sagen:landgraf_moritz_von_hessen
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| - | ====== Landgraf Moritz von Hessen ====== | ||
| - | Mündliche Sage in Hessen | ||
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| - | Es war ein gemeiner Soldat, der diente beim Landgrafen Moritz, und ging gar wohl gekleidet, und hatte immer [[typ: | ||
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| - | Der Landgraf sprach: „das will ich wohl erfahren; | ||
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| - | Der Landgraf sprach: „ja, schweigen kann ich, und durch mich soll nichts verrathen werden.“ Darauf wollten sie schlafen gehen; aber der Soldat gab ihm erst ein rein Hemd, das sollte er anziehen und seines aus, damit kein Ungeziefer in das Bett käme. Nun legten sie sich nieder, bis [[typ: | ||
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| - | Als sie ganz in [[geo: | ||
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| - | Nun that der Landgraf, als wollte er hinein greifen und eine Hand voll einstecken; der Soldat aber, als er das sah, gab ihm drei gewaltige Ohrfeigen und sprach: „meinem gnädigen Fürsten darfst du nichts nehmen, dem muß man getreu seyn!“ „Nun sey nur nicht bös – sprach der Bettelmann – ich habe ja noch nichts genommen.“ Darauf gingen sie zusammen nach Haus, und schliefen wieder bis der Tag anbrach; da gab der Soldat dem Armen erst zu essen und trinken, und noch etwas [[typ: | ||
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| - | Der Landgraf aber ging in sein Schloß, zog den Linnenkittel aus und seine fürstlichen Kleider an. Darauf ließ er den wachthabenden [[typ: | ||
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| - | Wie das der Soldat hörte, erschrak er, und fiel vor Schrecken zur Erde hin. Der Landgraf aber ließ ihn von seinen Bedienten aufheben, und als der Soldat wieder zu sich selber gekommen war, und um eine gnädige Strafe bat, so sagte der Landgraf: „weil du nichts angerührt hast, als es in deiner Gewalt stand, so will ich dir alles vergeben; und weil ich sehe, daß du treu gegen mich bist, so will ich für dich sorgen,“ und gab ihm eine gute Stelle, die er versehen konnte. | ||
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| - | //Quelle: Brüder Grimm, Deutsche Sagen, Band 2, S. 357-360, 1818// | ||
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