sagen:sagenbucherzgebirge183
Unterschiede
Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.
| Nächste Überarbeitung | Vorhergehende Überarbeitung | ||
| sagen:sagenbucherzgebirge183 [2024/04/02 19:59] – angelegt ewusch | sagen:sagenbucherzgebirge183 [2025/01/30 17:55] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1 | ||
|---|---|---|---|
| Zeile 3: | Zeile 3: | ||
| [[sagen: | [[sagen: | ||
| + | ====== Buschweibchen in der Umgebung des hohen Steines ====== | ||
| + | Joh. Böhm in der Erzgebirgs-Zeitung, | ||
| + | |||
| + | Wie im hohen Steine zwischen [[geo: | ||
| + | |||
| + | Zu wiederholten Malen vernahmen Beerweiber und Schwämmesammlerinnen aus einem dichten Gestrüppe in der Nähe des hohen Steines heftiges und anhaltendes Niesen, aber keiner von ihnen fiel ein, „Helf Gott!“ zu rufen. Wenn sie sich dann auf den Heimweg begaben, sahen sie aus dem Gebüsche ein Moosweibchen treten, das sich unter schweren Seufzern und traurigen, vorwurfsvollen Blicken entfernte. Einst aber, als das Niesen denn gar zu laut und häufig erschallte, sagte ein Weib. „Nun so helf Gott der Person, welche so heftig da drin nieset!“ Augenblicklich stand eine [[wesen: | ||
| + | |||
| + | // | ||
| + | |||
| + | Ganz ähnlich find die Sagen vom Spuk am roten Steine bei Oberhof in Thüringen, (Richter, Deutscher Sagenschatz, | ||
| + | |||
| + | Die Sitte, beim Niesen dem Betreffenden „Gott helf!“ Oder dem Entsprechendes zuzurufen, reicht jedenfalls bis ins graue Altertum zurück, obschon der Anfang dieses Gebrauchs gewöhnlich in das 6. Jahrhundert verlegt wird, als eine Beulenpest | ||
| + | in Italien auftrat, welche mit Niesen begann und mit dem Tode endete. Damals soll man zuerst demjenigen, welcher zu niesen anfing, zugerufen haben: „Nun helf´ dir Gott!“ (Hahn, Geschichte von Gera I. S. 287.) Jedoch gedenken dieser Sitte schon Aristoteles und Plinius. Aristophanes bezeichnet das Niesen als eine göttliche Kundgebung, und als eine solche galt dasselbe auch bei den Indianern Amerikas, denn als die Spanier in Florida eindrangen, sahen sie, dass, wenn der einheimische Herrscher nieste, die Anwesenden sich vor ihm beugten und die Arme flehend nach der Sonne ausstreckten. | ||
| + | |||
| + | Dass die Buschweibchen und wilden Weiber heilkräftige Kräuter kannten, wie unsere Sage meldet, erfahren wir auch aus dem Gudrunliede: | ||
| // | // | ||
| Zeile 9: | Zeile 24: | ||
| ---- | ---- | ||
| - | {{tag> | + | {{tag> |
sagen/sagenbucherzgebirge183.1712080764.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
