sagen:sagenbucherzgebirge498
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| Meltzer, Hist Schneeberg., | Meltzer, Hist Schneeberg., | ||
| - | Es hat sich von ungefähr zugetragen, dass ein Bergmann oder Arbeiter, welcher zu dem in Schlema vor Zeiten befindlichen Hammer gehörte, nach Eisenstein schürfte. Dabei kam er auch an den Schneeberg, wo er einen besseren Eisenstein zu finden vermeinte, als er am Wolfsberge, Hasenberge und anderen Orten gefunden hatte. Als er nun etliche Schürfe geworfen, wobei es ihm aber nach seinem Sinne nicht gegangen, hat sich nicht lange darnach an dem Orte, wo später die St. Georgenzeche und die zugehörenden, | + | Es hat sich von ungefähr zugetragen, dass ein Bergmann oder Arbeiter, welcher zu dem in [[geo: |
| - | alles vermünzen können, sondern kuchenweise oder in ganzen „Plicken“ hat austeilen müssen. | + | |
| - | Nach einer anderen Erzählung habe sich ein Schustergerätträger mit Namen Sebastian Romner, welcher von Krembs an der Donau gebürtig, aber zu Görkau in Böhmen wohnhaft gewesen sei und der seine Nahrung zu Zwickau gesucht, in der Gegend von Schneeberg verirrt. Dabei sei er an eine Eisenzeche gekommen und habe den Steiger heraus gerufen, um ihn nach dem rechten Wege und um einen Trunk Wasser zu bitten. Der Steiger habe ihm im Verlaufe des Gesprächs geklagt, dass die Gewerken nicht mehr verlegen wollten, weil man aus dem Eisensteine nichts machen könne, es sei ein Gang dazu gekommen und derselbe mache das Eisen so flüssig, dass man kein Stabeisen mehr schmieden könne, weil alles zerfahre. Romner nahm darauf einige Stücke des Erzes mit nach Görkau und Nürnberg, um sie untersuchen zu lassen und es fand sich, dass sie reichlich Silber enthielten. Als er später wieder nach Zwickau zurückkehrte, | + | Nach einer anderen Erzählung habe sich ein Schustergerätträger mit Namen Sebastian Romner, welcher von Krembs an der Donau gebürtig, aber zu Görkau in Böhmen wohnhaft gewesen sei und der seine Nahrung zu [[geo:Zwickau]] gesucht, in der Gegend von Schneeberg verirrt. Dabei sei er an eine Eisenzeche gekommen und habe den Steiger heraus gerufen, um ihn nach dem rechten Wege und um einen Trunk Wasser zu bitten. Der Steiger habe ihm im Verlaufe des Gesprächs geklagt, dass die Gewerken nicht mehr verlegen wollten, weil man aus dem Eisensteine nichts machen könne, es sei ein Gang dazu gekommen und derselbe mache das Eisen so flüssig, dass man kein Stabeisen mehr schmieden könne, weil alles zerfahre. Romner nahm darauf einige Stücke des Erzes mit nach Görkau und Nürnberg, um sie untersuchen zu lassen und es fand sich, dass sie reichlich Silber enthielten. Als er später wieder nach Zwickau zurückkehrte, |
| - | Anmerkungen: Als gegen Ende des 15. Jahrhunderts die Silbererze des Schneeberges entdeckt wurden, war die Gegend umher nicht mehr so unwirtlich, wie angenommen wird. Von Lößnitz führte bereits durch das Schlematal über Neustädtel eine Straße nach Böhmen, im genannten Thale pochten Eisenhämmer und im hohen Forste, sowie in der Gegend der über die Mulde führenden Eisenbrücke gab es schon Silbergruben. Der erste Fund aus dem Schneeberge geschah am Ende des Jahres 1470 und bald daraus, am 6. Febr. 1471 folgte ein neuer reicher Anbruch. | + | //Anmerkung: Als gegen Ende des 15. Jahrhunderts die Silbererze des Schneeberges entdeckt wurden, war die Gegend umher nicht mehr so unwirtlich, wie angenommen wird. Von Lößnitz führte bereits durch das Schlematal über Neustädtel eine Straße nach Böhmen, im genannten Thale pochten Eisenhämmer und im hohen Forste, sowie in der Gegend der über die Mulde führenden Eisenbrücke gab es schon Silbergruben. Der erste Fund aus dem Schneeberge geschah am Ende des Jahres 1470 und bald daraus, am 6. Febr. 1471 folgte ein neuer reicher Anbruch.// |
| - | Als die junge Ansiedelung aus dem Berge 1481 den Stadtbrief empfing, hatte man daselbst schon Gruben von 200 M. Tiefe. (H. Jacobi, Schneeberg. Ein Gedenkblatt zur 400jährigen Jubelfeier, S. 3-7). | + | //Als die junge Ansiedelung aus dem Berge 1481 den Stadtbrief empfing, hatte man daselbst schon Gruben von 200 M. Tiefe. (H. Jacobi, Schneeberg. Ein Gedenkblatt zur 400jährigen Jubelfeier, S. 3-7).// |
| - | Der in der zweiten sagenhaften Erzählung genannte Hauptmann war der Amtshauptmann von Zwickau, Martin von Römer, dessen Epitaph noch jetzt in der dortigen Marienkirche vorhanden ist. Derselbe gehörte mit zu den bedeutendsten Fundgrübnern jener Zeit, unter denen uns noch Angehörige der adeligen Familien von Starschedel, | + | //Der in der zweiten sagenhaften Erzählung genannte Hauptmann war der Amtshauptmann von Zwickau, Martin von Römer, dessen Epitaph noch jetzt in der dortigen Marienkirche vorhanden ist. Derselbe gehörte mit zu den bedeutendsten Fundgrübnern jener Zeit, unter denen uns noch Angehörige der adeligen Familien von Starschedel, |
| - | Hans Federangel, Clemens Schicker, Andreas Gaulnhöfer und Peter Polner genannt werden. | + | |
| - | Martin Römer soll nicht allein durch die Schneeberger Silberausbeute, | + | //Martin Römer soll nicht allein durch die Schneeberger Silberausbeute, |
| - | Sebastian Romner, dem er die Kenntnis der Schneeberger reichen Gänge verdankte, soll dann später in Venedig große Geschäfte mit Silberkuchen, | + | //Sebastian Romner, dem er die Kenntnis der Schneeberger reichen Gänge verdankte, soll dann später in Venedig große Geschäfte mit Silberkuchen, |
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