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| + | ====== Der Schwanenritter ====== | ||
| + | Der Herzog Gottfried von [[region: | ||
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| + | Als nun bald darauf der Kaiser von Deutschland, | ||
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| + | Als alle auf dem Reichstage versammelt waren und eben die Klage der Herzogin gehört werden sollte, da begab es sich, daß der Kaiser einen Augenblick auf den Rhein schaute. | ||
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| + | Da sah er einen Schwan, der schwamm den Rhein hinauf. Er hatte eine silberne Kette um den Hals, die erglänzte gar hell und daran zog er ein Schifflein hinter sich her. In dem Schifflein aber war ein Ritter, der hatte sich niedergelegt zum Schlafen. Dabei hatte er seinen Kopf auf seinen rechten Arm gelegt, die Rechte selbst aber ruhte auf seinem Schilde. | ||
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| + | Der Schwan steuerte rheinauf wie ein erfahrener Seemann und brachte sein Schifflein glücklich an’s Ufer, worob der Kaiser und sein ganzer Hofstaat sich höchlichst verwunderten. | ||
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| + | Darüber hatte nun jedermann die Klage der beiden Frauen von Brabant vergessen, und alle liefen dem Rheine zu. Da erwachte der Ritter und stieg aus dem Schifflein. Zu dem Schwane sprach er: | ||
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| + | „Fliege deinen Weg wohl, du lieber Schwan! Wenn ich deiner wieder bedarf, so will ich dich rufen.“ | ||
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| + | Da gab sich der Schwan einen Schwung im Wasser, wie wohl Schwäne thun und fuhr mit seinem Schifflein davon, man wußte nicht, ob er schwamm oder flog, so schnell war er mit seinem Fahrzeuge aus den Augen der Zuschauer verschwunden. | ||
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| + | Der Kaiser aber empfing den Schwanenritter auf’s beste, ergriff seine Hand und führte ihn selbst auf die Burg. | ||
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| + | Als nun alle in den Kaisersaal eingetreten waren, so ließ der Kaiser die Hand des Schwanenritters los, und dieser verlor sich in der Menge der anwesenden Fürsten und Herren. Der Kaiser aber setzte sich auf den Thron und hörte jetzt die Klagen der Herzogin von Brabant und ihrer Tochter an. | ||
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| + | Darauf behauptete der Herzog von Sachsen, daß seine Schwägerin und seine Nichte Brabant nach altem Rechte nicht von seinem Bruder erben dürften. Es war aber zweifelhaft, | ||
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| + | Da waren die beiden Frauen sehr betroffen, denn sie standen seit dem Tode des Herzogs von Brabant vereinsamt da; auch hatte der Herzog von Sachsen so oft beim Turniere den Sieg davongetragen, | ||
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| + | Der Kaiser mußte den Vorschlag des Herzogs von Sachsen annehmen. Vergebens ließ die Herzogin von Brabant ihre fragenden Blicke über die Herren und Ritter im Saale dahinschweifen. Niemand erbot sich zum Schutze ihrer Rechte, und die Prinzessin weinte. | ||
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| + | Da erhob sich der Schwanenritter zum Schutze der beiden Frauen von Brabant. Er kämpfte mit dem Herzoge von Sachsen und überwand ihn. Der Tod des Herzogs erfolgte auf der Stelle, und nun sprach auch der Kaiser den beiden Damen, von denen die eine eine Wittwe und die andere eine Waise war, sogleich Brabant zu. Jetzt wünschte der Kaiser selbst, daß ein so starker Held, wie der Überwinder des Sachsenherzogs, | ||
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| + | Das versprach ihm die Prinzessin auch und hat es gehalten, bis sie zwei Kinder von ihm bekommen hatte und beide Ehegatten darüber in größter Glückseligkeit waren. Da fragte sie ihn gleichsam um seiner Nachkommen willen nach seinem Geschlechte und seiner Herkunft. Da sagte er ihr, daß sie nun ihr gemeinschaftliches Glück zerstört habe, und daß sie ihn nur wenige Augenblicke noch sehen werde. | ||
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| + | Da bereute die Herzogin das Wort, das sie gesprochen hatte, und alle fielen ihm zu Füßen und baten ihn zu bleiben. Er aber rüstete sich und rief nach seinem Schwane, der kam sogleich mit dem Schifflein geschwommen. | ||
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| + | Er segnete noch das ganze Volk, dann trat er in das Schiff und der Schwan fuhr mit ihm auf Nimmerwiedersehen davon. | ||
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| + | Von den Kindern des Schwanenritters stammen viele edle Geschlechter ab, die alle den Schwan im Wappen führen. Darunter sind auch die Herzöge [[familie: | ||
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