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 ====== Apollinaris ====== ====== Apollinaris ======
  
 Auf dem erzbischöflichen Stuhle zu [[geo:koeln|Köln]] saß einst [[vip:rainaldvondassel|Graf Reinald von Dassel]]. Um sich den Segen des heiligen Vaters zu holen, reiste er nach [[geo:rom|Rom]]. Daselbst aber geriet der Graf in Entzücken über die vielen Reliquien, die dort aufgehäuft waren. Er bat den heiligen Vater, daß er ihm einige derselben mit nach Köln gäbe, und dieser beschenkte ihn mit den Überresten der heiligen drei Könige und den Reliquien des heiligen [[vip:apollinaris|Apollinaris]], des heiligen Felix und des heiligen Nabor. Auf dem erzbischöflichen Stuhle zu [[geo:koeln|Köln]] saß einst [[vip:rainaldvondassel|Graf Reinald von Dassel]]. Um sich den Segen des heiligen Vaters zu holen, reiste er nach [[geo:rom|Rom]]. Daselbst aber geriet der Graf in Entzücken über die vielen Reliquien, die dort aufgehäuft waren. Er bat den heiligen Vater, daß er ihm einige derselben mit nach Köln gäbe, und dieser beschenkte ihn mit den Überresten der heiligen drei Könige und den Reliquien des heiligen [[vip:apollinaris|Apollinaris]], des heiligen Felix und des heiligen Nabor.
  
-Mit dem teueren Geschenke stieg nun der Erzbischof von [[geo:koeln|Köln]] über die Alpen. Schon in der [[land:Schweiz]] setzte er sich auf ein rheinisches Fahrzeug. Die Rheinreise war anfänglich mit mancherlei Mühseligkeiten verknüpft. Aber als er nach [[geo:koblenz|Koblenz]] gelangte, war jede Gefahr vorüber.+Mit dem teueren Geschenke stieg nun der Erzbischof von Köln über die Alpen. Schon in der [[land:Schweiz]] setzte er sich auf ein rheinisches Fahrzeug. Die Rheinreise war anfänglich mit mancherlei Mühseligkeiten verknüpft. Aber als er nach [[geo:koblenz|Koblenz]] gelangte, war jede Gefahr vorüber.
  
 Dort empfing ihn der Bischof von [[geo:Trier]]. Er veranstaltete große Processionen zu den Reliquien, welche der Erzbischof von Köln bei sich führte. Am anderen Tage sollte abermals eine kirchliche Feier wegen der Reliquien stattfinden. Allein den Erzbischof ergriff die Sehnsucht nach dem heiligen Köln, welchem er durch die Reliquien, die er dahin führte, erst die eigentliche Weihe zu geben gedachte. Dort empfing ihn der Bischof von [[geo:Trier]]. Er veranstaltete große Processionen zu den Reliquien, welche der Erzbischof von Köln bei sich führte. Am anderen Tage sollte abermals eine kirchliche Feier wegen der Reliquien stattfinden. Allein den Erzbischof ergriff die Sehnsucht nach dem heiligen Köln, welchem er durch die Reliquien, die er dahin führte, erst die eigentliche Weihe zu geben gedachte.
  
-Er bestellte Schiffe, welche ihn in der Nacht stromabwärts nach [[geo:Köln]] führen sollten.+Er bestellte Schiffe, welche ihn in der Nacht stromabwärts nach Köln führen sollten.
  
-Ehe die Schiffer die nächtliche Fahrt antraten, wurden sie in [[geo:Koblenz]] aufs beste bewirtet.+Ehe die Schiffer die nächtliche Fahrt antraten, wurden sie in Koblenz aufs beste bewirtet.
  
 Herrlich ging der Mond auf über dem [[region:rhein|Rhein]], und mit dem ganzen Sternenhimmel spiegelte er sich in den goldenen Wellen des Stromes. Kein Hindernis stellte sich der Fahrt in den Weg, und wie ein Pfeil schoß das Schiff in der Flut dahin. Herrlich ging der Mond auf über dem [[region:rhein|Rhein]], und mit dem ganzen Sternenhimmel spiegelte er sich in den goldenen Wellen des Stromes. Kein Hindernis stellte sich der Fahrt in den Weg, und wie ein Pfeil schoß das Schiff in der Flut dahin.
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 Das Schiff legte ohne weitere Lenkung am Ufer an. Der Erzbischof stieg mit den ihn begleitenden Priestern ans Land, und in feierlicher Prozession wurden des Heiligen Gebeine den Berg hinan getragen. Die Bewohner von Remagen, durch das Geläut der Glocken aufmerksam gemacht, begleiteten sie. Auf der Mitte des Weges kam ihnen der Propst der St. Martinskirche mit seinen Kaplänen entgegen. Auch sie waren bereits auf ein wunderbares Ereignis vorbereitet worden. Das Nähere erfuhren sie erst durch den Erzbischof. Das Schiff legte ohne weitere Lenkung am Ufer an. Der Erzbischof stieg mit den ihn begleitenden Priestern ans Land, und in feierlicher Prozession wurden des Heiligen Gebeine den Berg hinan getragen. Die Bewohner von Remagen, durch das Geläut der Glocken aufmerksam gemacht, begleiteten sie. Auf der Mitte des Weges kam ihnen der Propst der St. Martinskirche mit seinen Kaplänen entgegen. Auch sie waren bereits auf ein wunderbares Ereignis vorbereitet worden. Das Nähere erfuhren sie erst durch den Erzbischof.
  
-Kaum hatte man den Schrein auf dem Altare der St. Martinskirche niedergesetzt, so begannen die Glocken abermals zu läuten. Man hörte zu gleicher Zeit, wie die Glocken von [[geo:Remagen]] in dies Geläute einstimmten.+Kaum hatte man den Schrein auf dem Altare der St. Martinskirche niedergesetzt, so begannen die Glocken abermals zu läuten. Man hörte zu gleicher Zeit, wie die Glocken von Remagen in dies Geläute einstimmten.
  
 Dies galt dem Erzbischof für ein sicheres Zeichen, daß er des Herrn Willen erfüllt habe, indem er einen Teil der Reliquien für die Kirche des heiligen Martin bestimmte. Dies galt dem Erzbischof für ein sicheres Zeichen, daß er des Herrn Willen erfüllt habe, indem er einen Teil der Reliquien für die Kirche des heiligen Martin bestimmte.
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 Er eilte mit seinen Priestern den Berg hinab. Kaum hatten sie das Schiff wieder betreten, so stieß dieses von selbst wieder vom Lande und begab sich in die Mitte des Stromes. Weder die Ruderknechte noch der Steuermann hatten nötig, sich noch anzustrengen; schneller als je fuhr das Schifflein dahin. Es schien, daß es die Zeit wieder einbringen wolle, welche in Remagen versäumt war, damit das heilige Köln sobald als möglich in den Besitz der Reliquien kommen möchte. Er eilte mit seinen Priestern den Berg hinab. Kaum hatten sie das Schiff wieder betreten, so stieß dieses von selbst wieder vom Lande und begab sich in die Mitte des Stromes. Weder die Ruderknechte noch der Steuermann hatten nötig, sich noch anzustrengen; schneller als je fuhr das Schifflein dahin. Es schien, daß es die Zeit wieder einbringen wolle, welche in Remagen versäumt war, damit das heilige Köln sobald als möglich in den Besitz der Reliquien kommen möchte.
  
-Die Kirche bei [[geo:Remagen]] war 1826 dem Einsturz nahe. Da ließ Graf Egon von Fürstenberg-Stammheim unter der Leitung des Kölner Dombaumeisters Zwirner und mit Beihülfe der besten Düsseldorfer Maler die neue Appollinariskirche in gotischem Stile ausführen: ein allgemein bewundertes Kunstwerk inmitten einer herrlichen Landschaft. +Die Kirche bei Remagen war 1826 dem Einsturz nahe. Da ließ Graf Egon von Fürstenberg-Stammheim unter der Leitung des Kölner Dombaumeisters Zwirner und mit Beihülfe der besten Düsseldorfer Maler die neue Appollinariskirche in gotischem Stile ausführen: ein allgemein bewundertes Kunstwerk inmitten einer herrlichen Landschaft.  
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 +  * //[[autor:proehle|Heinrich Pröhle]], [[buch:rheinlandsschoenstesagen|Rheinlands schönste Sagen und Geschichten]], S. 176–178, 1886//
  
-//Quelle: [[autor:proehle|Heinrich Pröhle]], [[buch:rheinlandsschoenstesagen|Rheinlands schönste Sagen und Geschichten]], S. 176–178, 1886// 
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