sagen:ruebezahl39
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| + | ====== Rübezahl bestraft einen rohen Kriegsknecht noch im Tode ====== | ||
| + | In Schmiedeberg lebte einmal ein Bursche, der hieß Mecker-Friede, | ||
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| + | Tapfer war er gewesen und hatte im Krieg mit seinem Schwert ordentlich im Feind herumgewütet und viele Tausende – nein, wollte sagen, viele Hunderte, nun, gewiss weiß man es nicht, aber viele waren es, erlegt. Und darum, sagte der Wachtmeister, | ||
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| + | Wie sie so vom Turm herab läuteten, so marschierten die Landsknechte mit ihren Lanzen und Feuerröhren, | ||
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| + | So hoben sie ihn auf ihre Schultern, zogen hinaus zum Kirchhof, und der Trommler schlug tapfer vornweg. Hinter dem Sarg kamen die Landsknechte mit ihren Röhren und stellten die Leidtragenden vor, denn der Selige hatte sonst niemanden. Draußen auf dem Kirchhof setzten sie ihn nieder. Der Pfarrherr hielt eine Standrede und sagte: »Wie der Selige nun von seinem irdischen Posten abgelöst und wahrscheinlich, | ||
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| + | Sie wollten also noch ein andächtiges Vaterunser für seine arme Seele beten. Derweil stellten sich die Schützen auf. Wie man den Sarg in die Grube gesenkt hatte, so schossen die Schützen mit ihren Röhren dreimal über das Grab. Der Trommler wirbelte dazu, dass es eine Lust war. Hierauf ging jeder nach Hause. | ||
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| + | Mittlerweile war der Pfarrherr zum Spital zurückgekehrt, | ||
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| + | Sie hatten also den ungerechten Sarg erwischt und über die alte Anne Rosine feierlich geschossen und getrommelt. Das hat auch nichts zu bedeuten, denn wer wie sie, 96 Jahre, worin gar der ganze 30-jährigen Krieg steckt, durchgemacht hat, der hat gewiss auch manchen Kampf bestanden und trägt am Ende verdienter die Krone der Ehren als vielleicht der berühmteste Feldherr. | ||
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| + | Viele aber sagten, das sei nicht mit rechten Dingen zugegangen und meinten, es sei ein Stücklein von Rübezahl, der dem alten Friede noch im Tod eins angehängt hatte, weil er so oft der Menschlichkeit vergessen hatte. Gewiss weiß das der Kräuterklauber zwar nicht, aber er glaubt es. Darum erzählt er es hier, damit sich die kriegslustige Jugend daran spiegele und merke: Auch im Krieg muss man Menschlichkeit üben, denn es ist gar zu schön, sogar seinem Feind wohl zu tun. | ||
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