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sagen:oberharz035

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 ====== Kaiser Heinrich der Vogelsteller und die Mönche ====== ====== Kaiser Heinrich der Vogelsteller und die Mönche ======
  
-Heinrich der Vogelsteller wohnte auf der Staufenburg und ließ seine Frau einmal daheim, während er selbst in den Krieg ziehen mußte. Das erfuhren die Mönche in einem reichen Kloster, welches etwa acht Stunden von der Staufenburg entfernt nach Nordhausen zu lag, und deren dort fünfhundert Mann gewesen sind. Sie waren aber so schandbare Burschen, daß sie während der Zeit allesammt Herrn Heinrichs Frau nachgestellt haben. Da sind denn einmal ein paar Mönche nach der Staufenburg gereist und haben der Kaiserin aufgelauert. Die Kaiserin ist gerade spazieren gefahren und die Mönche sind zugesprungen, haben sie aus der Kutsche geraubt und mit sich nach dem Kloster geführt. Der Kutscher, der aus dem Klosterdorfe gewesen ist, hat die Mönche gekannt und Keinem etwas gesagt. Die Kaiserin aber hat sich dazu nicht gebrauchen lassen wollen, wozu sie die Mönche haben brauchen wollen, und darum hat man sie in das finsterste Gefängniß geworfen. Den Kutscher nahmen dann die Mönche selbst in Dienst und da hielt er nun vollends seinen Mund. Lange Zeit nachher aber wurde er abgelohnt und ging in die Welt, um sich eine Stelle als Kutscher zu suchen. Er kam wieder zu Kaiser Heinrich, der jetzt schon wieder aus dem Kriege zurück war, und der behielt ihn auch. Da sollte er eines Mittags die Probefahrt machen, ob er auch das Fahren bei den Mönchen nicht verlernt hätte, und er fuhr an der Stelle vorbei, wo die Kaiserin aus der Kutsche geraubt wurde; da sagte der Kutscher zum Kaiser: »Diese Stelle ist mir sinnlich.« Der Kaiser fragte: wodurch? und der Kutscher erzählte die Geschichte mit der Kaiserin. Der Kaiser aber sagte mit Thränen in den Augen zum Knecht, der Jakob hieß: »Kehre nur um, Jakob, du hast deine Probefahrt gut gemacht und dieselbe soll dir Vieles einbringen.« Darauf ließ der Kaiser alle Soldaten zusammenblasen, zog hin und umringte das Kloster mit seinen Soldaten, sodaß kein Mönch herauskonnte. Sie überlieferten ihm seine Frau aus dem Gefängniß, und er ließ für die vielen Schandthaten, die sie in ihrem Leben ausgeübt, alle fünfhundert Mönche bestrafen. Der Knecht aber wurde zur Belohnung für sein gutes Gedächtniß vom Kaiser zum General gemacht und er hat auch nachher bewiesen, daß er ein rechter General war, durch seine Tapferkeit im Kriege.+[[vip:heinrichiostfranken|Heinrich der Vogelsteller]] wohnte auf der [[burg:stauffenburg|Staufenburg]] und ließ seine Frau einmal daheim, während er selbst in den Krieg ziehen mußte. Das erfuhren die Mönche in einem reichen Kloster, welches etwa acht Stunden von der Staufenburg entfernt nach [[geo:Nordhausen]] zu lag, und deren dort fünfhundert Mann gewesen sind. Sie waren aber so schandbare Burschen, daß sie während der Zeit allesammt Herrn Heinrichs Frau nachgestellt haben. Da sind denn einmal ein paar Mönche nach der Staufenburg gereist und haben der Kaiserin aufgelauert. Die Kaiserin ist gerade spazieren gefahren und die Mönche sind zugesprungen, haben sie aus der Kutsche geraubt und mit sich nach dem Kloster geführt. Der Kutscher, der aus dem Klosterdorfe gewesen ist, hat die Mönche gekannt und Keinem etwas gesagt. Die Kaiserin aber hat sich dazu nicht gebrauchen lassen wollen, wozu sie die Mönche haben brauchen wollen, und darum hat man sie in das finsterste Gefängniß geworfen. Den Kutscher nahmen dann die Mönche selbst in Dienst und da hielt er nun vollends seinen Mund. Lange Zeit nachher aber wurde er abgelohnt und ging in die Welt, um sich eine Stelle als Kutscher zu suchen. Er kam wieder zu Kaiser Heinrich, der jetzt schon wieder aus dem Kriege zurück war, und der behielt ihn auch. Da sollte er eines Mittags die Probefahrt machen, ob er auch das Fahren bei den Mönchen nicht verlernt hätte, und er fuhr an der Stelle vorbei, wo die Kaiserin aus der Kutsche geraubt wurde; da sagte der Kutscher zum Kaiser: »Diese Stelle ist mir sinnlich.« Der Kaiser fragte: wodurch? und der Kutscher erzählte die Geschichte mit der Kaiserin. Der Kaiser aber sagte mit Thränen in den Augen zum Knecht, der Jakob hieß: »Kehre nur um, Jakob, du hast deine Probefahrt gut gemacht und dieselbe soll dir Vieles einbringen.« Darauf ließ der Kaiser alle Soldaten zusammenblasen, zog hin und umringte das Kloster mit seinen Soldaten, sodaß kein Mönch herauskonnte. Sie überlieferten ihm seine Frau aus dem Gefängniß, und er ließ für die vielen Schandthaten, die sie in ihrem Leben ausgeübt, alle fünfhundert Mönche bestrafen. Der Knecht aber wurde zur Belohnung für sein gutes Gedächtniß vom Kaiser zum General gemacht und er hat auch nachher bewiesen, daß er ein rechter General war, durch seine Tapferkeit im Kriege.
  
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sagen/oberharz035.1711454933.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)