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sagen:sagenbuchlausitzi-106

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 Es war am Tage vor dem Ablauf der Frist. Da klopfte es um Mitternacht an's Thor, der Schmied öffnete, aber nicht der Ritter trat herein, sondern ein wandernder Schmiedeknecht, der den Meister höflich um ein Nachtquartier bat. Komm' nur herein, sagte der Schmied, ordentlich froh, daß es ein Handwerksgenosse war, dem er sein Mißgeschick klagen konnte. Der Fremde war ein struppiger Kerl mit unheimlichen Augen und hinkend wie manche Schmiede; aber er rühmte seine Geschicklichkeit und versprach dem Meister seine Hülfe. Den andern Morgen machte sich der Gesell an die Arbeit. Der Meister drückte den Blasebalg, die Funken stoben nur so, der Hammer flog mit einer wunderbaren Geschwindigkeit auf und ab und ehe der Abend graute, war die Rüstung fix und fertig. Des andern Tages kam der Ritter, lobte das Meisterstück und bezahlte es mit klingenden Goldstücken. Als nun auch der Fremde sich zum Abmarsch anschickte, fragte ihn der Meister nach seinem schuldigen Lohne. Aber der Gast wollte nichts nehmen und bat sich nur ein Blatt Papier mit seiner Namensunterschrift aus – zum An denken, wie er grinsend hinzufügte. Treuherzig entgegnete der Schmied, daß er leider keine Tinte im Hause habe. Thut nichts, war die Antwort, ein Ritzlein in die Haut und ein Tröpflein Blut thut's auch. Es war am Tage vor dem Ablauf der Frist. Da klopfte es um Mitternacht an's Thor, der Schmied öffnete, aber nicht der Ritter trat herein, sondern ein wandernder Schmiedeknecht, der den Meister höflich um ein Nachtquartier bat. Komm' nur herein, sagte der Schmied, ordentlich froh, daß es ein Handwerksgenosse war, dem er sein Mißgeschick klagen konnte. Der Fremde war ein struppiger Kerl mit unheimlichen Augen und hinkend wie manche Schmiede; aber er rühmte seine Geschicklichkeit und versprach dem Meister seine Hülfe. Den andern Morgen machte sich der Gesell an die Arbeit. Der Meister drückte den Blasebalg, die Funken stoben nur so, der Hammer flog mit einer wunderbaren Geschwindigkeit auf und ab und ehe der Abend graute, war die Rüstung fix und fertig. Des andern Tages kam der Ritter, lobte das Meisterstück und bezahlte es mit klingenden Goldstücken. Als nun auch der Fremde sich zum Abmarsch anschickte, fragte ihn der Meister nach seinem schuldigen Lohne. Aber der Gast wollte nichts nehmen und bat sich nur ein Blatt Papier mit seiner Namensunterschrift aus – zum An denken, wie er grinsend hinzufügte. Treuherzig entgegnete der Schmied, daß er leider keine Tinte im Hause habe. Thut nichts, war die Antwort, ein Ritzlein in die Haut und ein Tröpflein Blut thut's auch.
  
-Da erschrak der Schmied. Der Gedanke an Hölle und Seligkeit durch bebte ihn. Nehmt all das Gold, rief er, im Namen Jesu, ich unterzeichne nicht! Kaum hatte der Meister den heiligen Namen ausgesprochen, da verwandelte sich der Gesell in einen großen [[typ:rabe|Raben]] und flog schauderhaft krächzend durch den Schornstein von dannen. Der fromme Meister aber fiel auf seine Kniee und dankte Gott, daß er seine Seele gerettet. +Da erschrak der Schmied. Der Gedanke an Hölle und Seligkeit durch bebte ihn. Nehmt all das Gold, rief er, im Namen Jesu, ich unterzeichne nicht! Kaum hatte der Meister den heiligen Namen ausgesprochen, da verwandelte sich der Gesell in einen großen Raben und flog schauderhaft krächzend durch den Schornstein von dannen. Der fromme Meister aber fiel auf seine Kniee und dankte Gott, daß er seine Seele gerettet. 
  
 Aber was geschieht? Binnen kurzer Zeit erhebt sich auf dem gegen überliegenden Berge eine neue Schmiede, zum [[zeit:Gründonnerstag]] wird sie fertig und schon [[zeit:karfreitag|Charfreitag]] schallen dröhnende Hammerschläge daraus hervor. Der neue Schmied aber war Niemand anders, als der wandernde Gesell. Sonntag und Werkeltag arbeitete nun also dort der Teufel und verstand seine Sache so gut, daß er dem frommen Schmied die sämmtliche Kundschaft verdarb, so daß er bald am Hungertuche nagte. Aber der fromme Mann widerstand allen Verlockungen. Da ward der Teufel wüthend, und unter furchtbarem Getöse zerstörte er eines Nachts die Teufelsschmiede, daß sie in tausend Stücke zertrümmerte. Die umherliegenden Steine heißen noch bis auf den heutigen Tag die Teufelsschmiede. Aber was geschieht? Binnen kurzer Zeit erhebt sich auf dem gegen überliegenden Berge eine neue Schmiede, zum [[zeit:Gründonnerstag]] wird sie fertig und schon [[zeit:karfreitag|Charfreitag]] schallen dröhnende Hammerschläge daraus hervor. Der neue Schmied aber war Niemand anders, als der wandernde Gesell. Sonntag und Werkeltag arbeitete nun also dort der Teufel und verstand seine Sache so gut, daß er dem frommen Schmied die sämmtliche Kundschaft verdarb, so daß er bald am Hungertuche nagte. Aber der fromme Mann widerstand allen Verlockungen. Da ward der Teufel wüthend, und unter furchtbarem Getöse zerstörte er eines Nachts die Teufelsschmiede, daß sie in tausend Stücke zertrümmerte. Die umherliegenden Steine heißen noch bis auf den heutigen Tag die Teufelsschmiede.
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