sagen:sagenbuchlausitzi-151
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| - | ====== Das Banngehölz zu Diehsa | + | ====== Das Banngehölz zu Diehsa ====== |
| Klar, S. 61. | Klar, S. 61. | ||
| Grässe S. 503. | Grässe S. 503. | ||
| - | Westlich von dem Dorfe [[geo: | + | Westlich von dem Dorfe [[geo: |
| - | Es soll einst in der Nähe dieses Dorfes ein reicher Edelmann ein Schloß bewohnt haben, der durch seine wilde und unleidliche Gemüthsart sich in der ganzen Umgegend verhaßt gemacht hatte. Derselbe hatte eine Gemahlin, die aber eben so sanft und gut war, als er finster und hart. Indeß lebten beide anfänglich ziemlich gut mit einander, bis die [[typ:Liebe]], welche der Ritter zu seiner Gemahlin trug, sich nach und nach in immer größere Abneigung verwandelte, | + | Es soll einst in der Nähe dieses Dorfes ein reicher Edelmann ein Schloß bewohnt haben, der durch seine wilde und unleidliche Gemüthsart sich in der ganzen Umgegend verhaßt gemacht hatte. Derselbe hatte eine Gemahlin, die aber eben so sanft und gut war, als er finster und hart. Indeß lebten beide anfänglich ziemlich gut mit einander, bis die Liebe, welche der Ritter zu seiner Gemahlin trug, sich nach und nach in immer größere Abneigung verwandelte, |
| - | So war er auch einst bei einem Freunde gewesen, der das Glück genoß, Vater eines munteren, blühenden Knaben zu sein. Neidisch blickte der Unglückliche auf seinen Freund, doppelt fühlte er sein [[typ:Unglück]] und entbrannte von [[typ:wut|Wuth]] gegen sein unfruchtbares Weib, der er allein sein trauriges Loos beimaß. Voll banger Sorge hatte Letztere auf seine Rückkehr gelauert, sie eilte ihm mit offenen Armen entgegen, er aber stieß sie mit starker Hand von sich, sie brach rücklings zusammen, verwundete tödtlich ihr Haupt am eisernen Thorflügel und nach wenigen Stunden war sie nicht mehr. | + | So war er auch einst bei einem Freunde gewesen, der das Glück genoß, Vater eines munteren, blühenden Knaben zu sein. Neidisch blickte der Unglückliche auf seinen Freund, doppelt fühlte er sein Unglück und entbrannte von Wuth gegen sein unfruchtbares Weib, der er allein sein trauriges Loos beimaß. Voll banger Sorge hatte Letztere auf seine Rückkehr gelauert, sie eilte ihm mit offenen Armen entgegen, er aber stieß sie mit starker Hand von sich, sie brach rücklings zusammen, verwundete tödtlich ihr Haupt am eisernen Thorflügel und nach wenigen Stunden war sie nicht mehr. |
| - | Eine lange Reihe von Jahren schwand dahin, allein der Stachel des bösen Gewissens blieb tief in des [[typ: | + | Eine lange Reihe von Jahren schwand dahin, allein der Stachel des bösen Gewissens blieb tief in des Mörders Brust, weder Seelenmessen, |
| - | Allein auch jetzt fand er noch [[typ: | + | Allein auch jetzt fand er noch keine Ruhe; zur Abendzeit sah man murmelnd einen Geist am Schlosse und am Gitterthore umher irren, der erst um die Mitternachtsstunde unter dumpfem Gewimmer in der Todtengruft verschwand. Einem frommen Priester in der Gegend, der schon manchen Zauber gelöst hatte, gelang es, den Unglücklichen in das eben erwähnte Gebüsch zu bannen, um welches er in der Tracht des 17. Jahrhunderts, |
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sagen/sagenbuchlausitzi-151.1673349406.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
