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| + | ====== Ritter Gilgen von Lorch ====== | ||
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| + | Nördlich vom Niederwald und von Asmannshausen mündet auf dem rechten Rheinufer die Wisper. An ihrer Mündung liegt Lorch und noch etwas nördlich davon Lorchhausen. Ehe die Wisper nach Lorch gelangt, bildet sie einen Winkel nach Süden zu. Der östliche Schenkel desselben erreicht den nördlichsten Punkt, zu dem die Wisper überhaupt gelangt. Hier lag die Burg Rheinberg, die aber doch nur wenig oder gar nicht über die Lage von Lorch nach Norden zu hinausreicht, | ||
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| + | Durch die Reden des heiligen Bernhard von Clairvaux, dem mancher andere beredte Mund nacheiferte, | ||
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| + | Auch auf seinem väterlichen Schlosse Lorch hatte der Ritter nur seine kraftlosen alten Eltern zurückgelassen. Es war daher niemand mehr im Wisperthale, | ||
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| + | Als nun der Junker Gilgen das Wisperthal verlassen hatte, legte sich der Ritter von Rheinberg auch bei Tage an den Weg, um die Kaufleute zu berauben. Er trat offen als Schnapphahn auf. Seine Burg aber war zu einem Raubnest wie geschaffen, denn sie lag auf einem steilen Berge, welchen niemand zu erklimmen vermochte, um ihm die Beute wieder abzujagen. | ||
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| + | Dem Junker Gilgen war es zwar nicht bekannt, daß seine Braut auch von diesem Raubritter geliebt wurde. Er lag nun mit dem Kreuzheere an der Küste im Lager und wartete mit ihm auf die Abfahrt aus dem nahen Hafen. Da erwachte in ihm eine so lebhafte Sehnsucht nach der verlassenen Braut, daß er dies Verlangen selbst für sündlich hielt. Dennoch widerstand er der Sehnsucht nicht. Er sattelte sein Roß, entfernte sich heimlich bei Nacht aus dem Lager der Kreuzfahrer und kehrte so schnell, als es in jenen Zeiten möglich war, zurück. | ||
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| + | In der Heimat war zum Unglück auch noch der Vater des Junkers von Lorch gestorben, an welchem der Vater seiner Braut sonst wohl noch einen Bundesgenossen gegen die ihm und seiner Familie angethane Gewalt gefunden haben würde. Sogleich hatte der Raubritter die Braut nach dem festen Rheinberg entführt. Mit Entsetzen hörte der Junker bei der Heimkehr, was geschehen war. Er ritt längere Zeit am Rheine auf und ab, ehe er auf einigen der Ritterburgen noch ein paar Jugendfreunde fand, welche während des Kreuzzuges zu Haus geblieben waren und mit ihm das gefährliche Wagstück unternehmen wollten, Rheinberg, die Raubveste, zu erklimmen und zu erobern. Höhnisch rief ihm der Raubritter bei der Ankunft unten am Berge zu, er werde seine Braut nicht wieder erhalten, wenn er nicht im Galopp mit seinem Fähnlein den Berg heraufsprengen könne. Der Berg aber war so beschaffen, daß sich damals nicht einmal ein Weg an ihm zeigte. Dennoch wollten die Ritter den Berg hinanjagen. Aber alle glitten von ihm ab. Ritter Gilgen kam dabei noch dazu sehr übel unter sein Pferd zu liegen. Alle kehrten nach ihren Burgen zurück. | ||
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| + | Der Ritter Gilgen erkannte zwar, daß Gott ihn strafen wolle, weil er sich von den Kreuzfahrern weggeschlichen habe. Aber sollte er seine Braut in ihrer Höllenangst verlassen, die sie gewiß dort oben bei dem Raubritter ausstand? Lieber wollte er sich selbst dem Teufel verschreiben, | ||
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