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 ====== Meister Gerhard von Rile, des Kölner Domes Baumeister ====== ====== Meister Gerhard von Rile, des Kölner Domes Baumeister ======
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 Mit einemmale hatte sich ein Fremder zu ihm gesellt. Ein feuerfarbener Mantel umgab ihn, und eine rote Hahnenfeder schwankte auf seinem schwarzen Barett. Er grüßte den Meister Gerhard, und auf dessen Befragen erklärte er ihm, daß er ein Baumeister aus welschem Lande sei, an dessen Kunstfertigkeit wohl die eines anderen nicht heranreichen werde.  Mit einemmale hatte sich ein Fremder zu ihm gesellt. Ein feuerfarbener Mantel umgab ihn, und eine rote Hahnenfeder schwankte auf seinem schwarzen Barett. Er grüßte den Meister Gerhard, und auf dessen Befragen erklärte er ihm, daß er ein Baumeister aus welschem Lande sei, an dessen Kunstfertigkeit wohl die eines anderen nicht heranreichen werde. 
  
-„Oho,“ meinte Meister Gerhard, „so rühmt sich mancher Pfuscher, deren es ja in allen Landen und in allen Künsten giebt.“ Des werde er ihn bald anders belehren, entgegnete der Fremde voll Zorns. Er wolle, wenn’s ihm genehm sei, darauf wetten, daß er ein [[typ:römerkanal|unterirdisch Bächlein]] von Trier nach Köln über Berg und Thal leiten werde, ehe der Meister Gerhard seinen Bau vollendet habe. „Um welchen Preis?“ fragte dieser voll guten Mutes. „Ich werde Deine Seele holen, wenn ich in Gestalt einer Ente auf dem Bächlein zu Dir geschwommen komme,“ sagte der Fremde, und hohnlachend verschwand er im Nu.+„Oho,“ meinte Meister Gerhard, „so rühmt sich mancher Pfuscher, deren es ja in allen Landen und in allen Künsten giebt.“ Des werde er ihn bald anders belehren, entgegnete der Fremde voll Zorns. Er wolle, wenn’s ihm genehm sei, darauf wetten, daß er ein [[haus:römerkanal|unterirdisch Bächlein]] von Trier nach Köln über Berg und Thal leiten werde, ehe der Meister Gerhard seinen Bau vollendet habe. „Um welchen Preis?“ fragte dieser voll guten Mutes. „Ich werde Deine Seele holen, wenn ich in Gestalt einer Ente auf dem Bächlein zu Dir geschwommen komme,“ sagte der Fremde, und hohnlachend verschwand er im Nu.
  
 Meister Gerhard war von dieser Stunde an immer traurig, wenn er auch emsiger als vorher noch auf die Förderung seines stolzen Baues sich bedacht zeigte. Seine Hausfrau forschte lange vergeblich dem Grunde seiner stillen Betrübnis nach, bis er endlich doch ihren Fragen nicht mehr widerstehen konnte. Als beide an einem stillen Abende nach des Tages Arbeit beisammen saßen, erzählte der Meister seiner Frau alles. Zugleich vertraute er ihr aber dabei an, daß er gar nicht bange zu sein brauche, weil unmöglich in dem Bächlein Wasser fließen könne, wenn nicht alle Viertelstunde ein Luftloch gelassen würde, und das würde dem Fremden wohl entgehen. Meister Gerhard war von dieser Stunde an immer traurig, wenn er auch emsiger als vorher noch auf die Förderung seines stolzen Baues sich bedacht zeigte. Seine Hausfrau forschte lange vergeblich dem Grunde seiner stillen Betrübnis nach, bis er endlich doch ihren Fragen nicht mehr widerstehen konnte. Als beide an einem stillen Abende nach des Tages Arbeit beisammen saßen, erzählte der Meister seiner Frau alles. Zugleich vertraute er ihr aber dabei an, daß er gar nicht bange zu sein brauche, weil unmöglich in dem Bächlein Wasser fließen könne, wenn nicht alle Viertelstunde ein Luftloch gelassen würde, und das würde dem Fremden wohl entgehen.
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