sagen:krystall-schauen
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| - | ====== Krystall-Schauen ====== | ||
| - | Joh. Rüst Zeitverkürzung. S. 25ff. | ||
| - | Erasm. Francisci Sitten-Spiegel. Bl. 64ff. | ||
| - | Bräuner’s Curiositäten S. 72–80. | ||
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| - | Eine schöne und adliche [[typ: | ||
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| - | „Ei, Fräulein, sprach die Alte, ich habe die Gnade von Gott, zukünftige Dinge vorher zu entdecken, darum kann mir dieses so wenig, als viel anderes, verborgen seyn. Euch allen Zweifel zu benehmen, will ich euch, wie es damit gehen wird, in einem Krystall so klärlich weisen, daß ihr meine Kunst loben sollt. Aber wir müssen eine Zeit dazu wählen, wo eure Eltern nicht daheim sind; dann sollt ihr Wunder sehen.“ | ||
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| - | Die [[typ: | ||
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| - | Als sie in die Kammer traten, war das alte Weib beschäfftigt, | ||
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| - | Dann begann sie, unter wunderlichen Gebährden, etwas bei sich selbst zu murmeln und nachdem das geendigt war, nahm sie mit großer Ehrerbietung die Kugel, rief die Jungfrau und ihren Begleiter zu sich ans Fenster und hieß sie hineinschauen. | ||
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| - | Anfangs sahen sie nichts, nun aber trat in dem Krystall die Braut hervor in überaus köstlicher Kleidung; eben so prächtig angethan, als wäre heut ihr [[typ: | ||
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| - | Die [[typ: | ||
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| - | Die Zuschauer wußten vor Angst weder aus noch ein, sahen aber, wie er die eine [[typ: | ||
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| - | Dem alten Weib, welches nicht gedacht, daß die Sache also ablaufen würde, war selbst nicht ganz wohl zu Muth; es eilte daher über Hals und Kopf hinaus und ließ sich so bald nicht wieder sehen. Bei der [[typ: | ||
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| - | Inzwischen ward die [[typ: | ||
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| - | Er hatte zu dem Ende ein paar gute Pistolen gekauft und wollte mit der einen die Braut, mit der andern hernach sich selbst tödten. Zu dem Ort der Ausführung war ein etwa zehn bis zwölf Schritte von dem Thor gelegenes Haus, bei welchem die Braut vorbei mußte, von ihm ausersehen. Als nun der ganze prächtige Zug von Wagen und Reutern, den eine große Menge Volks begleitete, daher kam, schoß er mit der einen Pistole in den Braut-Wagen hinein. | ||
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| - | Allein der Schuß geschah ein wenig zu früh, also daß die Braut unversehrt blieb, einer andern Edelfrau aber, die im Schlag saß, ihr etwas hoher Kopf-Putz herabgeschossen ward. Da diese in Ohnmacht sank und jedermann herbei eilte, hatte der Thäter Zeit, durch das Haus zur Hinterthür hinaus zu entfliehen und, indem er über ein ziemlich breites Wasser glücklich sprang, sich zu retten. Sobald die Erschrockene wieder zu sich selbst gebracht war, setzte sich der Zug aufs neue in Bewegung und die [[typ: | ||
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| - | Auch war ihre Ehe unglücklich, | ||
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| - | //Quelle: Brüder Grimm, Deutsche Sagen, Band 1, S. 177–181, 1816// | ||
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sagen/krystall-schauen.1603281755.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
