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sagen:sagenbucherzgebirge065

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-====== Das Fegeweib vom Katzenstein ======+====== Das Fegeweib vom Katzenstein (Köhler) ======
  
     Poetisch von Freih. v. Biedermann. Eine Sängerjugend. 1847, S. 27.      Poetisch von Freih. v. Biedermann. Eine Sängerjugend. 1847, S. 27. 
     Darnach Gräße, Sagenschatz des K. Sachsen, No 452.     Darnach Gräße, Sagenschatz des K. Sachsen, No 452.
  
-In der letzten Zeit des Mittelalters lebte ein wilder [[typ:Raubritter]] auf einer Burg, die auf dem Katzensteine an der schwarzen Pockau bei [[geo:Pobershau]] gelegen war, und machte die ganze Umgegend durch seine Untaten unsicher. Da beschlossen denn die in der nächsten Umgebung ansässigen [[typ:Ritter]] diesem Treiben ein Ende zu machen, sie rückten also vor die Burg, umschlossen sie aufs Engste und fingen an, sie aus Karthaunen((Die Kartaune ist ein Vorderlader-Geschütz aus der Zeit des 15./16. Jahrhunderts. Der Begriff Kartaune ist eine Eindeutschung von italienisch quartana bombarda ‚Viertelbüchse‘, deren Eisenkugel ein Viertel einer hundertpfündigen Hauptbüchsenkugel wog. Kartaunen glichen in ihrer äußeren Form einer Scharfmetze, hatten jedoch kleinere Kaliber und ein geringeres Gewicht. Sie wurden nach der Rohrlänge in lange Kartaune (sogenannte „Singerin“) und kurze Kartaune (sogenannte „Nachtigall“) unterteilt. Quelle: [[https://de.wikipedia.org/wiki/Kartaune|Wikipedia]])) und Feldschlangen((Die Feldschlange, auch Kolubrine (von lateinisch colubrinus – „schlangenartig“; französisch Couleuvrine, englisch Culverin, türk. Kolomborna) oder Kalverine, war ein Kanonentyp des späten Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Der Name Feldschlange kommt in Deutschland erstmals um 1440 vor und stammt vermutlich von der anfangs als Schlangen- oder Drachenkopf gestalteten Mündung. Möglich ist aber auch, dass der Begriff auf die Machart der Feldschlange anspielt, deren Rohr häufig mit einem korkenzieherförmigen Eisenband umschmiedet war (vgl. Schrumpfringe bei heutigen Kanonen). Quelle: [[https://de.wikipedia.org/wiki/Feldschlange|Wikipedia]])) zu beschießen. Allein alle Kugeln fielen, sowie sie die Mauern trafen, kraftlos und unschädlich nieder, denn auf der Mauer stand die alte Amme des Ritters, welche mit dem Teufel im Bunde war, hatte einen Besen in der Hand und fegte mit demselben die fliegenden Kugeln aus der Luft weg, sie selbst natürlich traf keine derselben, ebenso wenig wie irgend jemanden im Schlosse. Schon wollten die Belagerer schier verzweifeln, da trat der Burgkaplan eines der Ritter auf und sprach, er wolle die Kugeln segnen, denn er wisse einen Spruch, dem nichts widerstehen könne. Wie gedacht, so geschehen, er tat es, die erste Kugel, die man abschoss, schmetterte die Hexe zu Boden, die zweite riss ein großes Loch in die Mauer und nicht lange dauerte es, so war die feste Burg so zerschossen, dass die Mannschaft auf Gnade und Ungnade sich ergeben musste. Der böse Ritter ward hingerichtet und seine Burg der Erde gleich gemacht, noch heute aber soll man um Mitternacht bei Mondschein die gespenstige Amme die Trümmerhaufen fegen sehen.+In der letzten Zeit des Mittelalters lebte ein wilder Raubritter auf einer Burg, die auf dem Katzensteine an der schwarzen Pockau bei [[geo:Pobershau]] gelegen war, und machte die ganze Umgegend durch seine Untaten unsicher. Da beschlossen denn die in der nächsten Umgebung ansässigen Ritter diesem Treiben ein Ende zu machen, sie rückten also vor die Burg, umschlossen sie aufs Engste und fingen an, sie aus Karthaunen((Anmerkung Sagenwiki: Die Kartaune ist ein Vorderlader-Geschütz aus der Zeit des 15./16. Jahrhunderts. Der Begriff Kartaune ist eine Eindeutschung von italienisch quartana bombarda ‚Viertelbüchse‘, deren Eisenkugel ein Viertel einer hundertpfündigen Hauptbüchsenkugel wog. Kartaunen glichen in ihrer äußeren Form einer Scharfmetze, hatten jedoch kleinere Kaliber und ein geringeres Gewicht. Sie wurden nach der Rohrlänge in lange Kartaune (sogenannte „Singerin“) und kurze Kartaune (sogenannte „Nachtigall“) unterteilt. Quelle: [[https://de.wikipedia.org/wiki/Kartaune|Wikipedia]])) und Feldschlangen((Anmerkung Sagenwiki: Die Feldschlange, auch Kolubrine (von lateinisch colubrinus – „schlangenartig“; französisch Couleuvrine, englisch Culverin, türk. Kolomborna) oder Kalverine, war ein Kanonentyp des späten Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Der Name Feldschlange kommt in Deutschland erstmals um 1440 vor und stammt vermutlich von der anfangs als Schlangen- oder Drachenkopf gestalteten Mündung. Möglich ist aber auch, dass der Begriff auf die Machart der Feldschlange anspielt, deren Rohr häufig mit einem korkenzieherförmigen Eisenband umschmiedet war (vgl. Schrumpfringe bei heutigen Kanonen). Quelle: [[https://de.wikipedia.org/wiki/Feldschlange|Wikipedia]])) zu beschießen. Allein alle Kugeln fielen, sowie sie die Mauern trafen, kraftlos und unschädlich nieder, denn auf der Mauer stand die alte Amme des Ritters, welche mit dem Teufel im Bunde war, hatte einen Besen in der Hand und fegte mit demselben die fliegenden Kugeln aus der Luft weg, sie selbst natürlich traf keine derselben, ebenso wenig wie irgend jemanden im Schlosse.  
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 +Schon wollten die Belagerer schier verzweifeln, da trat der Burgkaplan eines der Ritter auf und sprach, er wolle die [[typ:kugel|Kugeln]] segnen, denn er wisse einen Spruch, dem nichts widerstehen könne. Wie gedacht, so geschehen, er tat es, die erste Kugel, die man abschoss, schmetterte die [[wesen:Hexe]] zu Boden, die zweite riss ein großes Loch in die Mauer und nicht lange dauerte es, so war die feste Burg so zerschossen, dass die Mannschaft auf Gnade und Ungnade sich ergeben musste. Der böse Ritter ward hingerichtet und seine Burg der Erde gleich gemacht, noch heute aber soll man um Mitternacht bei Mondschein die gespenstige Amme die Trümmerhaufen fegen sehen.
  
 //Quellen:// //Quellen://
   * //[[autor:ernstkoehler|Dr. Joh. Aug. Ernst Köhler]]:[[buch:sagenbuchdeserzgebirges|Sagenbuch des Erzgebirges]], Verlag und Druck von Carl Moritz Gärtner, 1886.//   * //[[autor:ernstkoehler|Dr. Joh. Aug. Ernst Köhler]]:[[buch:sagenbuchdeserzgebirges|Sagenbuch des Erzgebirges]], Verlag und Druck von Carl Moritz Gärtner, 1886.//
-  * //[[http://www.erzgebirge-museum.de/content/view/1065/3305/|Erzgebirge-Museum.de]]// 
  
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