sagen:rss37
Unterschiede
Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.
| Nächste Überarbeitung | Vorhergehende Überarbeitung | ||
| sagen:rss37 [2023/07/05 10:50] – angelegt ewusch | sagen:rss37 [2025/01/30 17:54] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1 | ||
|---|---|---|---|
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
| + | [[sagen: | ||
| + | **[[buch: | ||
| + | [[sagen: | ||
| + | |||
| ====== Meister Gerhard von Rile, des Kölner Domes Baumeister ====== | ====== Meister Gerhard von Rile, des Kölner Domes Baumeister ====== | ||
| In einem alten Gedichte, „Lobgesang auf den [[vip: | In einem alten Gedichte, „Lobgesang auf den [[vip: | ||
| - | „[[geo:trier|Trier]] war eine alte Burg, sie zierte der [[volk: | + | „[[geo: |
| Mit dieser Sage steht folgende Sage vom Kölner Dombau in Verbindung. | Mit dieser Sage steht folgende Sage vom Kölner Dombau in Verbindung. | ||
| Zeile 11: | Zeile 15: | ||
| Mit einemmale hatte sich ein Fremder zu ihm gesellt. Ein feuerfarbener Mantel umgab ihn, und eine rote Hahnenfeder schwankte auf seinem schwarzen Barett. Er grüßte den Meister Gerhard, und auf dessen Befragen erklärte er ihm, daß er ein Baumeister aus welschem Lande sei, an dessen Kunstfertigkeit wohl die eines anderen nicht heranreichen werde. | Mit einemmale hatte sich ein Fremder zu ihm gesellt. Ein feuerfarbener Mantel umgab ihn, und eine rote Hahnenfeder schwankte auf seinem schwarzen Barett. Er grüßte den Meister Gerhard, und auf dessen Befragen erklärte er ihm, daß er ein Baumeister aus welschem Lande sei, an dessen Kunstfertigkeit wohl die eines anderen nicht heranreichen werde. | ||
| - | „Oho,“ meinte Meister Gerhard, „so rühmt sich mancher Pfuscher, deren es ja in allen Landen und in allen Künsten giebt.“ Des werde er ihn bald anders belehren, entgegnete der Fremde voll Zorns. Er wolle, wenn’s ihm genehm sei, darauf wetten, daß er ein [[typ: | + | „Oho,“ meinte Meister Gerhard, „so rühmt sich mancher Pfuscher, deren es ja in allen Landen und in allen Künsten giebt.“ Des werde er ihn bald anders belehren, entgegnete der Fremde voll Zorns. Er wolle, wenn’s ihm genehm sei, darauf wetten, daß er ein [[haus: |
| Meister Gerhard war von dieser Stunde an immer traurig, wenn er auch emsiger als vorher noch auf die Förderung seines stolzen Baues sich bedacht zeigte. Seine Hausfrau forschte lange vergeblich dem Grunde seiner stillen Betrübnis nach, bis er endlich doch ihren Fragen nicht mehr widerstehen konnte. Als beide an einem stillen Abende nach des Tages Arbeit beisammen saßen, erzählte der Meister seiner Frau alles. Zugleich vertraute er ihr aber dabei an, daß er gar nicht bange zu sein brauche, weil unmöglich in dem Bächlein Wasser fließen könne, wenn nicht alle Viertelstunde ein Luftloch gelassen würde, und das würde dem Fremden wohl entgehen. | Meister Gerhard war von dieser Stunde an immer traurig, wenn er auch emsiger als vorher noch auf die Förderung seines stolzen Baues sich bedacht zeigte. Seine Hausfrau forschte lange vergeblich dem Grunde seiner stillen Betrübnis nach, bis er endlich doch ihren Fragen nicht mehr widerstehen konnte. Als beide an einem stillen Abende nach des Tages Arbeit beisammen saßen, erzählte der Meister seiner Frau alles. Zugleich vertraute er ihr aber dabei an, daß er gar nicht bange zu sein brauche, weil unmöglich in dem Bächlein Wasser fließen könne, wenn nicht alle Viertelstunde ein Luftloch gelassen würde, und das würde dem Fremden wohl entgehen. | ||
| Zeile 19: | Zeile 23: | ||
| Nach diesem Berichte war mit einemmale der Magister von der Seite der Frau verschwunden, | Nach diesem Berichte war mit einemmale der Magister von der Seite der Frau verschwunden, | ||
| - | Da stand wieder eines Tages Meister Gerhard auf dem hohen Krahne seines Dombaues. Rastlos trieb er seine Werkleute zur Arbeit an. Plötzlich hörte er das laute Geschnatter einer [[typ:ente|Ente]]! Ohne sich zu besinnen, warf er sein Werkzeug zur Erde und stürzte sich von der Höhe des Baues herab in die Tiefe. Doch im Augenblicke fuhr der [[typ:teufel|Teufel]] in eines zottigen | + | Da stand wieder eines Tages Meister Gerhard auf dem hohen Krahne seines Dombaues. Rastlos trieb er seine Werkleute zur Arbeit an. Plötzlich hörte er das laute Geschnatter einer Ente! Ohne sich zu besinnen, warf er sein Werkzeug zur Erde und stürzte sich von der Höhe des Baues herab in die Tiefe. Doch im Augenblicke fuhr der [[wesen:Teufel]] in eines zottigen Pudelhundes Gestalt ihm nach, erwischte ihn und führte seine arme Seele der Hölle zu. An dem hohen Krahne des Domes soll noch heute diese Begebenheit in Stein ausgehauen zu sehen sein. |
| Kein Meister fand sich, der geschickt genug war, den Bau weiter zu führen. Meister Gerhards arme ruhelose Seele schwebt dort herum. Viele Werkleute sind seitdem schon dort herab gestürzt, denn Meister Gerhard treibt dort seinen Spuk und will es nicht leiden, daß ein Unberufener sich an sein angefangenes Werk wagt. Allnächtlich macht sein Geist die Runde um den Bau, der nun und nimmermehr vollendet werden wird. | Kein Meister fand sich, der geschickt genug war, den Bau weiter zu führen. Meister Gerhards arme ruhelose Seele schwebt dort herum. Viele Werkleute sind seitdem schon dort herab gestürzt, denn Meister Gerhard treibt dort seinen Spuk und will es nicht leiden, daß ein Unberufener sich an sein angefangenes Werk wagt. Allnächtlich macht sein Geist die Runde um den Bau, der nun und nimmermehr vollendet werden wird. | ||
| Zeile 25: | Zeile 29: | ||
| So die Sage. [[vip: | So die Sage. [[vip: | ||
| - | //Quelle: [[autor: | + | //Quellen:// |
| + | * //[[autor: | ||
| - | {{tag> | + | ---- |
| + | {{tag> | ||
sagen/rss37.1688547054.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
