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sagen:nixsagen28

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 Es war einmal ein [[wesen:Nix]], der hatte mehrere Kinder, einige Söhne und drei schöne Töchter. Die Töchter gingen an den Sommerabenden bis zum nächsten Dorfe spazieren, oder sie sassen am Ufer des Teiches und hörten, wie die Nachtigallen sangen.  Es war einmal ein [[wesen:Nix]], der hatte mehrere Kinder, einige Söhne und drei schöne Töchter. Die Töchter gingen an den Sommerabenden bis zum nächsten Dorfe spazieren, oder sie sassen am Ufer des Teiches und hörten, wie die Nachtigallen sangen. 
  
-Die eine von den Töchtern hatte sich in den Sohn eines Bauers aus dem Dorfe verliebt; dieser war von ihr bezaubert worden, so dass er jeden Abend zu ihr kam. Da sagte der junge Bauer eines Tages: „Ihr sollt dort unten so schön wohnen, kann ich Euer Haus nicht einmal sehen?“ Seine Geliebte erwiederte: „Das kann geschehen, wenn unser Vater fern ist; ist er daheim, so würde er Dich umbringen.“ Der junge Bauer wiederholte fortan jeden Abend seinen Wunsch. Eines Abends sprach die Tochter des Nix zu ihm: „Heute wandert mein Vater auf lange Zeit fort, da kannst Du bei mir bleiben.“ Darauf nahm sie eine Erlenruthe und hieb damit in den Teich. Sogleich theilte sich das Wasser; die Nixe und ihr Geliebter gingen Arm in Arm in den Teich. Sie waren noch nicht weit gegangen, so kamen sie an einen schönen Palast, in welchen sie eintraten. In dem Palast war Alles von Krystall und gar herrlich anzusehen. Nur in einem Winkel des Schlosses stand eine grosse Tonne, aus der roch es sehr nach Fischen. Da fragte der junge Bauer, was da drinnen sei. „Fische,“ antwortete das Mädchen, „die wir essen, denn das ist die einzige Speise, welche wir hier bekommen.“ Der junge Bauer schüttelte sich, blieb aber doch einige Tage unten. Endlich sprach das Mädchen zu ihm: „Jetzt musst Du gehen, heute kommt der Vater; findet er Dich, so könnte es schlimm werden. Komm nur Abends wieder an den Teich.“ Der junge Bauer ging fort, das Mädchen begleitete ihn bis an das Ufer.+Die eine von den Töchtern hatte sich in den Sohn eines Bauers aus dem Dorfe verliebt; dieser war von ihr bezaubert worden, so dass er jeden Abend zu ihr kam. Da sagte der junge Bauer eines Tages: „Ihr sollt dort unten so schön wohnen, kann ich Euer Haus nicht einmal sehen?“ Seine Geliebte erwiederte: „Das kann geschehen, wenn unser Vater fern ist; ist er daheim, so würde er Dich umbringen.“ Der junge Bauer wiederholte fortan jeden Abend seinen Wunsch. Eines Abends sprach die Tochter des Nix zu ihm: „Heute wandert mein Vater auf lange Zeit fort, da kannst Du bei mir bleiben.“ Darauf nahm sie eine Erlenruthe und hieb damit in den Teich. Sogleich theilte sich das Wasser; die [[wesen:Nixe]] und ihr Geliebter gingen Arm in Arm in den Teich. Sie waren noch nicht weit gegangen, so kamen sie an einen schönen Palast, in welchen sie eintraten. In dem Palast war Alles von Krystall und gar herrlich anzusehen. Nur in einem Winkel des Schlosses stand eine grosse Tonne, aus der roch es sehr nach Fischen. Da fragte der junge Bauer, was da drinnen sei. „Fische,“ antwortete das Mädchen, „die wir essen, denn das ist die einzige Speise, welche wir hier bekommen.“ Der junge Bauer schüttelte sich, blieb aber doch einige Tage unten. Endlich sprach das Mädchen zu ihm: „Jetzt musst Du gehen, heute kommt der Vater; findet er Dich, so könnte es schlimm werden. Komm nur Abends wieder an den Teich.“ Der junge Bauer ging fort, das Mädchen begleitete ihn bis an das Ufer.
  
 Unterdessen war der alte Nix nach Hause gekommen. Kaum befand er sich im Palast, so roch er, dass ein Mensch in seinem Hause gewesen war. Er fragte den jüngsten Sohn, ob er nicht wisse, wer dagewesen sei, aber derselbe sagte, er dürfe nichts verrathen. Da ward der Nix zornig, der Kleine bekam Angst und sagte: „Die jüngste Schwester hat ihren Liebsten hier gehabt.“ Indem trat diese in die Stube, aber der Vater sagte kein Wort von dem, was er erfahren hatte; er sagte nur, dass er wieder verreisen müsse. Unterdessen war der alte Nix nach Hause gekommen. Kaum befand er sich im Palast, so roch er, dass ein Mensch in seinem Hause gewesen war. Er fragte den jüngsten Sohn, ob er nicht wisse, wer dagewesen sei, aber derselbe sagte, er dürfe nichts verrathen. Da ward der Nix zornig, der Kleine bekam Angst und sagte: „Die jüngste Schwester hat ihren Liebsten hier gehabt.“ Indem trat diese in die Stube, aber der Vater sagte kein Wort von dem, was er erfahren hatte; er sagte nur, dass er wieder verreisen müsse.
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 //Quelle: [[autor:veckenstedt|Edmund Veckenstedt]]: [[buch:wendischesagen|Wendische Sagen, Märchen und abergläubische Gebräuche]]. Leuschner & Lubensky, Graz 1880// //Quelle: [[autor:veckenstedt|Edmund Veckenstedt]]: [[buch:wendischesagen|Wendische Sagen, Märchen und abergläubische Gebräuche]]. Leuschner & Lubensky, Graz 1880//
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-{{tag>sagen märchen veckenstedt wendischesagen niederlausitz nixe liebe mord list lilie schlaf teich ufer palast nachtigall kristall v2}}+{{tag>sagen veckenstedt wendischesagen niederlausitz nixe liebe mord list lilie schlaf teich ufer palast nachtigall kristall rute v2}}
sagen/nixsagen28.1706824351.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)