sagen:otmarvolckssagen024
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| + | ====== Zwerg-Sagen ====== | ||
| + | === I. Zwerg-Sagen auf der Süd-Seite des Harzes === | ||
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| + | „Die kleinen Hölen in den Felsen (welche man in einigen Gegenden der Grafschaft Hohenstein häufig findet, und die größtentheils so niedrig sind, daß erwachsene Menschen nur hineinkriechen können, zum Theil aber einen geräumigen Auffenthalt für größere Gesellschaften darbieten), waren einst von [[wesen: | ||
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| + | „Zwischen [[geo: | ||
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| + | „Einst bemerkte ein Bewohner jener Gegend, daß seine Feldfrüchte alle Nächte beraubt wurden, ohne daß er die Thäter entdecken konnte. Endlich ging er, auf den Rath einer weisen Frau, bei einbrechender Nacht, an seinem Erbsenfelde auf und ab, und schlug mit einem dünnen Stabe über dasselbe in die Luft. Es dauerte nicht lange, so standen einige Zwerge leibhaftig vor ihm. Er hatte ihnen die Nebelkappen abgeschlagen, | ||
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| + | „Die Nachricht von den eingefangenen Zwergen brachte die ganze Gegend in Bewegung. Das Zwerg-Volk erbot sich endlich durch Abgeordnete, | ||
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| + | „Seit dieser letzten großen Auswanderung des Zwerg-Volks, | ||
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| + | „Auch an den Sümpfen, den kleinen unterirrdischen Seen,((Z. B. an der Kelle, unweit der Werne im Hohensteinischen.)) Erdfällen u. s. w., wohnten sonst kleine Menschenähnliche Gestalten. Sie hießen [[wesen: | ||
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| + | „Einst holte ein Nix des Nachts die Hebamme aus einem Dorfe, und brachte sie, unter großen Versprechungen, | ||
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| + | === II. Zwerg-Sagen auf der Nord-Seite des Harzes === | ||
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| + | „Einst wohnten viele tausend Zwerge in den Fels-Klüften, | ||
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| + | „Manche dieser Zwerge waren gutartig, und den Landesbewohnern, | ||
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| + | „In dem Thal zwischen [[geo: | ||
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| + | „Um aber die Landeseinwohner einigermaßen für das Gestohlne zu entschädigen, | ||
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| + | „Das Zwerg-Volk zog, über Wahrnstedt (ein Dorf unweit Quedlinburg) immer nach Morgen zu. Seit dieser Zeit sind die Zwerge aus dieser Gegend verschwunden. Nur selten ließ sich seit dem, hier und da, ein einzeler Zwerg sehen.“ | ||
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| + | === III. Zwerg-Sagen aus Dardesheim, einem Städtchen zwischen Halberstadt und Braunschweig === | ||
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| + | „Dicht an der nordöstlichen Seite des Städtchens ist ein Quell des schönsten Wassers, welcher der Smans (Leßmans) Born heißt, und aus einem Berge hervorquillt, | ||
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| + | „Den Zwerg-Berg zieht, auf der östlichen Seite, ein Stück Acker hinan. Dieses Feld hatte einst ein Schmidt, Namens Riechert, mit Erbsen bestellt. Er bemerkte, als sie am wohlschmeckendsten waren, daß sie häufig ausgepflückt wurden. Um dem Erbsendieb aufzulauern, | ||
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| + | „Doch störten dergleichen kleine Streitigkeiten das gute Vernehmen des Zwerg-Volks und der Landeseinwohner nur auf kurze Zeit. Aber die Zwerge wanderten endlich doch aus, weil ihnen die neckenden Spöttereien mancher Landesbewohner unerträglich waren, so wie der Undank bei manchen erwiesenen Gefälligkeiten. – Seit der Zeit sieht und hört man keine Zwerge mehr.“ | ||
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sagen/otmarvolckssagen024.1676032109.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
