sagen:sagenbucherzgebirge411
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| + | ====== Die Görkauer Maskenhochzeit ====== | ||
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| + | Nach Franz Herbabny in den Mitteilungen des Nordböhm. Exkursions-Klubs, | ||
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| + | Am Faschingsdienstage 1588 ging es in der Stadt Görkau überaus fröhlich zu, und die Schuljugend machte mit Schreien und Peitschen einen Spektakel, dass die Häuser in den Gassen wackelten. Der Hochzeitsplampatsch ritt auf einem Grauschimmel und trank wacker aus den Gläsern, womit man ihm schenkte. Auf dem Kopfe trug er eine Narrenkappe mit einer klingenden Schelle und überdies zwei Narrengesichter, | ||
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| + | Allein als man zum Tore hinausfuhr, da hatte sich zu den drei Vorreitern noch ein vierter gesellt, einer aus Komotau, wie man wähnte. Doch seine Tracht war seltsam. Kohlschwarz vom Kopfe bis zu den Sporen, schwenkte er ein schwarzes Banner mit dem Bilde des Sensenmannes. Vielen aber war es recht unheimlich, wenn er rechts und links die Schlittenreihe auf- und absprengte und gewissermaßen die Hochzeitsgäste zählte. Als es aber finster wurde, da sprühten sogar aus seiner Fahnenstange Funken und Flammen und die dampften und rochen wie Leichenfackeln. So ging es fort bis man wieder in Görkau vor den Kirchhof kam, da öffnete der Schwarze sein Visier, schlug den Plampatsch auf die Schulter und rief: „Nun kommt mit mir, wir zwei voran, die andern kommen nach!“ „Jesus, Marie!“ Schrie der Plampatsch, als er den fleischlosen Totenschädel erblickte. Jener aber rief mit weithallender Stimme: „Heute war ich Euer Gast, zur künftigen Fasching seid Ihr alle meine Gäste!“ Sprachs und verschwand in Nacht und Gekrach. Die Fackel war verloschen. - Auf dem Tanzboden fand sich allmählich die helle Faschingslust wieder ein. Als man aber am folgenden Tage nach altem Herkommen den Fasching begraben wollte, da erscholl das Zügenglöcklein, | ||
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sagen/sagenbucherzgebirge411.1712175853.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
