sagen:huetchen
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| - | ====== Hütchen ====== | ||
| - | (Sage des Monats September 2020) | ||
| - | Der vielförmige Hintzelmann 39–50. | ||
| - | Erasm. Francisci höll. Proteus 792–798. | ||
| - | Prätor. Weltbeschr. I. 324. 325. | ||
| - | Volks-Sagen. Eisenach. I. 127–170. IV. 209–237. | ||
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| - | An dem Hofe des Bischof Bernhard von [[geo: | ||
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| - | Zu dieser Zeit wohnte auf dem Schlosse Winzenburg ein Graf Namens Hermann, welcher das Amt als eine eigene Grafschaft besaß. Einer seiner Diener hatte eine schöne Frau, auf die er ein lüsternes Auge warf und die er mit seiner Leidenschaft verfolgte, aber sie gab ihm wenig Gehör. Da sann er endlich auf schlechte Mittel und als ihr Mann einmal an einen weit entlegenen Ort verreist war, raubte er ihr mit Gewalt, was sie ihm freiwillig versagte. | ||
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| - | Sie mußte das Unrecht verschweigen, | ||
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| - | Diese entrüstete sich aufs allerheftigste, | ||
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| - | Graf Hermann von Winzenburg war der letzte seines Stammes und demnach mit seinem und der schwangern Gräfin Tod das Land ohne Herrn. Da trat Hütchen in selbiger Morgenstunde, | ||
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| - | Die mündliche Sage erzählt noch eine andere, wahrscheinlich frühere Geschichte. Ein Graf von Winzenburg hatte zwei Söhne, die in Unfrieden lebten; um einen Streit wegen der Erbschaft abzuwenden, war mit dem Bischof zu Hildesheim festgemacht, | ||
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| - | Als nun der Graf starb, setzte sich der ältste Sohn gleich auf sein Pferd und ritt fort zum Bischof, der jüngste aber hatte kein Pferd und wußte nicht, wie er sich helfen sollte. Da trat Hütchen zu ihm und sprach: „ich will dir beistehen, schreib einen Brief an den Bischof und melde dich darin um Belehnung, er soll eher dort seyn, als dein Bruder auf seinem jagenden Pferd.“ | ||
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| - | Da schrieb er ihm den Brief und Hütchen nahm und trug ihn auf einem Wege, der über Gebürge und Wälder geradausging, | ||
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| - | Hütchen erschien an dem Hofe des [[typ: | ||
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| - | Niemand fügte es etwas Leid zu, es wäre denn am ersten beschimpft worden; wer seiner aber [[typ: | ||
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| - | Das verdroß Hütchen sehr, weshalb es den Küchenmeister bat, den Jungen abzustrafen, | ||
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| - | Nicht lange darauf saß der Junge nach dem Abendessen allein in der Küche und war vor Müdigkeit eingeschlafen; | ||
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| - | Hütchen, darüber noch heftiger erbittert, kam und zerdrückte über alle Braten, die für den Bischof und dessen Hofleute am Spieße zum Feuer gebracht waren, abscheuliche Kröten, also daß sie von Gift und Blut träufelten. Und weil ihn der Koch deßwegen wiederum schmähete und schändete, stieß er ihn, als er einstens aus dem Thore gehen wollte, von der Brücke, die ziemlich hoch war, in den Graben. Weil man auch in Sorgen stand, er mögte des Bischofs Hof und andere Häuser anzünden, mußten alle Hüter auf den Mauern, sowohl der Stadt, als des Schlosses, fleißig wachen. Aus dieser und andern Ursachen suchte der Bischof Bernhard seiner los zu werden und zwang ihn endlich auch durch Beschwörung, | ||
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| - | Sonst beging der Geist noch unterschiedliche, | ||
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| - | In [[geo: | ||
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| - | So ging es einem nach dem andern, wie sie das leichtfertige Weib in die Kammer führte, so daß keiner ihr nahen durfte. Endlich, als der Mann wieder nach Hause kam, lief ihm der ehrbare Hüter voller Freuden entgegen und sprach: „deine Wiederkunft ist mir trefflich lieb, damit ich der Unruhe und Mühe, die du mir aufgeladen hast, einmal abkomme.“ Der Mann fragte: „wer bist du denn?“ Er antwortete: „ich bin Hütchen, dem du bei deiner Abreise dein Weib in seine Hut anbefohlen. Dir zu gefallen habe ich sie diesmal gehütet und vor dem Ehebruch bewahret, wiewohl mit großer und unablässiger Mühe. Allein ich bitte, du wollest sie meiner Hut nicht mehr untergeben, denn ich will lieber der [[typ: | ||
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| - | Zu einer Zeit befand sich zu [[geo: | ||
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| - | Einem armen Nagelschmiede zu [[geo: | ||
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| - | //Quelle: Brüder Grimm, Deutsche Sagen, Band 1, S. 97–103, 1816// | ||
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sagen/huetchen.1614177590.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
