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| ====== Sagen von Andernach und der Umgegend ====== | ====== Sagen von Andernach und der Umgegend ====== | ||
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| Man kann sich nicht wundern, daß Andernach in seiner Pfarrkirche ein in romanischem Stile aufgeführtes Bauwerk von hohem Alter besitzt. Wenigstens der nördliche Chorturm soll ungefähr aus dem Jahre 900 herrühren. Sehenswert ist auch das alte Rheinthor, wo zwei Bäckerjungen verewigt sind, die einst die Stadt vor einem nächtlichen Ueberfalle gerettet haben. | Man kann sich nicht wundern, daß Andernach in seiner Pfarrkirche ein in romanischem Stile aufgeführtes Bauwerk von hohem Alter besitzt. Wenigstens der nördliche Chorturm soll ungefähr aus dem Jahre 900 herrühren. Sehenswert ist auch das alte Rheinthor, wo zwei Bäckerjungen verewigt sind, die einst die Stadt vor einem nächtlichen Ueberfalle gerettet haben. | ||
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| Andernach ist durch die vielen Gewässer in seiner Nähe ein besonders fischreicher Ort. Den schönsten Aal, welcher im Laufe des Jahres gefangen wurde, bewahrten die Andernacher in einem durchlöcherten Fischkasten im Wasser auf. Wenn nun die engen Röhren der Trinkwasserleitung gereinigt werden mußten, so steckten die Ratsherren den Aal mit der Schnauze in die Röhrenöffnung, | Andernach ist durch die vielen Gewässer in seiner Nähe ein besonders fischreicher Ort. Den schönsten Aal, welcher im Laufe des Jahres gefangen wurde, bewahrten die Andernacher in einem durchlöcherten Fischkasten im Wasser auf. Wenn nun die engen Röhren der Trinkwasserleitung gereinigt werden mußten, so steckten die Ratsherren den Aal mit der Schnauze in die Röhrenöffnung, | ||
| - | Auch von Kruft, dem ältesten Dorfe dieser Gegend, ist manches Lustige zu erzählen. Die alten Krufter waren Leibeigene der Abtei Laach und hatten als solche besondere Rechte und Pflichten. Bei einem Aufgebote mußten sie das Kloster mit Wehr und Waffen schützen. Doch berichtet die Chronik bloß, daß sie einmal bei einem Überfalle davon gelaufen sind. Im Volksmunde werden die Krufter Sarazenen genannt. Bei manchen von ihnen will man orientalische Gesichtszüge bemerken. Man leitet die Sage daher, daß ein Graf Siegfried aus einem Kreuzzuge gefangene Sarazenen mitgebracht und hier seßhaft gemacht habe. Zur Erinnerung an die Kreuzzüge wallfahrteten die Bürger von Mayen alljährlich in Harnischen nach Frauenkirchen und stellten die Kreuzfahrer vor. Vor Frauenkirchen harrten ihrer die Krufter als Sarazenen gekleidet. Es entspann sich ein Scheingefecht, | + | Auch von Kruft, dem ältesten Dorfe dieser Gegend, ist manches Lustige zu erzählen. Die alten Krufter waren Leibeigene der [[kirche: |
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