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| + | ====== Sagen und Geschichten von Bacharach ====== | ||
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| + | Bacharach gehört zu den ältesten Städten am Rhein. Es war auch das ganze Mittelalter hindurch einer der berühmtesten Orte. Die Stadt scheint fast der bedeutendste Ort in dem alten Trach- oder Trachirgau, der sich lang und schmal am Rheine hinzog, gewesen zu sein. Die Dörfer Staag, geschützt durch die Burg Stalberg, Mauerbach sowie Ober- und((im Original: und und)) das zu ihm gehörige Rheindiebach bildeten mit Bacharach den kleinen Staat der „vier Thäler“, wobei denn auch Bacharach als „Thal“ mit eingerechnet wurde. Dieser Bereich war ein kleiner Staat für sich mit einer eigentümlich freien Verfassung, einer merkwürdigen Selbstregierung und einer mehr oder weniger vollständigen Abgeschlossenheit in sich. Die gesetzliche Regierung bildete der Vier-Thälerrat. Nach der Ordnung der Kurfürsten von der Pfalz von 1356 bestand er aus 24 Männern. Davon lieferte jedes Thal oder wie man es nannte jeder Thal drei und drei die Stadt Bacharach. Einer aus den Dreien, welche die Stadt Bacharach stellte, saß dem Vier-Thälerrate als Bürgermeister vor. Neben dem Rate bestand das Gericht aus 14 Schöffen, welchem der kurkölnische Saalschultheiß und der kurpfälzische Stadtschreiber beiwohnten. Der letztere sollte die Hoheitsrechte des Pfalzgrafen wahren und saß auf einem ihm besonders gesetzten Stuhle. Alle diese gerechnet, wird freilich die Zahl 24 überstiegen. Die eigentlichen Erwählten versahen ihr Amt bis ans Grab. Es galt in dieser Beziehung die Ansicht: Es sind brave Männer und sie wissen einmal die Gänge. | ||
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| + | Die Gänge, welche der Vierthälerrat zu machen hatte, bestanden nämlich darin, daß er auch die „Gabelung“ auf dem Weinmarkt vorzunehmen hatte. So begaben sich denn je vier Glieder des Vierthälerrates, | ||
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| + | Zu den Weinmärkten in Bacharach kamen die Käufer bis von der Weichsel her. Die Bremenser „Weinherren“ hielten hier in jedem Jahre eine gute Auslese für ihren Ratskeller. Windtmann hat daher in seiner musikalischen Kurzweil von 1623 die Reime: | ||
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| + | „Zu Klingenberg am Main,\\ | ||
| + | Zu Würzburg an dem Stein,\\ | ||
| + | Zu Bacharach am Rhein\\ | ||
| + | Hab’ ich in meinen Tagen\\ | ||
| + | Gar oftmals hören sagen,\\ | ||
| + | Soll’n sein die besten Wein’.“\\ | ||
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| + | An das Rathaus, in dessen Bürgersaale bei schlechtem Wetter der Weinmarkt abgehalten wurde, knüpft sich die folgende Sage. In dem Hause, welches links an das Rathaus stößt, wohnte ein Mann Namens Minola. Er war unverheiratet und hatte eine mürrische alte Haushälterin. Diese konnte einst in der Nacht nicht schlafen. Da es gerade Neumond war, so meinte sie, es sei schon Tag, sie könne aufstehen und für sich und ihren Herrn ein Zwiebelsüpplein kochen. Es war aber zur Winterszeit und recht kalt. Sie wickelte sich fest in ihre Kleidungsstücke und wollte Feuer anschlagen. Allein die Finger waren ihr zu steif und sie bekam durchaus kein Feuer. Da öffnete sie den Fensterladen und wollte am Markt umherschauen, | ||
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