sagen:sagenbucherzgebirge793i
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| + | ====== Die Schlimmen von Öderan ====== | ||
| + | Staberoh, Chronik von Öderan. 1847, S. 197–201. | ||
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| + | Im Jahre 1645 begann zwischen Öderan und dem Ritter Nikolaus von Schönberg auf Börnichen der Streit wegen des Hirtenfeldes. Letzterer verlangte das Grundstück, | ||
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| + | In Öderan dagegen gab es weder Holz noch Zimmermann, ja kaum Axt und Säge. Teurung und Pest hatten die Bewohner bis auf 18 Bürger vermindert, welche an selbigem Tage eben erst aus dem Niederlande mit einigen Säcken Korn zur Aussaat sowie zur Speise heimgekehrt waren, denn die Not war in diesem Jahre noch schrecklich. Man lief ratlos zu einander und beriet, wo ein Galgengerüst herzunehmen sei, um das Feld zu behaupten. Am frühen Morgen des zweiten Tages, als eben der Ritter von Schönberg seinen Galgen nach dem Hirtenfelde abfahren lassen wollte, sah er mit Entsetzen durchs Fenster auf diesem Felde einen Galgen stehen und an demselben schon seinen Schafmeister aufgehenkt, dessen Urteil der Rechtsbeistand der Öderaner, mit Namen Matthesius, zugleich mit aus Dresden besorgt und in die Stadt gesendet hatte. »Seht, seht die Schlimmen von Öderan!« rief da der Ritter seinen Leuten zu, und befahl den Galgen wieder abzuladen. Daher die Redensart: »Die Schlimmen von Öderan!« Wie aber waren die Öderaner zu dem Galgen gekommen? Zwölf der Bürger hatten die Galgensäule auf dem Gahlenzer Berge aus dem alten Hochgericht ausgegraben, | ||
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