sagen:otmarvolckssagen005
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| - | ====== Der Ritterkeller auf dem Kyffhäuser | + | ====== Der Ritterkeller auf dem Kyffhäuser ====== |
| - | ((Der Kyffhäuser, | + | |
| - | „Ein armer, aber guter und immer lustiger Mann aus [[geo: | + | ((Der Kyffhäuser, oder Kipphäuser-Berg, der Brocken der goldnen Aue, der auf Atern, Sangerhausen, Wallhausen, Rosla, Stollberg u. s. w. herabsieht, hat seinen Namen von der alten Burg, die noch in ihren Trümmern Bewunderung erregt, und [[burg:kyffhausen|Kyff-Haus]] hieß, welches Wort ohnstreitig: |
| - | Das Mädchen geht, unbefangen in seiner Einfalt, mit einem kleinen Eimer in der Hand, den Berg hinan. – In der Mitte des Berges findet sie, am verfallnen Eingang eines großen Kellers, sitzen eine bejahrte Schaffnerin, in ganz ungewöhnlicher Tracht, mit einem großen Schlüsselbunde an der Seite. Das Mädchen | + | „Ein armer, aber guter und immer lustiger Mann aus [[geo: |
| - | Sie gingen nun beide durch einen halbverschütteten Gang, und das Mädchen | + | Das Mädchen |
| - | Jetzt standen sie vor der Kellerthür; | + | Sie gingen nun beide durch einen halbverschütteten Gang, und das Mädchen muste erzählen, wie es jetzt in Tilleda aussähe. „Einst, sagte die Alt’ hierauf, einst war auch ich so jung und schmuck, wie du, als mich die Ritter, des Nachts, durch einem Gang unter der Erde, aus dem Hause in Tilleda wegholten, das jetzt deinem Vater gehört. Kurz vorher hatten sie, am hellen Mittag, die vier schönen Jungfern, die hier noch zuweilen auf den prächtig aufgeschirrten Pferden herumreiten, und dann wieder verschwinden, |
| - | Das Mädchen brachte seinem Vater den [[typ: | + | Jetzt standen sie vor der Kellerthür; |
| - | Aber gegenüber wohnte der [[typ: | + | Das Mädchen brachte seinem Vater den Wein, der den Gästen trefflich schmeckte, ohne daß sie errathen konnten, woher er kam. – So oft nachmals in dem Hause ein kleines Fest war, holte Ilsabe Wein vom Kyffhäuser, |
| - | Den nächsten Abend ging er selbst den Berg hinauf, und schob, auf einer Karre, die größte leere Tonne, die er hatte auffinden können, vor sich her. Diese dachte er mit dem trefflichen Ritterwein zu füllen, sie des Nachts den Berg herunter zu rollen, und dann alle Tage wieder zu kommen, so lange noch [[typ:Wein]] im Keller wäre. | + | Aber gegenüber wohnte der Schenkwirth, |
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| + | Den nächsten Abend ging er selbst den Berg hinauf, und schob, auf einer Karre, die größte leere Tonne, die er hatte auffinden können, vor sich her. Diese dachte er mit dem trefflichen Ritterwein zu füllen, sie des Nachts den Berg herunter zu rollen, und dann alle Tage wieder zu kommen, so lange noch Wein im Keller wäre. | ||
| Als er an den Ort kam, wo er den Tag zuvor den Eingang zum Keller gesehen hatte, wurde mit einemmal alles dunkel um ihn her. Der Wind fing an fürchterlich zu heulen, und das Ungethüm warf ihn und seine Karre und seine leere Tonne von einer Felsenmauer zur andern. Er fiel immer tiefer und tiefer, und kam endlich in eine – Todtengruft. | Als er an den Ort kam, wo er den Tag zuvor den Eingang zum Keller gesehen hatte, wurde mit einemmal alles dunkel um ihn her. Der Wind fing an fürchterlich zu heulen, und das Ungethüm warf ihn und seine Karre und seine leere Tonne von einer Felsenmauer zur andern. Er fiel immer tiefer und tiefer, und kam endlich in eine – Todtengruft. | ||
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| Da sieht er vor sich hertragen einen schwarz behangenen Sarg; und seine Frau, und vier Nachbarinnen, | Da sieht er vor sich hertragen einen schwarz behangenen Sarg; und seine Frau, und vier Nachbarinnen, | ||
| - | Nach einigen Stunden erwacht er wieder, sieht sich, zu seinem Entsetzen, noch in der schwachbeleuchteten Todtengruft, | + | Nach einigen Stunden erwacht er wieder, sieht sich, zu seinem Entsetzen, noch in der schwachbeleuchteten Todtengruft, |
| - | Siehe! da kommt ein [[typ:Mönch]], und trägt ihn eine lange, lange Treppe hinan, schließt eine Thür auf, druckt ihm schweigend etwas [[typ:Geld]] in die Hand, und legt ihn am Fuß des Berges nieder. – Es war eine kalte eisigte Nacht. | + | Siehe! da kommt ein [[wesen:spukmönch|Mönch]], und trägt ihn eine lange, lange Treppe hinan, schließt eine Thür auf, druckt ihm schweigend etwas Geld in die Hand, und legt ihn am Fuß des Berges nieder. – Es war eine kalte eisigte Nacht. |
| - | Allmählig erholt sich der Schenkwirth, | + | Allmählig erholt sich der Schenkwirth, |
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sagen/otmarvolckssagen005.1681378532.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
