sagen:sagenbucherzgebirge454
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| + | ====== Das Marienbild in der Kirche zu Fürstenau ====== | ||
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| + | Brandner, Lauenstein, seine Vorzeit, frühere Schicksale und jetzige Beschaffenheit. Lauenstein, 1845. S. 297.) | ||
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| + | Eine geschichtliche Merkwürdigkeit besitzt das in einem der rauesten Teile des Erzgebirges liegende Dorf Fürstenau in seiner Kirche, welche eine Filiale von Fürstenwalde und die älteste Kirche der ganzen Umgegend ist. Denn schon lange vor der Reformation war die Kapelle in Fürstenau eine Tochter der Hauptkirche zu Graupen, sie führte den Namen „Zur unbefleckten Empfängnis Mariä“ und ward 1424 mit einer Glocke beehrt. Das am Altar dieser Kirche befindliche Marienbild, von nicht ganz schlechter Bildhauerarbeit und reicher Vergoldung, stellt den Besuch Marias bei ihrer Schwester Elisabeth vor. Zu diesem Marienbilde zog der fromme Glaube eine Menge Wallfahrer, und mehrere dem Kirchlein verehrte Geschenke, sowie daselbst aufgestellte und bewahrte, von geheilten Kranken zurückgelassene Gegenstände sollen die gnadenreiche Wirkung bezeugen. Auch noch jetzt findet alljährlich am Sonntage nach Mariä Heimsuchung eine Wallfahrt der Katholiken aus dem benachbarten Böhmen unter Gesang zur Fürstenauer protestantischen Kirche statt. Sie verrichten dort vor dem Bilde kniend ihre Andacht und ziehen dann singend wieder über die Grenze zurück. | ||
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| + | Zur Zeit der hussitischen Unruhen (um 1419 bis 1436) wurde das genannte Marienbild des Nachts von Dieben entwendet, diese aber sollen sich im Walde verlaufen und sodann, um den Weg aufzusuchen, | ||
| + | Bei einem zweiten Entwendungsversuche sollen die Diebe mit dem Marienbilde des Nachts in der Gegend von Teplitz von unbekannten Männern angefallen, das Bild ihnen wieder abgenommen und solches an den Prior des Klosters Mariaschein abgeliefert worden sein. Der Prior jedoch habe das Bild seiner Schönheit und reichen Vergoldung halber für sich behalten, oder solches einer anderen Kirche verehren, nicht aber nach Fürstenau zurückgeben wollen. Allein dasselbe sei hierauf bei ihm auf einmal verschwunden und wieder an seinem Platze in der Kirche zu Fürstenau gewesen. Diese Begebenheit ist auf Befehl des Priors in allen Kirchen der Umgegend öffentlich bekannt gemacht worden, seitdem aber sei nie wieder ein Versuch zur Entwendung des Bildes vorgekommen. | ||
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