sagen:sagenbuchlausitzi-140
Unterschiede
Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.
| Nächste Überarbeitung | Vorhergehende Überarbeitung | ||
| sagen:sagenbuchlausitzi-140 [2023/01/09 16:05] – angelegt ewusch | sagen:sagenbuchlausitzi-140 [2025/01/30 17:56] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1 | ||
|---|---|---|---|
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
| [[sagen: | [[sagen: | ||
| - | [[capitel: | + | **[[capitel: |
| - | [[sagen: | + | [[sagen: |
| + | ====== Heidut ====== | ||
| + | Albinus, Meißn. L. u. B. Chronik S. 151. | ||
| + | Gräve S. 120. | ||
| + | O. u. N. L. Chronik S. 11. | ||
| + | |||
| + | In [[geo: | ||
| + | |||
| + | Da mußte sich schon der Teufel bequemen und selbst aus der Hölle herauf kommen, um den heiligen Mann zu verderben. Er erschien ihm auch wirklich an einem Sonntage in der Kirche mit seinen Pferdefüßen und seinem Kuhschweif, so daß es nicht möglich war ihn zu verkennen. Da saß der Höllenfürst und hatte vor sich eine Bockshaut, auf welche er die Namen der jenigen Zuhörer schrieb, die in der Kirche eingeschlafen waren. Es war aber sehr heiß und der Prediger hielt eine langweilige Predigt und es schlief immer einer nach dem andern ein. Nur Heidut hörte noch andächtig zu, obwohl ihn der Anblick des Teufels etwas störte. Nun aber reichte die Bockshaut nicht zu, alle Namen der Schlafenden aufzunehmen, | ||
| + | |||
| + | Wie er so aus allen Leibeskräften zog, riß die Haut und Satan purzelte rückwärts hin, reckte die Beine in die Höhe und machte dabei eine so komische Figur, daß der fromme Heidut darüber ganz aus seiner Andacht kam, sich nicht halten konnte und in ein helles Gelächter an heiliger Stätte ausbrach. | ||
| + | |||
| + | In diesem Augenblicke fiel sein Mantel aus den Sonnenstäubchen auf die Erde. Bestürzt hob er ihn auf, nahm ihn um und ging nach Hause. Aber auch da fiel er herunter, als er ihn wie gewöhnlich in die Sonnenstäubchen hängen wollte. Denn er hatte in der Kirche gelacht und seine ganze Frömmigkeit verloren, und wie er auch beten mochte, er konnte es nicht dahin bringen, daß sein Mantel in den Sonnenstäubchen hangen blieb. Da ward endlich Heidut ganz verbost, stieß gotteslästerliche Reden aus, ging nicht mehr in die Kirche, dachte nicht ferner an's Beten und ergab sich dem Teufel mit Saufen, Fressen, Spielen, Jagen und allerlei wilder Fleischeslust. So holte ihn denn zuletzt der Teufel von einem wüsten, schwelgerischen Gastmahle ab, fuhr mit ihm Angesichts seiner Saufgenossen zum Schornstein hinaus und stellte ihn als [[wesen: | ||
| + | |||
| + | // | ||
| + | |||
| + | //1. Zu Delbrück, einem Marktflecken im Kreise Paderborn, wurde vor Zeiten ein Abgott Sankt Jodutt verehrt, von welchem man ein Lied gedichtet hatte, das sich anfängt: | ||
| + | „Sankt Jodukt war ein heilig' | ||
| + | Bei dem Welpelsholz auf dem Lerchenfelde, | ||
| + | |||
| + | //2. Das wendische Märchen vom Dieter Bernhard ist fast gleichlautend. Dieter Bernhard wird über den Unfall mit den Sonnenstäubchen wüthend und beschließt dem Herrgott auch einen Possen zu thun. Er nimmt Brosamen, wirft sie in seine Stiefeln und schreitet einher, indem er so Gottes Gabe mit Füßen tritt. Deswegen entführt ihn bald ein Wagen in die Luft und er fährt dort seiner Bosheit wegen noch bis zum heutigen Tage umher. Ob der Mantel ursprünglich mit Odin's Windmantel gleich bedeutend ist, stelle ich anheim.// | ||
| + | |||
| + | //3. Das Hangenbleiben im Sonnenstäubchen. – Die heilige Kunigunde zog einst in der Kirche ihren Handschuh aus, als sie zum Altar gehen und opfern wollte. Es war kein Nagel da, sie warf ihn weg und stehe, er blieb an einem durchs Fenster dringenden Sonnenstrahle hangen, bis sie zurück kam (d. Kloster VII. S. 189).// | ||
| + | |||
| + | //Quelle: [[autor: | ||
| + | ---- | ||
| + | {{tag> | ||
sagen/sagenbuchlausitzi-140.1673276745.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
