sagen:sagenbucherzgebirge743
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| + | ====== Ein Beispiel von Vaterlandsliebe ====== | ||
| + | Joh. Böhm in der Erzgebirgszeitung 1882, S. 29. | ||
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| + | Es war in einer stürmischen Nacht in der Zeit des siebenjährigen Krieges, als in einem Hirtenhause zwischen Pichelberg und Thein bei Bleistadt Vater und Sohn vor dem Kienfeuer sitzend in einem lauten Gespräche begriffen waren. Dieses war besonders für letzteren hochinteressant, | ||
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| + | „Aufgemacht!“ schrie da plötzlich eine raue Stimme und begleitete den Befehl mit einem Kolbenschlage, | ||
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| + | Auf seinem Stelzfuße hinausgehumpelt, | ||
| + | Drohungen und arge Misshandlungen, | ||
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| + | Zwei Mann mussten den alten Hirten bewachen, während Michel gezwungen wurde, den Weg zu zeigen. Man warf um seinen Leib einen Strick, dessen Ende der Befehlshaber selber in die Hand nahm, wobei er drohend und nachdrücklich sagte: „Du, Bursche, gehst links zwei Schritte neben mir und wirst weder husten, noch scharf auftreten. Zwei Mann mit gezogenen Säbeln gehen vier Schritte voraus, ebenso viele hinten und an den Seiten, die Mannschaft folgt, sechs Schritte entfernt, nach. Du führst uns den nächsten Weg zu dem Lager der Österreicher und wenn irgend ein Wort meiner Befehle übertreten wird, so werden dich meine Leute augenblicklich niederstoßen.“ Der arme, bedauernswerte Michel leistete anfangs mit stürmischem Herzpochen, was man von ihm verlangte, allmählich wurde er aber ruhiger, dachte nach und machte endlich den Versuch die verhassten Preußen irre zu führen, um die Soldaten seiner Kaiserin zu retten. Die Absicht wurde aber von dem Offizier bald gemerkt, denn dieser zog ihn an sich und zischelte dem Burschen ins Ohr: „Wenn wir in einer halben Stunde die Osterreicher nicht haben, stirbst du eines martervollen Todes.“ Nun wusste Michel keinen Ausweg mehr und entschlossen bog er links in einen Hohlweg ein, der gerade auf das Lager der kaiserlichen Truppen führte. Die schwarze Nacht, die unheimliche Stille, das raubtierartige Gebahren seiner schlagfertigen Begleiter hatten etwas Fürchterliches, | ||
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sagen/sagenbucherzgebirge743.1712252997.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
