sagen:sagenbuchlausitzi-107
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| - | Eines Abends spät kam ein Junker in schwarzer Tracht, auf schwarzem Rosse, ein schwarzes Barett mit rother Hahnfeder auf dem Kopfe vor die Schmiede geritten. Derselbe bestellte ein eisernes Gitter um eine Gruft für einen sehr hohen Preis, verlangte aber, daß dasselbe unbedingt bis Mitternacht des dritten Tages fertig sein müßte, wogegen die Hälfte vorausbezahlt werden sollte. Halb trunken vom Gelage abgerufen lacht der Meister zuversichtlich: | + | Eines Abends spät kam ein Junker in schwarzer Tracht, auf schwarzem Rosse, ein schwarzes Barett mit rother Hahnfeder auf dem Kopfe vor die Schmiede geritten. Derselbe bestellte ein eisernes Gitter um eine Gruft für einen sehr hohen Preis, verlangte aber, daß dasselbe unbedingt bis Mitternacht des dritten Tages fertig sein müßte, wogegen die Hälfte vorausbezahlt werden sollte. Halb trunken vom Gelage abgerufen lacht der Meister zuversichtlich: |
| - | Der Leichtsinnige vergißt aber bald was geschehen und kehrt zum Gelage zurück. Am Morgen erzählt er seinem Knechte die Sache und heißt ihn gleich ans Werk gehen. | + | Der Leichtsinnige vergißt aber bald was geschehen und kehrt zum Gelage zurück. Am Morgen erzählt er seinem Knechte die Sache und heißt ihn gleich ans Werk gehen. Höhnisch lacht dieser: das hätte er getrost in einem Vormittage zu liefern sich verpflichten können. Völlig beruhigt geht der Meister weg und verjubelt das im Voraus empfangene Geld. Erst am dritten Nachmittage fällt ihm ein, nach der Arbeit zu sehen. Er eilt in die Werkstatt; das Gitter ist bis auf einen einzigen Ring fertig, aber der Knecht ist verschwunden. Eiligst geht er selbst an den Ambos, um das noch Fehlende zu ergänzen; aber vergeblich müht er sich. Alles Eisen, das der Hammer berührt, springt unter seinen Händen entzwei. Die übernatürlichen Hindernisse seines Beginnens lassen ihn erkennen, daß der Hölle Macht im Spiele ist. Entsetzen faßt ihn und treibt ihn bald von der trostlosen, hoffnungslosen Arbeit hinweg, bald mit verzweifelter Anstrengung wieder hin. Der Knecht ist für immer verschwunden. |
| - | Endlich, unter der vergeblichen Arbeit, erscheint die Mitternacht. Mit dem ersten Glockenschlage derselben öffnet sich die Erde und verschlingt den dem [[typ:Teufel]] Verfallenen. Seitdem ist er verdammt so lange zu schmieden, bis die fehlenden Ringe am Gitter sein werden. Menschliche Macht aber kann ihn nicht erlösen, denn so oft Vorwitzige oder Fromme die fehlenden Ringe am Gitter ersetzten, verschwanden sie von selbst in der Nacht, oder seine Leute hatten keine Ruhe, bis die Ringe wieder abgenommen waren, wie es noch vor kurzer Zeit einem [[typ: | + | Endlich, unter der vergeblichen Arbeit, erscheint die Mitternacht. Mit dem ersten Glockenschlage derselben öffnet sich die Erde und verschlingt den dem [[wesen:Teufel]] Verfallenen. Seitdem ist er verdammt so lange zu schmieden, bis die fehlenden Ringe am Gitter sein werden. Menschliche Macht aber kann ihn nicht erlösen, denn so oft Vorwitzige oder Fromme die fehlenden Ringe am Gitter ersetzten, verschwanden sie von selbst in der Nacht, oder seine Leute hatten keine Ruhe, bis die Ringe wieder abgenommen waren, wie es noch vor kurzer Zeit einem Schmiedegesellen, |
| - | Darum muß der [[typ:Schmied]] unter der Erde schmieden, und allnächtlich hören die Bewohner des Obermarktes, | + | Darum muß der Schmied unter der Erde schmieden, und allnächtlich hören die Bewohner des Obermarktes, |
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