sagen:juelichervolkskunderur086
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| + | ====== Der Mondmann (Zerkall) ====== | ||
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| + | Ein Mann pflegte bei dunkler Nacht in die Gärten zu schleichen, um Kohl, Rüben und andere Früchte zu: stehlen. Weil ihm die Bieberei so gut gelang, brachte er es über sich, bei Mondlicht in einem Garten sich ein Bündel Rüben zu stehlen, was damals als Sünde galt. | ||
| + | Die Strafe folgte auf dem Fuß. Er wurde in den Mond versetzt und schaut von da nach seinem gestohlenen Rübenkraut. | ||
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| + | Eine alte Frau aus Zerkall erinnert sich von Ihrer Mutter her noch des folgenden Gedichts, das die Sage vom Mondmanne behandelt: | ||
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| + | ===== Der Mann im Monde ===== | ||
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| + | Siehst Du den Mann im Monde? | ||
| + | Er hat ein gelbes Angesicht, | ||
| + | Und dünn und struppig ist sein Bart,\\ | ||
| + | Lang zugespitzt nach Ziegenart.\\ | ||
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| + | Wie hohl er aus den Augen blickt?\\ | ||
| + | Das kommt, weil ihn das Gewissen drückt.\\ | ||
| + | Es ist ein Büschel Rübenkraut, | ||
| + | Wonach sein Auge schaut?\\ | ||
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| + | Denn als er noch auf Erden ging,\\ | ||
| + | Er schlich in Gärten wie ein Fuchs,\\ | ||
| + | Stahl Kohl und Kraut, und was da wuchs.\\ | ||
| + | Weil ihm gelang die Schelmerei, | ||
| + | So war er endlich kühn dabei.\\ | ||
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| + | Hat gar das Licht nicht mehr gescheut.\\ | ||
| + | Hat einst bei heller Mondnacht\\ | ||
| + | Zur Dieberei sich aufgemacht.\\ | ||
| + | Wollt` Rüben stehlen, kam zum Ort\\ | ||
| + | Und griff ins hohe Kraut sofort.\\ | ||
| + | |||
| + | Da fasst`s von oben ihn ins Haar\\ | ||
| + | Und eine Stimme hört er klar:\\ | ||
| + | " | ||
| + | Komm her! Du sollst zur Warnung sein!" | ||
| + | |||
| + | Und mit dem Büschel in der Hand\\ | ||
| + | Zog`s ihn hinauf zum Mondesrand.\\ | ||
| + | Sieh, wie sein Auge schaut\\ | ||
| + | Auf das gestohl`ne Rübenkraut.\\ | ||
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sagen/juelichervolkskunderur086.1714498555.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
