sagen:ruebezahl22
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| + | ====== Rübezahl als Hochzeitsgast ====== | ||
| + | Als der Leiermann fort war, dachte Rübezahl fortwährend an den fröhlichen Abend und war in seinem Gott vergnügt. In solchen Augenblicken ging es ihm, wie es gewöhnlich da guten Menschen geht. Und wer in sein Inneres hätte hineinschauen können, der würde nicht geglaubt haben, dass das der Geist sei, den die Menschen nur einen Teufel nannten. In solcher Stimmung zog er also auch jetzt wieder durch Egelsdorf durch. Als er beim [[lex: | ||
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| + | »Wo wollen wir denn zu, guter Freund?«, erscholl plötzlich eine Stimme von der anderen Seite der Straße her, als er in Gedanken daherwanderte. | ||
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| + | Er sah sich gegenüber einen alten Mann mit freundlichem Antlitz und in festlichen Kleidern. | ||
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| + | »Nach Ullersdorf und weiter«, versetzte Rübezahl. | ||
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| + | »Wenn dem so ist, so könnten wir wohl Gefährtschaft machen«, fuhr der freundliche Mann fort. | ||
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| + | Rübezahl sagte: »Sehr gern!« | ||
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| + | Sie unterhielten sich nun von diesem und jenem, und dem alten Mann ging beim teilnehmenden Herrn das Herz auf. | ||
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| + | So erfuhr denn Rübezahl auch jetzt, dass der Alte ein armer Mann und Vater einer zahlreichen Familie sei, dass sein ältester Sohn heute Hochzeit mache und ein ebenfalls armes, aber liebes, rechtschaffenes Mägdlein heimführe, und dass er nicht habe von ihr lassen können, obwohl ihm mehr als eine reiche Bauerstochter angetragen worden war. | ||
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| + | Beim Ullersdorfer Vorwerk schieden sie voneinander, | ||
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| + | Er ging also hin zum Bräutigam und sagte: »Mit Verlaub, werter Freund, so Ihr es mir vergönnt, möchte ich wohl mit Eurer Braut ein Ehrentänzlein machen. | ||
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| + | Der sagte: »Von Herzen gern.« Und überreichte ihm die Braut. | ||
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| + | Während beide nun vergnügt ihren Deutschen tanzten, zog Rübezahl ganz unvermerkt ein paar Armbänder mit schönen Granaten hervor und band sie der erstaunten Braut um. Nach dem Tanz führte er sie dem Bräutigam wieder zu, bedankte sich bei ihm für die erzeigte Liebe und Ehre und verehrte ihm ein großes silbernes Schaustück. Ja, da war unter den armen Leuten große Freude. Sie wussten gar nicht, wie sie dem gütigen vornehmen Herrn genug danken sollten. Sie blieben in ihrer Freude fast bis Mitternacht beisammen. Die Brautleute sowie der alte Vater nahmen mit Freudentränen von Rübezahl Abschied, welcher übrigens nicht nur die Spielleute beschenkte, sondern auch alles bezahlte, was von den Gästen verzehrt worden war. | ||
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| + | Am anderen Morgen gedachten die jungen Leute sogleich ihres Wohltäters. Was sie aber aus dem Schaustück machen sollten, das wussten sie nicht. Nun, bei solchen Leuten weiß niemand besser Rat, als der Herr Pfarrer und Schulmeister. Darum wandten sie sich auch mit Recht an solche verständige, | ||
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| + | Denn merke: Ein treuer Hausvater ist ein großes Gut und eine tugendsame Frau im Haus der beste Schatz. | ||
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