sagen:sage_von_rodulf_und_rumetrud
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| - | ====== Sage von Rodulf und Rumetrud ====== | ||
| - | Als die [[volk: | ||
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| - | Da schickte sie einen zu ihm, und ließ ihn laden: „ob er kommen wolle, einen Becher Wein zu trinken?“ Ohne Arg folgte er der Ladung; aber die Jungfrau spottete seiner aus Übermuth, weil er kleinlicher Gestalt war, und sprach höhnende Reden. Er dagegen, übergossen von Scham und Zorn, stieß noch härtere Worte aus, also daß die Königstochter viel mehr beschämt wurde, und innerlich von Wuth entbrannte. | ||
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| - | Allein sie verstellte ihre [[typ: | ||
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| - | Da König Rodulf von seines Bruders [[typ: | ||
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| - | Als nun der König, wie gesagt, fest auf die Tapferkeit der Heruler baute, und ruhig Tafel spielte, hieß er einen seiner Leute auf einen nahestehenden Baum steigen, daß er ihm der Heruler Sieg desto schneller verkündige; | ||
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| - | Das hörte Rodulf und sprach: „wie, fliehen meine Heruler?“ „Nicht ich, rief jener, sondern du König hast dies Wort gesprochen.“ Da traf den König Schrecken und Verwirrung, daß er und seine umstehenden Leute keinen Rath wußten, und bald die lombardischen Haufen einbrachen und alles erschlugen. Da fiel Rodulf, ohne männliche That. Und über der Heruler Macht, wie sie hierhin und dorthin zerstreut wurde, waltete Gottes Zorn schrecklich. Denn als die Fliehenden blühende Flachsfelder vor sich sahen, meinten sie vor einem schwimmbaren Wasser zu stehen, breiteten die Arme aus, in der Meinung zu schwimmen, und sanken grausam unter der Feinde Schwert. Die Lombarden aber trugen unermeßliche Beute davon, und theilten sie im Lager; Rodulfs Fahne und Helm, den er in den Schlachten immer getragen hatte, bekam Tato, der König. | ||
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| - | Von der Zeit an war alle Kraft der Heruler gebrochen, sie hatten keine Könige mehr; die Longobarden aber wurden durch diesen Sieg reicher und mächtiger, als je vorher. | ||
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| - | //Quelle: Brüder Grimm, Deutsche Sagen, Band 2, S. 31–33, 1818// | ||
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