sagen:otmarvolckssagen023
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| Nun ergoß sich der Bischof Heinrich in Lobsprüche über den schönen Widder, den er um alles in der Welt nicht missen möchte, und dann über den guten Conrad, der die Ehrlichkeit selbst sey. Der fremde Bischof lachte laut auf; denn, weite Reisen, und der öftere Aufenthalt an vielen fürstlichen Hoflagern, hatten ihn mit Mißtrauen gegen die Menschen erfüllt. Er behauptete gerade zu: ganz ehrliche Diener zu finden, sey unmöglich, wenigstens, an einem geistlichen Hofe; sie betrögen alle ihre Herren, wären allzumal Schelme, nur, der mehr, der weniger. Bischof Heinrich widersprach ihm heftig, rühmte ihm den guten Schlag von Leuten, die unter seinem Krummstab ständen, vor allen aber Conrad den Schäfer, der noch nie eine Unwahrheit gesagt, oder irgend jemanden betrogen habe. „Noch nie hätte Conrad gelogen? nie andre hintergangen? | Nun ergoß sich der Bischof Heinrich in Lobsprüche über den schönen Widder, den er um alles in der Welt nicht missen möchte, und dann über den guten Conrad, der die Ehrlichkeit selbst sey. Der fremde Bischof lachte laut auf; denn, weite Reisen, und der öftere Aufenthalt an vielen fürstlichen Hoflagern, hatten ihn mit Mißtrauen gegen die Menschen erfüllt. Er behauptete gerade zu: ganz ehrliche Diener zu finden, sey unmöglich, wenigstens, an einem geistlichen Hofe; sie betrögen alle ihre Herren, wären allzumal Schelme, nur, der mehr, der weniger. Bischof Heinrich widersprach ihm heftig, rühmte ihm den guten Schlag von Leuten, die unter seinem Krummstab ständen, vor allen aber Conrad den Schäfer, der noch nie eine Unwahrheit gesagt, oder irgend jemanden betrogen habe. „Noch nie hätte Conrad gelogen? nie andre hintergangen? | ||
| - | Nach mehreren Vorschlägen wetteten endlich beide Bischöfe um ein Weinfaß, das hundert und funfzig | + | Nach mehreren Vorschlägen wetteten endlich beide Bischöfe um ein Weinfaß, das hundert und funfzig [[lex:Fuder]] Wein fassen könnte. Und, in drei Tagen, sollte Conrad, ohne daß er es wußte, die Probe bestehn. So schieden die beiden Bischöfe, froh, auf einige Tage eine neue Unterhaltung gefunden zu haben, und jeder seines Sieges gewiß. |
| Der fremde Bischof, ehe er sich schlafen legte, trat erst, wie gewöhnlich, | Der fremde Bischof, ehe er sich schlafen legte, trat erst, wie gewöhnlich, | ||
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