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sagen:otmarvolckssagen003

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 ====== Die Hufeisen an der Kirchthür ====== ====== Die Hufeisen an der Kirchthür ======
  
-„[[vip:ernst_vii._von_hohnstein|Graf Ernst von Klettenberg]]((Vielleicht derselbe Graf, dessen Denkmal man in der Klosterkirche zu [[geo:Walkenried]] zeigt, wo er in kniender Stellung erscheint, um ähnliche Jugendsünden, wie die hier erzählte, abzubüßen, und von dessen spätern Jahren eine andre Sage folgendes erzählt: „Nach geendigtem [[zeit:bauernkrieg|Bauernkriege]], worin, unter andern, das Kloster Walkenried zerstört war, ließ er die Aufrührer aus seinem Gebiet, die man hatte zusammenbringen können, bey dem Teiche zu Schiedungen versammeln, um ihr Urtheil zu empfangen. Die meisten Richter stimmten auf Todestrafe. Nur der Rath Wiegmanshausen stimmte für eine Geldstrafe, wodurch zugleich die erschöpfte Schatzkammer des Grafen eine nahmhafte Zubuße erhielt. Und so ließ Graf Ernst seine aufrührerischen Bauern ihr Leben, Mann für Mann, mit drei Gulden erkaufen.“)) ritt einst, an einem Sonntagsmorgen, zu einem großen Gelag, nach [[geo:ellrich|Elrich]]. Viel waren der geladenen Ritter, die hier um den Ehrenpreis – tranken. Der ausgesetzte Dank war eine goldne Kette.+„[[vip:ernstviivonhohnstein|Graf Ernst von Klettenberg]]((Vielleicht derselbe Graf, dessen Denkmal man in der Klosterkirche zu [[geo:Walkenried]] zeigt, wo er in kniender Stellung erscheint, um ähnliche Jugendsünden, wie die hier erzählte, abzubüßen, und von dessen spätern Jahren eine andre Sage folgendes erzählt: „Nach geendigtem [[zeit:bauernkrieg|Bauernkriege]], worin, unter andern, das Kloster Walkenried zerstört war, ließ er die Aufrührer aus seinem Gebiet, die man hatte zusammenbringen können, bey dem Teiche zu Schiedungen versammeln, um ihr Urtheil zu empfangen. Die meisten Richter stimmten auf Todestrafe. Nur der Rath Wiegmanshausen stimmte für eine Geldstrafe, wodurch zugleich die erschöpfte Schatzkammer des Grafen eine nahmhafte Zubuße erhielt. Und so ließ Graf Ernst seine aufrührerischen Bauern ihr Leben, Mann für Mann, mit drei Gulden erkaufen.“)) ritt einst, an einem Sonntagsmorgen, zu einem großen Gelag, nach [[geo:ellrich|Elrich]]. Viel waren der geladenen Ritter, die hier um den Ehrenpreis – tranken. Der ausgesetzte Dank war eine goldne Kette.
  
 Viele Stunden tranken die geprüften Ritter, bis sich der Sieg mehr entschied, und hier einer, dort einer erlag unter der Last der ungeheuern Humpen, und, unter der lauten Hohnlache der Zecher, als Schwächling niedergelegt wurde auf den Fußboden des Saals. Endlich blieben noch vier der sogenannten Edeln auf dem Kampfplatz. Doch drei von ihnen lehnten an der Wand, und triumpfirten mit lallender Zunge, daß die Willkommen den zitternden Händen nicht entsanken. Nur Ernst von Klettenberg stand noch auf freien Füßen, und ergriff siegprangend die goldne Kette, die auf dem Tisch lag, und hing sie sich um den Hals.((Zur Vergleichung dieses Trinkgelags mag hier eine Stelle aus: „Beckers Geschichte der Hochmeister in Preußen (1798)“ stehen. „1351 wurde der Hochmeister Winrich von Kniprode installirt. Bei dem Ehrenmahl muste jeder Gast ein silbernes Becken mit acht Weinflaschen, die sich selbst ergossen, auf einen Zug leeren. Der wackere Trinker Veit von Bassenheim, leerte es dreimal, und ward dafür von dem neuen Hochmeister zum Schloßhauptmann befördert!“)) Viele Stunden tranken die geprüften Ritter, bis sich der Sieg mehr entschied, und hier einer, dort einer erlag unter der Last der ungeheuern Humpen, und, unter der lauten Hohnlache der Zecher, als Schwächling niedergelegt wurde auf den Fußboden des Saals. Endlich blieben noch vier der sogenannten Edeln auf dem Kampfplatz. Doch drei von ihnen lehnten an der Wand, und triumpfirten mit lallender Zunge, daß die Willkommen den zitternden Händen nicht entsanken. Nur Ernst von Klettenberg stand noch auf freien Füßen, und ergriff siegprangend die goldne Kette, die auf dem Tisch lag, und hing sie sich um den Hals.((Zur Vergleichung dieses Trinkgelags mag hier eine Stelle aus: „Beckers Geschichte der Hochmeister in Preußen (1798)“ stehen. „1351 wurde der Hochmeister Winrich von Kniprode installirt. Bei dem Ehrenmahl muste jeder Gast ein silbernes Becken mit acht Weinflaschen, die sich selbst ergossen, auf einen Zug leeren. Der wackere Trinker Veit von Bassenheim, leerte es dreimal, und ward dafür von dem neuen Hochmeister zum Schloßhauptmann befördert!“))
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