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sagen:ruebezahl34

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-====== Wie Rübezahl vor Prellerei warnt ======+====== Wie Rübezahl einen verruchten Gastwirt bestraft ======
  
-»Gott sei Dank, dass wir herauf sind!«sagten drei Görlitzer Tuchmacher oben auf dem Schmiedeberger Pass zueinandersetzten ihre Hocken ab und wischten sich den Schweiß von der Stirn. Sie wollten hinüber nach Böhmen und ruhten nun aus vom langen Steigen.+Eines Tages kam in Seydorf die Rede darauf, dass, wer in Rübezahls Lustgarten Glücksmännlein pflücken kannsein Glück in der Welt machen werde, aber das müsse nur in der Johannisnacht geschehen, denn außer dieser Zeit breche Rübezahl einem jeden den Hals.
  
-Indem kam ein vornehmer Herr und redete sie an. Wie er hörtedass sie Tuch bei sich führtensagte er: »Ich kaufe Euch ab+»Ihr wisst es aber doch nicht recht«, versetzte der Franzel, »denn nur eine Waise kann das und mit anderen ist es nicht sicher, funzemol – er war unten aus dem Land herauf– »funzemolwenn sie Werg am Rocken haben
  
-Obwohl die Männer einen sehr hohen Preis fordertenso kaufte er doch jedem von ihnen ab und zahlte ihnen den Kaufpreis in lauter Dukaten ausDie Leute reisten hierauf weiter. Wie sie aber eine Strecke gegangen warenzogen sie ihre Dukaten heraus und fanden zu ihrem Schreckendass es bloße Zahlpfennige warenSogleich kehrten sie wieder um und trafen an der vorigen Stelle eine Kutsche mit sechs Rossen. Drinnen saß der vornehme Herr. Sie beklagten sichdass er ihnen Zahlpfennige statt Gold gegeben hatte.+In der Stube war ein munteresherzhaftes Büblein, das der Bauer als eine Waise nebst seiner Schwester zu sich genommen hatte. Das hörte das und dachte: Ich versuche esAlso ging eswie es zu Mittag gegessen hatte, ganz still davon, ohne jemanden ein Wort zu sagen und steckt sich ein Stück Brot ein, damit es unterwegs zu essen habe. Wie es zum Seiffenberg hinaufkamwo es heute die Hampelbaude heißt, fragten es die Leute, wohin es so allein wolleDas Büblein erzählte treuherzig, worauf es ausging. Indem es so erzählt, kam ein Mann in die Stube und hörte vollends mit anwas der Knabe erzählte.
  
-»Zeigt mir doch das Geld«sagte Rübezahl.+»Da können wir Gefährtschaft machen«sprach der Mann, »denn ich gedenke auch zur Nacht in Rübezahls Lustgärtlein zu sein.«
  
-Wie sie es aber hervorbrachten, war es wieder gutes GoldDie Männer waren bestürzt.+Zwar versuchte es ihnen der alte Tanla auszureden, indem er ihnen die Gefahr vorstellte, aber der Knabe hatte guten Mut und der Mann beharrte auch auf seinem Sinn. Dieser war nämlich ein Gerichtskretschmar aus dem Warmbad, ein gar lieber, feiner Mann, rund und aufgeblasen, wiewohl meist vom Wind und im Übrigen vom Hochmut, war alle Tage toll und voll und eitel Lug und TrugWenn er nicht in liederlichen Häusern zubrachte, so war er nur bemüht, allen Verdienst im Dorf an sich zu reißen, wenn auch die anderen alle zugrunde gehen sollten. Den warnte der Alte noch ganz besonders, aber es half alles nichts.
  
-Rübezahl sagte: »Könnt Ihr denn Gold nicht von Messing unterscheiden? Wenn es Euch aber nicht recht ist«, fuhr er fort, »so sollt Ihr den Kaufpreis in Talern erhalten.« Damit zahlte er ihnen die Summe in lauter Talern aus.+So gingen sie fort. Es war noch hell am Abendda kamen sie schon zum Lustgärtlein und warten auf den Einbruch der NachtDie Nacht war lieblich und still, der Mond schien freundlich vom Himmel nieder. Das Knäblein betete still vor sich hin und hoffte, weil es immer gehört hat, dass Gott das Gebet frommer Kinder erhöre. Da trug der Nachthauch den Schall der Mitternachtsglocke aus dem stillen Tal von Aupe herauf.
  
-Sie gingen abermals davon. Da sie doch über den Vorgang stutzig geworden waren, so machten sie nicht lange darauf wieder ihre Säckel auf und fanden darin statt des Silbers Scherben. Nun ergriff sie die Angst erst recht. Sie liefen spornstreichs wieder zurück. Die Kutsche stand noch auf dem alten Fleck und der Herr saß drinnen. Er fragte, was sie schon wieder wollten. Die Leute klagten ihm ihr Leid und dass sie lieber ihr Tuch zurückhaben wollten.+Das Büblein sagte: »So lasst uns mit Gott gehen.«
  
-Rübezahl antwortete ihnen gar ernst, dass sie sich packen solltenSie wärensagte erehrlich bezahlt worden und würden das später selbst sehen.+Der Mann brummte etwas vor sich hin und folgte ihmAls sie nun im Lustgarten waren und die leuchtenden Blüten des Glücksmännleins erkanntenso fiel der Kretschmar gierig über sie herraufte ganze Hände voll aus und wollte sich eben damit schleunig entfernen.
  
-Die Leute klagten gar sehr, besonders der eine, welcher vorstellte, dass er ein armer Mann sei, und ein Herdlein kleiner Kinder zu Hause habeAber Rübezahl blieb dabeiEr habe niemanden betrogen und es werde sich das ausweisen.+Da kam auf einmal ein Greis mit einem langen Bart hinter der Bergwand hervor und rief ihm ein lautes »Halt!« zu. Der Mann zitterte am ganzen Leib und blieb wie gefesselt stehen. Der Knabe aber ging ruhig und mit gehobenen Händen auf den Greis zu und bat ihn, dass er ihm doch erlauben mögezwei Glücksmännlein mitzunehmen. Der Greis schaut ihn freundlich an und fragte, wozu er denn die Glücksmännlein pflücken wolle. Das Büblein sagt ihm alles, dass er und seine Schwester Waisen seien und wie sie gern glücklich werden möchten, damit sie nicht nötig hätten, anderen Leuten zur Last zu fallenNur deshalb bat es um zwei BlümleinDer Greis wurde während der Rede des Knaben immer freundlicher, pflückte hierauf mit eigener Hand einen großen Strauß Glücksmännlein, gab ihm den in die Hand und steckte ihm obendrein noch alle Taschen voll, indem er ihn ermahnte, wohl aufzusehen, dass er nichts verliere. So weit ging die Sache gut, aber das Schlimmste kam noch. Selbst der Kräuterklauber ärgerte sich über den elenden Kretschmar und musste sich erst ausärgern, ehe er weitererzählen konnte.
  
-Hierauf fuhr er rasch über den Pass hinunter. Die Männer setzen wehklagend ihren Weg fort. Als sie aber nach Liebau hinüberkommen und ihre Säckel ausschütteten, waren die Scherben wieder lauter gute Taler geworden. Da hatten sie freilich große Freude, weil sie sich doch hatten vorwerfen müssen, den Herrn geprellt zu haben. Merke also, was die Heilige Schrift sagtNiemand übervorteile seinen Bruder im Handel.+Nachdem sich der Greis dem Knaben so freundlich bezeigt hatte, wandte er sich mit zornigem Gesicht zu dessen Begleiter»Und wer bist du?«
  
-//Quelle://  +Der Mann sagte, wer er sei, und wie er hierher gekommen seium ebenfalls sein Glück zu machen.
-  * //[[Buch:volkssagenriesengebirge|Volkssagen aus dem Riesengebirge]]Für Jung und Alt erzählt vom Kräuterklauber; Verlag Carl Gustav NaumannLeipzig, 1845// +
-  * //[[https://www.geisterspiegel.de/?p=48278#more-48278|www.geisterspiegel.de]]//+
  
----- +»Nichtswürdiger«, fuhr ihn der Greis an, »du, der du ein Abschaum der Menschen bist, glaubst, ich würde dich zu einem Glücklichen machen? Hebe dich weg von hier und danke es meiner Gnade, dass du mit heiler Haut davonkommst. Nur unschuldigen Waisen ist das Glück beschert, das sie hier suchen.«
-{{tag>sagen Kräuterklauber volkssagenriesengebirge riesengebirge rübezahl}}[[text:wie_ruebezahl_das_stueck_auffuehrt:wurst_wider_wurst|<< Wie Rübezahl das Stück aufführt: Wurst wider Wurst]]+
  
-[[text:wie_ruebezahl_einen_verliebten_bezahlt|>> Wie Rübezahl einen Verliebten bezahlt]]+Unter diesen Worten stand der Wirth zitternd vor dem Greis, wollte aber doch nicht umsonst dagewesen sein und sagte, dass auch er eine Waise sei, indem sein Vater in seinem 12. Jahr von den Moskowitern mit fortgeschleppt worden sei, und hätten sie seit der Zeit nichts wieder von ihm erfahren. Er hatte das aber kaum heraus, da ergrimmte der Greis, verwandelte sich plötzlich und stand in Gestalt des leibhaftigen Teufels vor ihm.
  
-====== Wie Rübezahl vor Prellerei warnt ======+Hierauf fasste er den Gastwirt bei der Gurgel und rief mit furchtbarer Stimme: »Nichtswürdiger Lügner, fahre zur Hölle!«  Der Greis schleuderte ihn hinunter in den Abgrund. Der Knabe war zitternd auf seine Knie gesunken und hatte die Händchen zum Gebet erhoben. Da ergriff ihn die Hand des Greises, der seine vorige Gestalt indessen wieder angenommen. Indem er ihm freundlich zusprach, führte er ihn wieder aus seinem Gehege heraus, erteilte ihm noch manche gute Lehre und ließ ihn dann seines Weges ziehen.
  
-»Gott sei Dank, dass wir herauf sind!«sagten drei Görlitzer Tuchmacher oben auf dem Schmiedeberger Pass zueinander, setzten ihre Hocken ab und wischten sich den Schweiß von der StirnSie wollten hinüber nach Böhmen und ruhten nun aus vom langen Steigen.+Indessen war man in Seydorf wegen des Bübleins in großen Sorgen gewesen. Als dieses aber nun in Seydorf ankamdie ganze Sache erzählte und nun seinem Brotherrn und jedem in seiner Familie ein Glücksmännlein aus seinem Strauß reichte, da wurden alle lange Gesichter rund. Denn jedes Pflänzchen verwandelte sich in der Hand in lauter GoldDer arme Bube war, als er alle Taschen ausgeräumt hatte, ein reicher Mann. Er teilte aber alles redlich mit seinem Schwesterlein und wurde ein reicher Bauer, der niemals das Ende des nichtswürdigen Gastwirts und die Ermahnungen Rübezahls vergaß.
  
-Indem kam ein vornehmer Herr und redete sie an. Wie er hörtedass sie Tuch bei sich führten, sagte er: »Ich kaufe Euch ab.«+So hatte Rübezahl wieder einmal ein Exempel statuiert und den Leser freut esdenn …
  
-Obwohl die Männer einen sehr hohen Preis forderten, so kaufte er doch jedem von ihnen ab und zahlte ihnen den Kaufpreis in lauter Dukaten aus. Die Leute reisten hierauf weiter. Wie sie aber eine Strecke gegangen waren, zogen sie ihre Dukaten heraus und fanden zu ihrem Schrecken, dass es bloße Zahlpfennige waren. Sogleich kehrten sie wieder um und trafen an der vorigen Stelle eine Kutsche mit sechs Rossen. Drinnen saß der vornehme Herr. Sie beklagten sich, dass er ihnen Zahlpfennige statt Gold gegeben hatte. +Merke: Strafe will sein funzemol …
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-»Zeigt mir doch das Geld«, sagte Rübezahl. +
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-Wie sie es aber hervorbrachten, war es wieder gutes Gold. Die Männer waren bestürzt. +
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-Rübezahl sagte: »Könnt Ihr denn Gold nicht von Messing unterscheiden? Wenn es Euch aber nicht recht ist«, fuhr er fort, »so sollt Ihr den Kaufpreis in Talern erhalten.« Damit zahlte er ihnen die Summe in lauter Talern aus. +
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-Sie gingen abermals davon. Da sie doch über den Vorgang stutzig geworden waren, so machten sie nicht lange darauf wieder ihre Säckel auf und fanden darin statt des Silbers Scherben. Nun ergriff sie die Angst erst recht. Sie liefen spornstreichs wieder zurück. Die Kutsche stand noch auf dem alten Fleck und der Herr saß drinnen. Er fragte, was sie schon wieder wollten. Die Leute klagten ihm ihr Leid und dass sie lieber ihr Tuch zurückhaben wollten. +
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-Rübezahl antwortete ihnen gar ernst, dass sie sich packen sollten. Sie wären, sagte er, ehrlich bezahlt worden und würden das später selbst sehen. +
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-Die Leute klagten gar sehr, besonders der eine, welcher vorstellte, dass er ein armer Mann sei, und ein Herdlein kleiner Kinder zu Hause habe. Aber Rübezahl blieb dabei. Er habe niemanden betrogen und es werde sich das ausweisen. +
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-Hierauf fuhr er rasch über den Pass hinunter. Die Männer setzen wehklagend ihren Weg fort. Als sie aber nach Liebau hinüberkommen und ihre Säckel ausschütteten, waren die Scherben wieder lauter gute Taler geworden. Da hatten sie freilich große Freude, weil sie sich doch hatten vorwerfen müssen, den Herrn geprellt zu haben. Merke also, was die Heilige Schrift sagtNiemand übervorteile seinen Bruder im Handel.+
  
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