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sagen:sagenbuchlausitzi-151

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 [[sagen:sagenbuchlausitzI-152|nächste Sage >>>]] [[sagen:sagenbuchlausitzI-152|nächste Sage >>>]]
  
-====== Das Banngehölz zu Diehsa (K. Haupt) ======+====== Das Banngehölz zu Diehsa ======
  
     Klar, S. 61.      Klar, S. 61. 
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 Es soll einst in der Nähe dieses Dorfes ein reicher Edelmann ein Schloß bewohnt haben, der durch seine wilde und unleidliche Gemüthsart sich in der ganzen Umgegend verhaßt gemacht hatte. Derselbe hatte eine Gemahlin, die aber eben so sanft und gut war, als er finster und hart. Indeß lebten beide anfänglich ziemlich gut mit einander, bis die Liebe, welche der Ritter zu seiner Gemahlin trug, sich nach und nach in immer größere Abneigung verwandelte, weil dieselbe seinen Wunsch, ihm einen Erben seines Namens und Stammes zu schenken, nicht zu erfüllen vermochte. So entfremdete er sich täglich mehr seinem Hause, er trieb sich in der Umgegend herum, und wenn er ja einmal zurückkehrte, hatte er kein Wort der Liebe für die arme Dulderin. Es soll einst in der Nähe dieses Dorfes ein reicher Edelmann ein Schloß bewohnt haben, der durch seine wilde und unleidliche Gemüthsart sich in der ganzen Umgegend verhaßt gemacht hatte. Derselbe hatte eine Gemahlin, die aber eben so sanft und gut war, als er finster und hart. Indeß lebten beide anfänglich ziemlich gut mit einander, bis die Liebe, welche der Ritter zu seiner Gemahlin trug, sich nach und nach in immer größere Abneigung verwandelte, weil dieselbe seinen Wunsch, ihm einen Erben seines Namens und Stammes zu schenken, nicht zu erfüllen vermochte. So entfremdete er sich täglich mehr seinem Hause, er trieb sich in der Umgegend herum, und wenn er ja einmal zurückkehrte, hatte er kein Wort der Liebe für die arme Dulderin.
  
-So war er auch einst bei einem Freunde gewesen, der das Glück genoß, Vater eines munteren, blühenden Knaben zu sein. Neidisch blickte der Unglückliche auf seinen Freund, doppelt fühlte er sein Unglück und entbrannte von [[typ:wut|Wuth]] gegen sein unfruchtbares Weib, der er allein sein trauriges Loos beimaß. Voll banger Sorge hatte Letztere auf seine Rückkehr gelauert, sie eilte ihm mit offenen Armen entgegen, er aber stieß sie mit starker Hand von sich, sie brach rücklings zusammen, verwundete tödtlich ihr Haupt am eisernen Thorflügel und nach wenigen Stunden war sie nicht mehr. +So war er auch einst bei einem Freunde gewesen, der das Glück genoß, Vater eines munteren, blühenden Knaben zu sein. Neidisch blickte der Unglückliche auf seinen Freund, doppelt fühlte er sein Unglück und entbrannte von Wuth gegen sein unfruchtbares Weib, der er allein sein trauriges Loos beimaß. Voll banger Sorge hatte Letztere auf seine Rückkehr gelauert, sie eilte ihm mit offenen Armen entgegen, er aber stieß sie mit starker Hand von sich, sie brach rücklings zusammen, verwundete tödtlich ihr Haupt am eisernen Thorflügel und nach wenigen Stunden war sie nicht mehr. 
  
-Eine lange Reihe von Jahren schwand dahin, allein der Stachel des bösen Gewissens blieb tief in des Mörders Brust, weder Seelenmessen, noch Schenkungen an Kirchen und Klöster, noch der Bau eines kostbaren Grabmales für die unglückliche Dahingeschiedene waren im Stande, dem Mörder Ruhe zu verschaffen; endlich vermochte er die Qual nicht mehr zu ertragen, er nahm [[typ:Gift]] und bald ruhte er an der Seite der unschuldigen Dulderin; seine Güter fielen an entfernte Seitenverwandte. +Eine lange Reihe von Jahren schwand dahin, allein der Stachel des bösen Gewissens blieb tief in des Mörders Brust, weder Seelenmessen, noch Schenkungen an Kirchen und Klöster, noch der Bau eines kostbaren Grabmales für die unglückliche Dahingeschiedene waren im Stande, dem Mörder Ruhe zu verschaffen; endlich vermochte er die Qual nicht mehr zu ertragen, er nahm Gift und bald ruhte er an der Seite der unschuldigen Dulderin; seine Güter fielen an entfernte Seitenverwandte. 
  
-Allein auch jetzt fand er noch keine Ruhe; zur Abendzeit sah man murmelnd einen Geist am Schlosse und am Gitterthore umher irren, der erst um die Mitternachtsstunde unter dumpfem Gewimmer in der [[typ:gruft|Todtengruft]] verschwand. Einem frommen Priester in der Gegend, der schon manchen Zauber gelöst hatte, gelang es, den Unglücklichen in das eben erwähnte Gebüsch zu bannen, um welches er in der Tracht des 17. Jahrhunderts, aber mit erdfahlem Gesicht die Runde macht, den Gruß des Vorübergehenden nicht erwiedert und dann im Gehölze verschwindet, wer ihn aber erblickt, den fesselt er auf einige Zeit so, daß der selbe, er mag wollen oder nicht, jene Stelle nicht wieder verlassen kann.+Allein auch jetzt fand er noch keine Ruhe; zur Abendzeit sah man murmelnd einen Geist am Schlosse und am Gitterthore umher irren, der erst um die Mitternachtsstunde unter dumpfem Gewimmer in der Todtengruft verschwand. Einem frommen Priester in der Gegend, der schon manchen Zauber gelöst hatte, gelang es, den Unglücklichen in das eben erwähnte Gebüsch zu bannen, um welches er in der Tracht des 17. Jahrhunderts, aber mit erdfahlem Gesicht die Runde macht, den Gruß des Vorübergehenden nicht erwiedert und dann im Gehölze verschwindet, wer ihn aber erblickt, den fesselt er auf einige Zeit so, daß der selbe, er mag wollen oder nicht, jene Stelle nicht wieder verlassen kann.
  
 //Quelle: [[autor:karlhaupt|Karl Haupt]], [[buch:sagenbuch_der_lausitz|Sagenbuch der Lausitz]], Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann,1862// //Quelle: [[autor:karlhaupt|Karl Haupt]], [[buch:sagenbuch_der_lausitz|Sagenbuch der Lausitz]], Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann,1862//
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