. Er mochte wohl denken: Es ist ja recht besehen doch nur eine Grille des Alten gewesen, daß ich nicht sein Nachfolger werden sollte, ich habe ihm nur das Versprechen gegeben, damit er ruhig sterben möchte, und es wird ja wohl nichts auf sich haben, wenn ich in diesem Falle mein Wort breche. Aber weit gefehlt; das Wort, dem Sterbenden gegeben, muß den Hinterbliebenen stets heilig sein. Hört, was geschah. | ||
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| + | Des nächsten Sonntages, nachdem Cato, der Sohn, Gottesdienst gehalten und in der Predigt der Gemeinde seinen Entschluß kund gethan hatte, ihr Pfarrer zu werden, und er dann spät Abends dem Ereignisse des Tages in des Vaters Studirstube nachdenkt, stürzt auf einmal die alte Pfarrmagd herein und spricht athemlos: „Ach, Herr Magister, kommen Sie nur herunter, der Herr Vater ist wieder da, er sitzt unten vor der Hausthüre.“ Der Sohn erschrickt, macht sich aber sogleich auf, schreitet die Treppe hinunter und tritt in die Hausthür. Richtig, da sitzt der Verstorbene, | ||
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| + | Des anderen Morgens in aller Frühe ließ er den Schulzen kommen und erklärte ihm, es wären Umstände eingetreten, | ||
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| + | Der tiefbewegte Magister schickte die guten Leute endlich mit der Aeußerung fort, daß er sich's noch einmal überlegen wolle. Nächsten Sonn tag predigte er wieder, that aber gegen die Gemeinde keine Aeußerung wegen seines Dableibens oder Wegganges. Abends genau um zehn Uhr, wie vor acht Tagen, saß der verstorbene Pfarrer wieder in der Laube, und wieder kam die alte Hanne und sagte es dem Sohne an, und der ging hinunter und redete mit dem Vater wohl eine halbe Stunde lang, worauf dieser auf den Kirchhof zurückging und verschwand. Die ganze Woche lang konnte der Magister zu keinem festen Entschlusse kommen; denn die Liebesbeweise der Gemeinde häuften sich und die Pfarrstelle ist eine der besten in der Gegend. | ||
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| + | Aber nachdem die Erscheinung sich noch einmal wiederholt hatte, folgte er der ernstlichen Mahnung und hielt das seinem Vater gegebene Wort, indem er die Nichtannahme des Amtes bestimmt erklärte. Nun hatte der Geist seine Ruhe und die Erscheinungen hörten auf. | ||
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| + | Er hatte die Gewohnheit, die Hauptsätze seiner Vorträge im Reime zu bringen, und wir besitzen von ihm mehre dergleichen gedruckte Leichenpredigten; | ||
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