sagen:sagenbuchlausitzi-198
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| + | ====== Das Abentener des Fähndrich' | ||
| + | Gräve, S. 180. | ||
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| + | Es war im Jahre 1706. [[vip: | ||
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| + | Plötzlich – im fernen Dorfe hatte die Uhr eilf geschlagen – weckte ein seltsames Geräusch auf der einen Seite des Berges unseren Fähndrich aus seinen Träumen. Er horcht auf – das Geräusch bleibt dasselbe. Schnell gefaßt versichert er sich seiner Waffen und nähert sich, von Gebüsch zu Gebüsch schleichend, | ||
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| + | Schweigend verharrt der zugleich erfreute und betroffene Fähndrich in ruhiger Stellung. Da erhebt sich eine hohe, ehrwürdige Gestalt aus der Reihe der Zecher, tritt vor ihn hin, läßt sein Auge lange mit festem Blicke auf den Zügen des unerschrockenen Jünglings ruhn, erhebt einen großen mit Wein gefüllten Pokal und reicht ihn dem Fähndrich zum Trunke. Er nimmt den Becher, setzt an, aber ihn schaudert vor dem Weine, den abgeschiedene Geister trinken, und langsam läßt er den Inhalt des Bechers über seine Achsel laufen. Da ist mit einem Male Zecher und Zechtisch, Höhle und Alles verschwunden und der Fähndrich steht betäubt vor Schreck auf der Stelle, wo er Anfangs das Geräusch vernommen. Nur der Becher in seiner Hand sagt ihm, daß er das Alles wirklich erlebte. | ||
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| + | Als er den andern Morgen in seinem Quartiere erwachte, bemerkte Sinclaire, daß der vergossene Wein, dort wo er die Wolle der Montur getroffen, dieselbe zerfressen hatte, und pries sich glücklich, den Trunk nicht gethan zu haben. | ||
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| + | Aber als er den Becher, der von reinem Silber und stark vergoldet war, näher untersucht, da findet er, daß derselbe das Sinclairesche Wappen trägt und liest mit Schrecken auf einem am Fuße des Bechers befindlichen Pergamentzettel die Worte: „Vaeh tibi, cruenta morte misere peribis 1739.“ Wehe Dir, Du wirst im Jahre 1739 elendiglich eines blutigen Todes sterben. Jetzt erkannte Sinclaire, daß der Geist eines Ahnen aus des großen Gustav Heere ihn, seinen Enkel, vor seinem traurigen Tode hatte warnen wollen. | ||
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| + | Der Krieg war längst beendigt, Karl XII. hatte seinen Tod vor Friedrichshall gefunden und der nunmehr zum Major beförderte Malcolm Sinclaire lebte friedlich am Hofe zu Stockholm. Das Jahr 1739 kam heran. Da erhielt eines Tages Sinclaire von der schwedischen Regierung den Auftrag, einen Subsidientraktat mit der Pforte abzuschließen und die Schuldscheine des verstorbenen Königs in Empfang zu nehmen. Auf der Rückreise von Konstantinopel mußte er wiederum die Niederlausitz passiren, wo ihm einst jene unheimliche Prophezeihung geworden war. Da ward er am 17. Juni des Jahres 1739 zwischen [[geo: | ||
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