sagen:ruebezahl12
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| + | ====== Wie Rübezahl Badegäste färbt ====== | ||
| + | Einmal saßen im Warmbad eine Menge fröhlicher Badegäste zusammen im runden Probsteibad und waren untereinander Männlein und Weiblein, wie das damals Sitte war, – es sind über zweihundert Jahre her – und war eben darum die Lust größer und auch die Badekur gedeihlicher. Denn damals kannten die Leute noch nicht das Wörtlein Anstand in der Bedeutung, wie man es jetzt nimmt und sich dadurch unschuldige Lebensfreuden verkümmert, | ||
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| + | So zogen sie in Giersdorf hinauf und bei der Papiermühle links in den Wald, bei zwei Bauden vorbei, und dann weiter oben über ein Brücklein. Hier machten sie ein wenig Halt und stärkten sich aus ihren Kobern. Man hieß es hier bei Topfjokels Birke. Denn damals stand hier eine große Birke, auf welche kurz vorher ein 75-jähriger Mann gestiegen war, und am Wipfel einen Topf mit folgender Aufschrift aufgehängt hatte: Wer hier trinken und nicht lecken will, der steige hinauf und schöpfe mit diesem Topfe. Der Mann aber hatte Jakob oder Jokel geheißen und wegen des aufgehängten Topfes den Beinamen Topfjokel erhalten, und darum nannte man es hier bei Topfjokels Birke. | ||
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| + | Nachdem sie hier ausgeruht hatten, ritten sie weiter bis beim Gemsenjürg, | ||
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| + | Kaum war das Wort heraus, als aus dem Teufelsgrund ein Sturm und Wetter herausbrachen, | ||
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| + | »Ihr könnt froh sein«, sagte der alte Tanla, »dass euch der Herr des Gebirges nicht den Hals gebrochen hat, denn niemand kann ungestraft auf dem Gebirge den Namen [[wesen: | ||
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| + | Das taten sie denn auch und schliefen die Nacht über gar sanft auf Tanlas duftendem Heu, über welches Jeremias, des Alten Sohn, weiße Linnen gedeckt hatte, und vergaßen da all ihr Leid. | ||
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| + | Aber die Geschichte ist noch nicht aus, lieben Leute. | ||
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| + | Früh, als die Sonne aufging, wurden die Schläfer durch anmutige Töne aus dem Schlaf geweckt. Als sie mit den Köpfen zum Fenster hinausfuhren, | ||
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| + | Nicht lange darauf traten sie ihren Rückweg an und kamen glücklich im Warmbad an. | ||
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| + | Nun bestand damals im Warmbad ein besonderes Badevergnügen für die Männer. Man ließ nämlich das Bad ausschöpfen und setzte sich dann hinein, um, wie man es nannte, mit heraufzuquellen. Bei dieser Gelegenheit gaben die Frauen die Besuchung und schütteten Körbe voll Rosenblätter oder andere wohlriechende Sachen ins Wasser, was damals für eine besondre Ehre gehalten wurde. Der aber, welcher das Bad hatte ausschöpfen lassen, bewirtete darauf die Gesellschaft desselben Tages. Also machte auch einer von obiger Reisegesellschaft bekannt, dass er am anderen Tag werde das Bad ausschöpfen lassen. Den Morgen darauf saßen auch alle wieder ganz lustig im Bad zusammen und erzählten von ihren Abenteuern vom vorletzten Tag und wie sie Rübezahl geneckt hatten. | ||
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| + | »Ihr könnt von Glück sagen«, versetzte einer der Mitbadenden, | ||
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| + | »Nun, darüber denken wir jetzt hinweg zu sein«, erwiderte der eine und stieg aus dem Bad. | ||
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| + | Aber, o Himmel, wie erschrak die ganze Gesellschaft, | ||
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