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sagen:sagenbucherzgebirge055

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     Wenisch, Sagen aus dem Joachimsthaler Bezirke, S. 101.     Wenisch, Sagen aus dem Joachimsthaler Bezirke, S. 101.
  
-In der zur Gemeinde Breitenbach gehörigen Ortschaft [[geo:Ziegenschacht]] lebte vor langer Zeit eine [[typ:Jungfrau]], welche ihres [[typ:geiz|Geizes]] und ihrer Ungerechtigkeit wegen gefürchtet war. Seit ihrer Verlobung kannte ihre [[typ:Habsucht]] keine Grenzen. Um ihr Heiratsgut, woran ohnedies schon die [[typ:träne|Tränen]] der [[typ:Armut]] hingen, zu vergrößern, bediente sie sich sogar beim Verkaufe der [[typ:Milch]] eines so schlechten Maßes, dass sich darüber allgemeine [[typ:klage|Klagen]] erhoben. Als die hartherzige Jungfrau dieselben jedoch nicht berücksichtigte, wurde sie von einer Milchkäuferin verwünscht. Von dieser Stunde an wandelt die Jungfrau auf dem Ziegenschachter Wege noch bis heute herum. In der Hand trägt sie ein Milchseidel und auf dem Kopfe einen grünen [[typ:Kranz]]. Doch sehen die verwünschte Jungfrau, die bloß zu gewissen Zeiten erscheint, nur wenige Menschen.+In der zur Gemeinde [[geo:breitenbachtschechien|Breitenbach]] gehörigen Ortschaft [[geo:Ziegenschacht]] lebte vor langer Zeit eine Jungfrau, welche ihres Geizes und ihrer Ungerechtigkeit wegen gefürchtet war. Seit ihrer Verlobung kannte ihre Habsucht keine Grenzen. Um ihr Heiratsgut, woran ohnedies schon die Tränen der Armut hingen, zu vergrößern, bediente sie sich sogar beim Verkaufe der Milch eines so schlechten Maßes, dass sich darüber allgemeine Klagen erhoben. Als die hartherzige Jungfrau dieselben jedoch nicht berücksichtigte, wurde sie von einer Milchkäuferin verwünscht. Von dieser Stunde an wandelt die Jungfrau auf dem Ziegenschachter Wege noch bis heute herum. In der Hand trägt sie ein Milchseidel und auf dem Kopfe einen grünen Kranz. Doch sehen die verwünschte Jungfrau, die bloß zu gewissen Zeiten erscheint, nur wenige Menschen.
  
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-//Auf die mögliche Verwandtschaft der Ziegenschachter [[typ:Jungfrau]] mit der Huldra wurde bereits in der Einleitung hingewiesen. Eine thüringische Sage ist übrigens der unsrigen sehr ähnlich. Eine [[typ:krämer|Krämerin]], welche ihre Käufer durch falsches Gewicht und Maß betrog, wandelt ebenfalls als [[typ:Gespenst]] in der Nähe von Mehlis bei dem Reißigersteine umher und ruft dabei. „Drei Viertel für ein Pfund. Drei Quärtchen für eine Kanne!“ (O. Richter, Deutscher Sagenschatz, 3. H. No. 10.) Dass aber gerade der [[typ:Betrug]] beim Milchverkauf mit dem gespenstischen Umherwandeln der [[typ:Betrüger]] bestraft wird, ist eine in der Volkssage erhaltene Erinnerung an den hohen, alle übrigen Besitztümer überragenden Wert der Milch und Milch gebenden Tiere aus dem frühesten Zeitalter der indoeuropäischen Völker.// +//Auf die mögliche Verwandtschaft der Ziegenschachter Jungfrau mit der Huldra wurde bereits in der Einleitung hingewiesen. Eine thüringische Sage ist übrigens der unsrigen sehr ähnlich. Eine Krämerin, welche ihre Käufer durch falsches Gewicht und Maß betrog, wandelt ebenfalls als [[typ:Gespenst]] in der Nähe von Mehlis bei dem Reißigersteine umher und ruft dabei. „Drei Viertel für ein Pfund. Drei Quärtchen für eine Kanne!“ (O. Richter, Deutscher Sagenschatz, 3. H. No. 10.) Dass aber gerade der Betrug beim Milchverkauf mit dem gespenstischen Umherwandeln der Betrüger bestraft wird, ist eine in der Volkssage erhaltene Erinnerung an den hohen, alle übrigen Besitztümer überragenden Wert der Milch und Milch gebenden Tiere aus dem frühesten Zeitalter der indoeuropäischen Völker.//
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-//Quelle: [[http://www.erzgebirge-museum.de/content/view/1055/9223372036854775807/|Erzgebirge-Museum.de]]// +
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-{{tag>sagen erzgebirge-museum erzgebirge Ziegenschacht jungfrau geiz habsucht milch krämer klage fluch kranz}}+
  
 //Quellen:// //Quellen://
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sagen/sagenbucherzgebirge055.1677791768.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)