sagen:riesensagen08
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| - | Von nun ging es dem Böttcher wohl, bis auf die Sorge um seine Tochter; hatte er doch Holz und Reifen, soviel er brauchte. Endlich fiel es der Frau auf, dass ihr Mann jetzt ohne Furcht in den Wald ging und schliesslich musste er derselben sein Geheimniss mittheilen. Fortan hüteten die Eltern ihre Tochter sorgfältig. Einmal mussten sie aber zum [[typ: | + | Von nun ging es dem Böttcher wohl, bis auf die Sorge um seine Tochter; hatte er doch Holz und Reifen, soviel er brauchte. Endlich fiel es der Frau auf, dass ihr Mann jetzt ohne Furcht in den Wald ging und schliesslich musste er derselben sein Geheimniss mittheilen. Fortan hüteten die Eltern ihre Tochter sorgfältig. Einmal mussten sie aber zum Markte gehen. Sie hatten ihrer Tochter anempfohlen, |
| Die Eltern erfuhren, als sie nach Hause kamen, was sich zugetragen hatte. Da sie nichts an dem Geschehenen ändern konnten, so ergaben sie sich in ihr Schicksal. Von ihrer Tochter hörten sie fortan nichts mehr. | Die Eltern erfuhren, als sie nach Hause kamen, was sich zugetragen hatte. Da sie nichts an dem Geschehenen ändern konnten, so ergaben sie sich in ihr Schicksal. Von ihrer Tochter hörten sie fortan nichts mehr. | ||
| - | Als sie gestorben waren, übernahm ihr ältester Sohn die Wirthschaft und heirathete. Aber er sowohl wie seine junge Frau waren nicht gut gegen die jüngeren Geschwister. Am meisten hatte der jüngste Bruder des Mannes zu leiden. Weil dieser unter den Geschwistern am meisten gelernt hatte, so empfand er die böse Behandlung am bittersten; deshalb beschloss er, in die Fremde zu gehen. Er wanderte nach der Königsstadt des Landes. Dort gefiel es ihm gar wohl, nirgends aber weilte er lieber als im Lustgarten, welcher bei dem Schlosse des Königs war, ja er fasste eine solche Liebe zu den Blumen, welche dort blühten, dass er [[typ:Gärtner]] zu werden beschloss. Deshalb liess er sich dem König melden und trug diesem seinen Wunsch vor. Da er ein schöner, geweckter Jüngling war, so übergab ihn der König seinem Hofgärtner. Hier war er eifrig in der Arbeit, pflegte seine Blumen und lernte auch sonst soviel er konnte. Später bekam er noch einen Gehülfen, so dass er ganz zufrieden lebte. | + | Als sie gestorben waren, übernahm ihr ältester Sohn die Wirthschaft und heirathete. Aber er sowohl wie seine junge Frau waren nicht gut gegen die jüngeren Geschwister. Am meisten hatte der jüngste Bruder des Mannes zu leiden. Weil dieser unter den Geschwistern am meisten gelernt hatte, so empfand er die böse Behandlung am bittersten; deshalb beschloss er, in die Fremde zu gehen. Er wanderte nach der Königsstadt des Landes. Dort gefiel es ihm gar wohl, nirgends aber weilte er lieber als im Lustgarten, welcher bei dem Schlosse des Königs war, ja er fasste eine solche Liebe zu den Blumen, welche dort blühten, dass er Gärtner zu werden beschloss. Deshalb liess er sich dem König melden und trug diesem seinen Wunsch vor. Da er ein schöner, geweckter Jüngling war, so übergab ihn der König seinem Hofgärtner. Hier war er eifrig in der Arbeit, pflegte seine Blumen und lernte auch sonst soviel er konnte. Später bekam er noch einen Gehülfen, so dass er ganz zufrieden lebte. |
| - | Einst war er mit demselben in der Nähe des Schlosses beschäftigt. Da geschah es, dass die Tochter des Königs und ihr Kammermädchen aus dem Fenster blickten. Beide waren von grosser Schönheit. Da sprach der Gehülfe zu dem Sohne des Böttchers: „Sieh, wie schön die Kammerjungfer ist; ich möchte sie wohl zur Gemahlin haben.“ „Willst Du die haben,“ antwortete der Angeredete, „mir ist es recht; mir aber gefällt die Königstochter viel besser: ich möchte die haben und König werden.“ Das hatte zufällig der König gehört. Er ward sehr böse darüber, liess beide vor sich kommen und forderte sie auf, zu wiederholen, | + | Einst war er mit demselben in der Nähe des Schlosses beschäftigt. Da geschah es, dass die Tochter des Königs und ihr Kammermädchen aus dem Fenster blickten. Beide waren von grosser Schönheit. Da sprach der Gehülfe zu dem Sohne des Böttchers: „Sieh, wie schön die Kammerjungfer ist; ich möchte sie wohl zur Gemahlin haben.“ „Willst Du die haben,“ antwortete der Angeredete, „mir ist es recht; mir aber gefällt die Königstochter viel besser: ich möchte die haben und König werden.“ Das hatte zufällig der König gehört. Er ward sehr böse darüber, liess beide vor sich kommen und forderte sie auf, zu wiederholen, |
| - | Betrübt ging der also Angeredete in seine Wohnung zurück. Essen und Trinken schmeckten ihm nicht mehr und angstvoll dachte er an seinen | + | Betrübt ging der also Angeredete in seine Wohnung zurück. Essen und Trinken schmeckten ihm nicht mehr und angstvoll dachte er an seinen Tod; es schien ihm unmöglich, dass er soviel Gold werde beschaffen können. Wie er so da sass und die Hände rang, fiel ihm ein, dass er noch von seiner Kindheit her ein Schmuckstück besässe, an das er nicht mehr gedacht, ausser dass er es stets beim Ankleiden eingesteckt hatte. Die Dose nahm er nun in die Hände und dachte: „Ach, wärest Du doch nur voll Gold; freilich nützen könnte es nicht viel, aber es wäre doch immer etwas.“ Dabei traf es sich, dass er die Dose öffnete. Sogleich hörte er eine Stimme, welche sprach: „Herr, rede, was befiehlst Du?“ Das kam ihm zwar sonderbar vor, allein er achtete nicht weiter darauf, sondern schloss die Dose wieder. Zufällig öffnete er sie gleich darauf zum zweiten Male und wieder hörte er dieselben Worte. Allein auch jetzt schloss er die Dose wieder, ohne Werth auf das Gehörte zu legen. Als er aber zum dritten Male die Dose geöffnet und dieselbe Stimme gehört hatte, sagte er: „Nun gut, wenn ich befehlen kann was ich will, so wünsche ich, dass morgen in aller Frühe zwei Esel mit Gold beladen vor dem Palast des Königs halten.“ Darauf antwortete dieselbe Stimme: „Es soll geschehen, Herr, wie Du befiehlst.“ Darauf legte er sich ruhig schlafen. |
| - | Später als gewöhnlich erwachte er. Es kam ihm Alles, was er am Tage zuvor erlebt hatte, wie ein Traum vor, doch ging er um neun Uhr zu dem Palast, und siehe da, richtig standen dort zwei mit Gold beladene Esel. Darauf ging er zum König und bat ihn, er möge die beladenen Esel holen lassen. Als dies geschehen war, forderte er die Tochter des Königs zur Gemahlin. Der König aber war nicht geneigt, seine Tochter dem Sohne eines Böttchers zu geben, zumal diese schon einen Grafen liebte; er versprach sie ihm aber dennoch unter der Bedingung, dass am folgenden Tage wiederum zwei mit Gold beladene Esel vor dem Palaste ständen. Trotzdem der junge [[typ:Gärtner]] darüber unwillig wurde, so fügte er sich doch. Er öffnete in seiner Wohnung die Dose und befahl der Stimme, welche wieder nach seinem Befehl fragte, auf’s Neue zwei mit Gold beladene Esel zu schaffen. Darauf schlief er wieder bis in den hellen Tag hinein. Als er um neun Uhr zum Palast ging, fand er dort die mit Gold beladenen Esel wieder, liess den Schatz zum König bringen und begehrte auf’s Neue dessen Tochter zur Gemahlin. Der König war aber noch immer nicht geneigt, ihm seine Tochter zu geben; er forderte auf’s Neue zwei mit Gold beladene Esel auf den folgenden Morgen. Der junge Gärtner musste sich fügen. Diesmal aber forderte er von der Stimme, welche nach seinem Befehl fragte, ausser den mit Gold beladenen Eseln zwei bewaffnete Riesen. Am folgenden Morgen fand er das Gewünschte um neun Uhr an dem bestimmten Platze. Als nun der König auf neue Ausflüchte sann, liess er die Riesen mit ihren gewaltigen Eisenstangen in den Saal kommen und befahl ihnen, den König zu erschlagen, wenn er sein Wort nicht halten werde. Als der König sah, dass es um sein Leben geschehen sei, wenn er sein Wort nicht halte, ward er willig. Nun wurde die [[typ:Hochzeit]] mit grosser Pracht gefeiert, und der junge Gärtner wohnte fortan mit seiner Gemahlin in einem prächtigen Palast. Endlich wurde er, als der alte König gestorben war, dessen Nachfolger. | + | Später als gewöhnlich erwachte er. Es kam ihm Alles, was er am Tage zuvor erlebt hatte, wie ein Traum vor, doch ging er um neun Uhr zu dem Palast, und siehe da, richtig standen dort zwei mit Gold beladene Esel. Darauf ging er zum König und bat ihn, er möge die beladenen Esel holen lassen. Als dies geschehen war, forderte er die Tochter des Königs zur Gemahlin. Der König aber war nicht geneigt, seine Tochter dem Sohne eines Böttchers zu geben, zumal diese schon einen Grafen liebte; er versprach sie ihm aber dennoch unter der Bedingung, dass am folgenden Tage wiederum zwei mit Gold beladene Esel vor dem Palaste ständen. Trotzdem der junge Gärtner darüber unwillig wurde, so fügte er sich doch. Er öffnete in seiner Wohnung die Dose und befahl der Stimme, welche wieder nach seinem Befehl fragte, auf’s Neue zwei mit Gold beladene Esel zu schaffen. Darauf schlief er wieder bis in den hellen Tag hinein. Als er um neun Uhr zum Palast ging, fand er dort die mit Gold beladenen Esel wieder, liess den Schatz zum König bringen und begehrte auf’s Neue dessen Tochter zur Gemahlin. Der König war aber noch immer nicht geneigt, ihm seine Tochter zu geben; er forderte auf’s Neue zwei mit Gold beladene Esel auf den folgenden Morgen. Der junge Gärtner musste sich fügen. Diesmal aber forderte er von der Stimme, welche nach seinem Befehl fragte, ausser den mit Gold beladenen Eseln zwei bewaffnete Riesen. Am folgenden Morgen fand er das Gewünschte um neun Uhr an dem bestimmten Platze. Als nun der König auf neue Ausflüchte sann, liess er die Riesen mit ihren gewaltigen Eisenstangen in den Saal kommen und befahl ihnen, den König zu erschlagen, wenn er sein Wort nicht halten werde. Als der König sah, dass es um sein Leben geschehen sei, wenn er sein Wort nicht halte, ward er willig. Nun wurde die Hochzeit mit grosser Pracht gefeiert, und der junge Gärtner wohnte fortan mit seiner Gemahlin in einem prächtigen Palast. Endlich wurde er, als der alte König gestorben war, dessen Nachfolger. |
| - | Aber von langer Dauer war sein Glück nicht. Seine Gemahlin nämlich hatte früher einen Grafen geliebt. Immer, wenn nun ihr Gemahl auf der [[typ:Jagd]] war, liess sie den Grafen zu sich kommen. Einst bemerkte der Graf, als er das Zimmer des Königs durchschritt, | + | Aber von langer Dauer war sein Glück nicht. Seine Gemahlin nämlich hatte früher einen Grafen geliebt. Immer, wenn nun ihr Gemahl auf der Jagd war, liess sie den Grafen zu sich kommen. Einst bemerkte der Graf, als er das Zimmer des Königs durchschritt, |
| - | Als der König von der [[typ:Jagd]] heimkehrte, fand er nur noch einen leeren Platz da, wo er früher so glücklich gelebt hatte. Da grämte er sich sehr. Er merkte aber bald, dass sein Unglück von der Unachtsamkeit herrührte, mit welcher er seine Dose behandelt hatte; deshalb fühlte er sich nur um so unglücklicher. In trüber Schwermuth verliess er seine Hauptstadt und sein Reich und irrte einsam in der Welt umher. | + | Als der König von der Jagd heimkehrte, fand er nur noch einen leeren Platz da, wo er früher so glücklich gelebt hatte. Da grämte er sich sehr. Er merkte aber bald, dass sein Unglück von der Unachtsamkeit herrührte, mit welcher er seine Dose behandelt hatte; deshalb fühlte er sich nur um so unglücklicher. In trüber Schwermuth verliess er seine Hauptstadt und sein Reich und irrte einsam in der Welt umher. |
| - | Einstmals, als er sich in einem grossen Walde befand, hörte er ein furchtbares Gezanke; er ging dem Schall der Stimmen nach und erblickte bald darauf drei Riesen, welche mit einander heftig stritten. Zu verlieren hatte er nichts mehr, deshalb ging er auf die Streitenden muthig los. Die Riesen liessen ihn, als sie ihn erblickt hatten, hart an und drohten ihm mit dem Tode. Er aber erkannte unter den Riesen den Mann seiner Schwester wieder, dem er vor vielen Jahren die Thür geöffnet hatte. Deshalb begrüsste er ihn und fragte, was es zu streiten gäbe. Die Riesen erzählten ihm Alles; sie erklärten sich bereit, wenn er ihren Streit schlichten würde, ihm ihre Dankbarkeit zu erweisen. Sie wären nämlich bei der Erbtheilung begriffen, da ihr Vater jüngst gestorben sei. Zu vertheilen aber wären Siebenmeilenstiefeln, | + | Einstmals, als er sich in einem grossen Walde befand, hörte er ein furchtbares Gezanke; er ging dem Schall der Stimmen nach und erblickte bald darauf drei Riesen, welche mit einander heftig stritten. Zu verlieren hatte er nichts mehr, deshalb ging er auf die Streitenden muthig los. Die Riesen liessen ihn, als sie ihn erblickt hatten, hart an und drohten ihm mit dem Tode. Er aber erkannte unter den Riesen den Mann seiner Schwester wieder, dem er vor vielen Jahren die Thür geöffnet hatte. Deshalb begrüsste er ihn und fragte, was es zu streiten gäbe. Die Riesen erzählten ihm Alles; sie erklärten sich bereit, wenn er ihren Streit schlichten würde, ihm ihre Dankbarkeit zu erweisen. Sie wären nämlich bei der Erbtheilung begriffen, da ihr Vater jüngst gestorben sei. Zu vertheilen aber wären Siebenmeilenstiefeln, |
| Während die Riesen mit der Verloosung beschäftigt waren, ging er zu den Sachen, hing den Mantel um, nahm die Börse, zog die Stiefeln an und war plötzlich verschwunden. | Während die Riesen mit der Verloosung beschäftigt waren, ging er zu den Sachen, hing den Mantel um, nahm die Börse, zog die Stiefeln an und war plötzlich verschwunden. | ||
| - | Kaum hatte er mit seinen Siebenmeilenstiefeln ein paar Schritte gemacht, so war er weit fort aus dem Walde und stand vor einem Berge. Es schien ihm, als sei derselbe bewohnt. Er zog die Stiefeln aus, näherte sich dem Berge und bemerkte bald durch eine [[typ:Schlucht]] im Innern desselben einen Palast, darin aber sah er seine Schwester beim Essen sitzen. Schnell ging er auf das Schloss zu, kroch durch den Schornstein in das Innere, setzte sich mit an den Tisch und liess es sich gut schmecken. Die Schwester verwunderte sich sehr, wo das Essen blieb, da sie Niemand sah. Endlich legte ihr Bruder seinen Mantel ab und stand vor ihr. Freudig wurde er von dieser, nachdem er sich zu erkennen gegeben hatte, begrüsst. Als er noch dabei war, alle seine Erlebnisse zu erzählen, kehrten die drei Riesen heim. Sie waren anfangs so böse auf ihn, dass sie ihn zu erschlagen drohten; nur mit Noth und Mühe liessen sie sich beruhigen, da ihnen die Frau sagte, ihr Bruder habe gar nicht daran gedacht, ihnen ihr Erbgut zu entziehen, er habe nur auf diese Weise seine Schwester aufsuchen wollen. Schliesslich beruhigten sich die Riesen und als ihnen der Schwager beim Essen all sein Unglück erzählte, beschlossen sie, ihm seine Gemahlin und sein Reich wieder zu verschaffen. | + | Kaum hatte er mit seinen Siebenmeilenstiefeln ein paar Schritte gemacht, so war er weit fort aus dem Walde und stand vor einem Berge. Es schien ihm, als sei derselbe bewohnt. Er zog die Stiefeln aus, näherte sich dem Berge und bemerkte bald durch eine Schlucht im Innern desselben einen Palast, darin aber sah er seine Schwester beim Essen sitzen. Schnell ging er auf das Schloss zu, kroch durch den Schornstein in das Innere, setzte sich mit an den Tisch und liess es sich gut schmecken. Die Schwester verwunderte sich sehr, wo das Essen blieb, da sie Niemand sah. Endlich legte ihr Bruder seinen Mantel ab und stand vor ihr. Freudig wurde er von dieser, nachdem er sich zu erkennen gegeben hatte, begrüsst. Als er noch dabei war, alle seine Erlebnisse zu erzählen, kehrten die drei Riesen heim. Sie waren anfangs so böse auf ihn, dass sie ihn zu erschlagen drohten; nur mit Noth und Mühe liessen sie sich beruhigen, da ihnen die Frau sagte, ihr Bruder habe gar nicht daran gedacht, ihnen ihr Erbgut zu entziehen, er habe nur auf diese Weise seine Schwester aufsuchen wollen. Schliesslich beruhigten sich die Riesen und als ihnen der Schwager beim Essen all sein Unglück erzählte, beschlossen sie, ihm seine Gemahlin und sein Reich wieder zu verschaffen. |
| - | Der älteste von ihnen holte seines Vaters [[typ: | + | Der älteste von ihnen holte seines Vaters [[ding: |
| - | Unterwegs ärgerte sich der Seehund, dass er alle Last tragen müsse, die Meerkatze aber alle Ehre haben würde; deshalb warf er die Meerkatze ab. Dabei entglitt dieser die Dose und fiel in das Meer. Mit Mühe arbeitete sich die Meerkatze an das Land. Hier erzählte sie, wie sie die Dose habe fallen lassen, um sich selbst zu retten. Da rief der zweite von den Riesen, welcher die Herrschaft über die Fische hatte, eine [[typ:Flunder]] herbei; er befahl derselben, sie solle die Dose suchen und ihm bringen. Es währte auch nicht lange, so kam die Flunder angeschwommen. Als die Meerkatze sie mit der Dose erblickte, wurde sie auf die Flunder neidisch, dass nun diese die Ehre haben sollte; sie sprang hinzu und entriss ihr mit der einen Pfote die Dose, mit der anderen aber kratzte sie ihr ein Auge aus. Deshalb hat die Flunder nur ein Auge. | + | Unterwegs ärgerte sich der Seehund, dass er alle Last tragen müsse, die Meerkatze aber alle Ehre haben würde; deshalb warf er die Meerkatze ab. Dabei entglitt dieser die Dose und fiel in das Meer. Mit Mühe arbeitete sich die Meerkatze an das Land. Hier erzählte sie, wie sie die Dose habe fallen lassen, um sich selbst zu retten. Da rief der zweite von den Riesen, welcher die Herrschaft über die Fische hatte, eine Flunder herbei; er befahl derselben, sie solle die Dose suchen und ihm bringen. Es währte auch nicht lange, so kam die Flunder angeschwommen. Als die Meerkatze sie mit der Dose erblickte, wurde sie auf die Flunder neidisch, dass nun diese die Ehre haben sollte; sie sprang hinzu und entriss ihr mit der einen Pfote die Dose, mit der anderen aber kratzte sie ihr ein Auge aus. Deshalb hat die Flunder nur ein Auge. |
| - | Sobald der junge König im Besitz seiner Dose war, zauberte er das Schloss wieder an Ort und Stelle. Seine Frau und der Graf befanden sich gerade in seinem Zimmer, als er mit den Riesen, welche ihm das Geleit gegeben hatten, zurückkehrte. Nun war grosser Jubel im Lande, denn man hatte den jungen König sehr lieb, weil er klug und freundlich gegen Jedermann war. Mit dem Grafen wurde ein schnelles Ende gemacht: er wurde von einem der Riesen erschlagen. Auch die Königstochter sollte streng für ihre [[typ: | + | Sobald der junge König im Besitz seiner Dose war, zauberte er das Schloss wieder an Ort und Stelle. Seine Frau und der Graf befanden sich gerade in seinem Zimmer, als er mit den Riesen, welche ihm das Geleit gegeben hatten, zurückkehrte. Nun war grosser Jubel im Lande, denn man hatte den jungen König sehr lieb, weil er klug und freundlich gegen Jedermann war. Mit dem Grafen wurde ein schnelles Ende gemacht: er wurde von einem der Riesen erschlagen. Auch die Königstochter sollte streng für ihre Untreue bestraft werden. Sie aber bat inständig und gelobte, fortan dem König treu zu bleiben. Darauf wurde ihr nicht nur das Leben geschenkt, sondern sie wurde von dem jungen König wieder als Gemahlin angenommen. Darauf ward ein grosser Schmaus gehalten und lauter Jubel war ringsum. |
| Am andern Tag zogen die Riesen wieder ihrem Berge zu. Der König und die Königin aber lebten noch viele, viele Jahre in Glück und Freude, bis an ihren sanftseligen Tod. | Am andern Tag zogen die Riesen wieder ihrem Berge zu. Der König und die Königin aber lebten noch viele, viele Jahre in Glück und Freude, bis an ihren sanftseligen Tod. | ||
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