sagen:lohengrin_zu_brabant
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| - | Lohengrin zu Brabant | ||
| - | Altdeutsches Gedicht | ||
| - | Vergl. Parcifal 24624 – 24715. | ||
| - | und Fürtrer, bei Hofstäter II. 131. – 173. | ||
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| - | Der Herzog von Brabant und Limburg starb, ohne andere Erben, als eine junge Tochter Els oder Elsam zu hinterlassen; | ||
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| - | Als sich keiner finden wollte, betete die Herzogin inbrünstig zu Gott um Rettung. Da erscholl weit davon zu Montsalvatsch beim Gral der Laut der Glocke, zum Zeichen, daß jemand dringender Hülfe bedürfe: alsobald beschloß der Gral, den Sohn Parcifals Lohengrin darnach auszusenden. Eben wollte dieser, seinen Fuß in den Stegreif setzen: da kam ein Schwan auf dem Wasser geflossen, und zog hinter sich ein Schiff daher. Kaum erblickte ihn Lohengrin, als er rief: „bringt das Roß wieder zur Krippe; ich will nun mit diesem Vogel ziehen, wohin er mich führt.“ Speise im Vertrauen auf Gott nahm er nicht in das Schiff; nachdem sie fünf Tage über Meer gefahren hatten, fuhr der Schwan mit dem Schnabel ins Wasser, fing ein Fischlein auf, aß es halb, und gab dem Fürsten die andere Hälfte zu essen. | ||
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| - | Unterdessen hatte Elsam ihre Fürsten und Mannen nach Antwerpen zu einer Landsprache berufen. Gerade am Tage der Versammlung sah man einen Schwan die Schelde herauf schwimmen, der ein Schifflein zog, in welchem Lohengrin auf sein [308] Schild ausgestreckt schlief. Der Schwan landete bald am Gestade, und der Fürst wurde fröhlich empfangen; kaum hatte man ihm Helm, Schild und Schwert aus dem Schiff getragen, als der Schwan sogleich zurück fuhr. | ||
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| - | Lohengrin vernahm nun das Unrecht, welches die Herzogin litt, und übernahm es gerne, ihr Kämpfer zu seyn. Elsam ließ hierauf alle ihre Verwandten und Unterthanen entbieten, die sich bereitwillig in großer Zahl einstellten; | ||
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| - | Kaiser Heinrich, der sich zu Frankfurt aufhielt, kam nach Mainz entgegen; und in dieser Stadt wurde das Gestühl errichtet, wo Lohengrin und Friedrich kämpfen sollten. Der Held vom Gral überwand; Friedrich gestand, die Herzogin angelogen zu haben, und wurde mit Schlägel und Barte (Beil) gerichtet. Elsam fiel nun dem Lohengrin zu Theile, die sich längst einander liebten; doch behielt er sich insgeheim voraus, daß ihr Mund alle Fragen nach seiner Herkunft zu vermeiden habe: denn sonst müsse er sie augenblicklich verlassen. | ||
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| - | Eine Zeitlang verlebten die Eheleute in ungestörtem Glück, und Lohengrin beherrschte das Land weise und mächtig; auch dem Kaiser leistete er, auf den Zügen gegen die Hunnen und Heiden, große Dienste. Es trug sich aber zu, daß er ein Mal im Speerwechsel [309] den Herzog von Cleve herunter stach, und dieser den Arm zerbrach; neidisch redete da die Clever Herzogin laut unter den Frauen: „ein kühner Held mag Lohengrin seyn, und Christenglauben scheint er zu haben; schade, daß Adels halben sein Ruhm gering ist; denn niemand weiß, woher er ans Land geschwommen kam.“ | ||
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| - | Dies Wort ging der Herzogin von Brabant durch das Herz, sie erröthete und erblich. Nachts im Bette, als ihr Gemahl sie in Armen hielt, weinte sie; er sprach: „Lieb, was wirret dir?“ Sie antwortete „die Clever Herzogin hat mich zu tiefem Seufzen gebracht“; | ||
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| - | Als nun der Tag anbrach, erklärte Lohengrin öffentlich, | ||
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| - | *Die Erzählung im Parcifal ist noch einfacher. Friedrich fehlt ganz, die demüthige Herzogin wird von Land und Leuten bedrängt, sich zu vermählen. Sie verschwört jeden Mann, außer den ihr Gott sende, und da schwimmt der Schwan herzu. | ||
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| - | //Quelle: Brüder Grimm, Deutsche Sagen, Band 2, S. 306-310, 1818// | ||
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sagen/lohengrin_zu_brabant.1581005946.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
