sagen:krabat-sage
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| ===== Krabats Kindheit und Lehrjahre ===== | ===== Krabats Kindheit und Lehrjahre ===== | ||
| - | Im Dorfe [[geo: | + | Im Dorfe [[geo: |
| Auf einer solchen Wanderung kam er einstmals auch nach dem Dorfe [[geo: | Auf einer solchen Wanderung kam er einstmals auch nach dem Dorfe [[geo: | ||
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| Es war ihm nicht verborgen, in welcher Gefahr er schwebte, allein, einmal in des bösen Müllers Abhängigkeit, | Es war ihm nicht verborgen, in welcher Gefahr er schwebte, allein, einmal in des bösen Müllers Abhängigkeit, | ||
| - | Die Freude über das Wiedersehen nach langer Trennung wich halb der tiefsten Traurigkeit, | + | Die Freude über das Wiedersehen nach langer Trennung wich halb der tiefsten Traurigkeit, |
| - | Welches Mutterherz hätte sich gegenüber so dringender Bitte nicht erweichen lassen! Krabat konnte mit der Zusage baldiger Rettung zu seinem Dienstherrn zurückkehren. Nach eingien Tagen machte sich die Frau nach [[geo: | + | Welches Mutterherz hätte sich gegenüber so dringender Bitte nicht erweichen lassen! Krabat konnte mit der Zusage baldiger Rettung zu seinem Dienstherrn zurückkehren. Nach eingien Tagen machte sich die Frau nach Schwarz-Collm auf. Es erging ihr dort genau so, wie der Sohn vorausgesagt hatte. Auf das Ersuchen, ihr den letzteren mit heimzugeben, |
| Zähneknirschend, | Zähneknirschend, | ||
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| Zunächst ließ er Krabat seine Macht fühlen. Er sprengte, das arme Tier mit Sporen und Gerte zu tollstem Laufe zwingend, durch Wald und Feld, über Hecken und Dorn. Nach langer Hetzjagd gelangt er zu einer Schmiede. Dort hält er an und ersucht den Schmied, auf die Hufe des jungen, noch nicht beschlagen gewesenen Pferdes vier glühende Eisen aufzulegen. Dem Schmied erscheint der Auftrag etwas sonderbar. Er ladet den Reiter ein, die Hufeisen selbst mit auszuwählen. | Zunächst ließ er Krabat seine Macht fühlen. Er sprengte, das arme Tier mit Sporen und Gerte zu tollstem Laufe zwingend, durch Wald und Feld, über Hecken und Dorn. Nach langer Hetzjagd gelangt er zu einer Schmiede. Dort hält er an und ersucht den Schmied, auf die Hufe des jungen, noch nicht beschlagen gewesenen Pferdes vier glühende Eisen aufzulegen. Dem Schmied erscheint der Auftrag etwas sonderbar. Er ladet den Reiter ein, die Hufeisen selbst mit auszuwählen. | ||
| - | Während beide den Flur betreten, macht sich der Bube des Schmieds mit dem angebundenen, | + | Während beide den Flur betreten, macht sich der Bube des Schmieds mit dem angebundenen, |
| Eine reine Jungfrau naht sich dem Born, um Wasser zu schöpfen, und o Wunder, der Fisch, den sie erblickt, wird zum goldenen Fingerreif und steckt an ihrer Hand. Freudig bewegt will sie heimeilen, da steht auch schon der weißbärtige Alte vor ihr und bittet sie, ihm den Ring zu verkaufen. Er gibt sich alle nur erdenkliche Mühe und setzt ihr einen fabelhaften Preis. Sie aber bleibt standhaft und behält das Kleinod. | Eine reine Jungfrau naht sich dem Born, um Wasser zu schöpfen, und o Wunder, der Fisch, den sie erblickt, wird zum goldenen Fingerreif und steckt an ihrer Hand. Freudig bewegt will sie heimeilen, da steht auch schon der weißbärtige Alte vor ihr und bittet sie, ihm den Ring zu verkaufen. Er gibt sich alle nur erdenkliche Mühe und setzt ihr einen fabelhaften Preis. Sie aber bleibt standhaft und behält das Kleinod. | ||
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| ===== Am königlichen Hofe zu Dresden ===== | ===== Am königlichen Hofe zu Dresden ===== | ||
| - | Nach seiner Heimat Eutrich zurückgekehrt, | + | Nach seiner Heimat Eutrich zurückgekehrt, |
| Letzterer wurde aufmerksam auf den wendischen Eumatos und nahm ihn mit nach [[geo: | Letzterer wurde aufmerksam auf den wendischen Eumatos und nahm ihn mit nach [[geo: | ||
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| Zwischen dem nunmehr zum Gutsherrn gewordenen Krabat und dem Könige entspann sich ein freundschaftliches Verhältnis. Ihm angetragene Stellungen im Staatsdienste nahm der einstige Musketier nicht an; doch blieb er lebensland privater Ratgeber und Beistand seines gnädigen Landesherrn. Als solcher besaß er die Erlaubnis, selbst unangemeldet, | Zwischen dem nunmehr zum Gutsherrn gewordenen Krabat und dem Könige entspann sich ein freundschaftliches Verhältnis. Ihm angetragene Stellungen im Staatsdienste nahm der einstige Musketier nicht an; doch blieb er lebensland privater Ratgeber und Beistand seines gnädigen Landesherrn. Als solcher besaß er die Erlaubnis, selbst unangemeldet, | ||
| - | Die tolle Fahrt ging über [[geo:kamenz|Kamenz]] und Königsbrück. Im Laufe der Zeit fand der Günstling, welcher für einflußreicher als der erste Minister galt, auch seine Neider. Unter denselben waren zwölf Würdenträger, | + | Die tolle Fahrt ging über Kamenz und [[geo:Königsbrück]]. Im Laufe der Zeit fand der Günstling, welcher für einflußreicher als der erste Minister galt, auch seine Neider. Unter denselben waren zwölf Würdenträger, |
| Krabat erkannte daheim in Groß-Särchen die hochverräterischen Anschläge, auch die Persönlichkeiten der Verschworenen und die verabredete Zeit des Verbrechens. Das alles verriet ihm sein Zauberspiegel aus Erz. Höchste Eile tat not, denn am nämlichen Abende sollte der Königsmord geschehen. Schnell ließ er anspannen. " | Krabat erkannte daheim in Groß-Särchen die hochverräterischen Anschläge, auch die Persönlichkeiten der Verschworenen und die verabredete Zeit des Verbrechens. Das alles verriet ihm sein Zauberspiegel aus Erz. Höchste Eile tat not, denn am nämlichen Abende sollte der Königsmord geschehen. Schnell ließ er anspannen. " | ||
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| Nach diesem deutete Krabat durchs Fenster und sprach zu den Festteilnehmern: | Nach diesem deutete Krabat durchs Fenster und sprach zu den Festteilnehmern: | ||
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| ===== Vom Ende Krabats ===== | ===== Vom Ende Krabats ===== | ||
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