sagen:ruebezahl14
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| + | ====== Wie Rübezahl einen Kriegsknecht neckt ====== | ||
| + | Im Schwedenkrieg, | ||
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| + | Wenn der Leser das nicht versteht, weil er kein Schwede ist, so geht es ihm gerade so wie dem Kräuterklauber. Der würde um aller Welt Wunder nicht ausplaudern, | ||
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| + | So gelangte er denn, etwa auf der Hälfte des Gebirges, zu einem Plan, auf dem sich ein Reiter in schönen Kleidern auf einem mutigen Ross herumtummelte. Den Rittmeister freuten Mann und Ross, und er ritt ganz manierlich hinzu und machte ihm seine Referenz. | ||
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| + | Rübezahl, denn der war der Reiter, blieb ihm in Höflichkeit nichts schuldig und fragte ihn, woher und wohin seine Reise gehe. Der Rittmeister sagte ganz offen, dass, da die schwedischen Völker einige Zeit in der Gegend rasteten, er nicht habe versäumen wollen, dieses weit berufene Gebirge zu sehen. | ||
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| + | Daran, versetzte Rübezahl, habe er sehr wohl getan, und er sei gewiss, der Herr werde sich dessen gewiss zeitlebens erinnern. Indem sie nun einander an Höflichkeit zu übertreffen suchten, beschaute Rübezahl von allen Seiten die schöne Kleidung und das stattliche Ross des Rittmeisters, | ||
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| + | »Und ich«, versetzte dagegen der Schwede, »muss ehrlich bekennen, dass mir des Herrn Pferd und Kleid ebenfalls überaus gut gefallen. Also wurden sie nach wenigen Worten bald zum Tausch einig, hoben sich aus den Sätteln, banden ihre Rosse an die Bäume, tauschten Pferde und Kleidung gegeneinander aus und stiegen dann wieder zu Ross. Nachdem sie hierauf beide sich noch in Höflichkeiten gegeneinander erschöpft hatten, wandten sie sich um und ritten lachend auseinander. Rübezahl ritt das Gebirge hinauf, und der Schwede, der nun seine Gebirgslust gebüßt hatte, zog frohlockend seinen Weg zurück und belachte das gehabte Abenteuer. Denn wer statt eines schönen, aber einfachen Kleides ein mit Gold und Edelsteinen reich besetztes Kleid tauscht, wie das von Rübezahl war, der kann wohl lachen. | ||
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| + | Aber bald verging dem ehrlichen Schweden das Lachen, als er sich recht ansah und statt des auf ein paar Tonnen Goldes geschätzten Kleides einen Rock von Laub und Schilf anhatte, sein Haupt ein Hut von Schwamm bedeckte, und er selbst statt auf einem prachtvollen Ross auf einem plumpen Prügel ritt. Da stand der arme Teufel und wusste nicht, ob er weinen oder lachen sollte. | ||
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| + | In seinem Ärger riss er alles vom Leib und trat es mit Füßen. »Hår står jagh nu rått som en sattig kar«, sagte er, »jagh år sannerlig vthskrattas wårdh.« | ||
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| + | Der Kräuterklauber verrät das wieder nicht. Übrigens muss man nicht alles wissen. | ||
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| + | Also ging er im bloßen Hemd, den Schwammhut auf dem Kopf, bis nach Giehren, von wo aus er einen Boten zu seinem Knecht schickte, damit er ihm ein anderes Pferd und andere Kleider zuführe. | ||
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| + | Man sagt, er habe diesen Hut mit nach Schweden genommen und seinen Landsleuten als eine Seltenheit gezeigt, die dann gesagt hatten: »Hwad gijörer Tiiskam icke für Penningar.« | ||
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| + | Wie er nun aber so im Wirtshaus saß und auf seinen Knecht wartete, so nahm er zufällig seinen Hut ab, und erstaunte nicht wenig, als er um denselben eine Hutschnur entdeckte aus lauter Edelsteinen von unschätzbarem Wert. | ||
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| + | »Das lasse ich mir gefallen«, sagte der gute Schwede. | ||
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| + | Hätte er das nicht auf deutsch gesagt, so könnte man dem Kräuterklauber viel Geld bieten und er sagte es doch nicht wieder nach. | ||
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| + | Denn merke: Es ist immer gut, wenn man schweigt, sobald man von etwas nichts versteht. | ||
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