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sagen:ohsb074

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-====== Das Schlossfrauchen auf Ulrichstein ======+====== Weiße Frau im alten Keller ======
  
-In den Trümmern des Mulsteiner Schlosses spukt es seit vielen JahrenAuch heute noch kann man sich in Acht nehmen. Man soll dort mittags eine lange weiße Gestalt auf- und abgehen sehen. Das ist das Schlossfrauchen. Viele wollen auch sein Gewimmer gehört haben. Wenn in der Stadt die Kinder nicht gehorchen wollenmacht man ihnen Angst und sagt: »Seid still oder das Schlossfrauchen kommt!«+Bei Mauswinkel und Wettges in der Mitte, wo jetzt nichts als Hutweide ist, heißt man es die Dietrichsburg und am alten KellerEs soll dort ein altes Schloss gestanden haben, dessen Reichtümer von einer weißen Frau bewacht werdenVom Mauswinkel ging einmal ein Mann dort vorüber, um die Essenszeit, und sah die weiße Frau sitzen mit einem Strickstrumpf in der Hand. Sie bat ihn, um Mitternacht doch ja zu ihr zu kommen, denn es sei jetzt gelegene Zeit zu ihrer Erlösung. Er werde sie dann in Gestalt einer Schlange erblicken, aber er brauche sich nichts Böses zu besorgen, denn sie begehre nichts von ihm, als nur dreimal ihr die Hand zu reichen. Dafür wolle sie ihm alle Schätze des Kellers geben und ihn für sein Leben glücklich machen. Der Mann jedoch schlug ihr alles rund herum ab und ging ohne Erbarmen davon. Was weiter aus ihr geworden istweiß man nicht.
  
 //Quelle: [[buch:ohsb|Oberhessisches Sagenbuch]], Aus dem Volksmund gesammelt von [[autor:bindewald|Theodor Bindewald]]; Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873// //Quelle: [[buch:ohsb|Oberhessisches Sagenbuch]], Aus dem Volksmund gesammelt von [[autor:bindewald|Theodor Bindewald]]; Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873//
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