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sagen:sagenbucherzgebirge799

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 Das Todaustragen ist ein Privilegium der Mädchen. Knaben bringen ihnen aus dem Walde ein kleines Fichtenbäumchen. Die Mädchen schmücken erst dieses und dann sich selbst aufs beste und schönste. Darnach tragen sie das Bäumchen von Haus zu Haus und singen in jedem ein Liedchen, wofür sie Kuchen, Kaffee und Geld erhalten. Letzteres wird zu Kerzen für die Kirche oder Kapelle verwendet. Das Todaustragen ist ein Privilegium der Mädchen. Knaben bringen ihnen aus dem Walde ein kleines Fichtenbäumchen. Die Mädchen schmücken erst dieses und dann sich selbst aufs beste und schönste. Darnach tragen sie das Bäumchen von Haus zu Haus und singen in jedem ein Liedchen, wofür sie Kuchen, Kaffee und Geld erhalten. Letzteres wird zu Kerzen für die Kirche oder Kapelle verwendet.
  
-//Anmerkungen: Das Todaustreiben fand sich früher an vielen Orten Sachsens, besonders der Lausitz und des Vogtlands, ferner in Böhmen, Schlesien u. s. w. Meist wurde dabei von den jungen Burschen ein Strohmann, welcher den Winter, in der späteren christlichen Zeit aber den Tod vorstellte, angeputzt, unter Gesang durch das Dorf getragen und endlich ins Wasser geworfen oder verbrannt. Mit grünen Zweigen geschmückt kehrte die Jugend wieder heim. Im Vogtlande fang man dabei das Lied:+//Anmerkungen: Das Todaustreiben fand sich früher an vielen Orten Sachsens, besonders der Lausitz und des Vogtlands, ferner in Böhmen, Schlesien u. s. w. Meist wurde dabei von den jungen Burschen ein Strohmann, welcher den Winter, in der späteren christlichen Zeit aber den Tod vorstellte, angeputzt, unter Gesang durch das Dorf getragen und endlich ins Wasser geworfen oder verbrannt. Mit grünen Zweigen geschmückt kehrte die Jugend wieder heim. Im Vogtlande fang man dabei das Lied://
  
-„Wir alle, wir alle kommen ´raus,\\+//„Wir alle, wir alle kommen ´raus,\\
 Und tragen heute den Tod ´naus,\\ Und tragen heute den Tod ´naus,\\
 Komm´ Frühling wieder mit uns in das Dorf,\\ Komm´ Frühling wieder mit uns in das Dorf,\\
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 Den alten Weibern in das Haus,\\ Den alten Weibern in das Haus,\\
 Den Reichen in den Kasten,\\ Den Reichen in den Kasten,\\
-Heute ist Mitfasten.“\\+Heute ist Mitfasten.“\\//
  
-Das Todaustreiben war ein Nachklang des alten Frühlingsfestes, von dem wir auch Andeutungen bei den alten Griechen und Römern, ja selbst in Persien und Indien finden, und das jedenfalls die indoeuropäischen Völkerstämme aus ihren Ursitzen in Asien mitbrachten. Bei den heidnischen Germanen wurde es vielleicht zu einem Feste der Ostara, der Göttin des ausgehenden Lichtes, oder der mütterlichen Erdgöttin Nerthus oder auch Odins, bei den Slawen zu einem Feste der Ziva, der Göttin des Lichts und der Fruchtbarkeit.+//Das Todaustreiben war ein Nachklang des alten Frühlingsfestes, von dem wir auch Andeutungen bei den alten Griechen und Römern, ja selbst in Persien und Indien finden, und das jedenfalls die indoeuropäischen Völkerstämme aus ihren Ursitzen in Asien mitbrachten. Bei den heidnischen Germanen wurde es vielleicht zu einem Feste der Ostara, der Göttin des ausgehenden Lichtes, oder der mütterlichen Erdgöttin Nerthus oder auch Odins, bei den Slawen zu einem Feste der Ziva, der Göttin des Lichts und der Fruchtbarkeit.//
  
-Es ist sicher, dass die in verschiedenen Gegenden gefeierten Maifeste, bei denen eine Maikönigin oder ein Maikönig einzog, oder ein Maigraf aus dem Walde in die Stadt eingeholt wurde, oder bei denen man den in Tannenrinde und Laub gehüllten Pfingstbutz zu Ross ins Dorf führte (f. Mannhardt, die Götter der deutsch. und nord. Völker, S. 144 ec.) , mit dem Todaustreiben gleiche Bedeutung hatten. Wegen der in unsern Gegenden zu zeitigen Feier des Frühlingsfestes im März, da häufig noch Eis und Schnee die Fluren deckte, wurde dieselbe vielfach aus den sonnigen Mai verlegt und jetzt nun nicht mehr der Winter verjagt, sondern der vor der Tür harrende Frühling eingeholt und begrüßt. (S. über die Frühlingsfeier bei den Germanen und Slawen: Preusker, Blicke in die vaterländische Vorzeit, I. S. 142-152.)//+//Es ist sicher, dass die in verschiedenen Gegenden gefeierten Maifeste, bei denen eine Maikönigin oder ein Maikönig einzog, oder ein Maigraf aus dem Walde in die Stadt eingeholt wurde, oder bei denen man den in Tannenrinde und Laub gehüllten Pfingstbutz zu Ross ins Dorf führte (f. Mannhardt, die Götter der deutsch. und nord. Völker, S. 144 ec.) , mit dem Todaustreiben gleiche Bedeutung hatten. Wegen der in unsern Gegenden zu zeitigen Feier des Frühlingsfestes im März, da häufig noch Eis und Schnee die Fluren deckte, wurde dieselbe vielfach aus den sonnigen Mai verlegt und jetzt nun nicht mehr der Winter verjagt, sondern der vor der Tür harrende Frühling eingeholt und begrüßt. (S. über die Frühlingsfeier bei den Germanen und Slawen: Preusker, Blicke in die vaterländische Vorzeit, I. S. 142-152.)//
  
 //Quelle:// //Quelle://
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