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sagen:hsw258

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-====== Die böse Fee Schwalba ======+====== Die Störche werden gejagt ======
  
-In uralter Zeit wetteiferte das Tal der weltberühmten Badestadt Schwalbach an landschaftlicher Schönheit mit dem benachbarten Rheingau. Doch all die Herrlichkeit schwand plötzlich dahinals die böse Fee Schwalba dort ihren Wohnsitz nahm, um Ruhe vor solchen höllischen Geistern zu finden, über die ihre Zauberkünste keine Macht hattenAls diese Geister ihr aber auch dahin folgten und sie quältenriss sie in ihrem Zorn die Blumen und Reben ausentwurzelte die Fruchtbäume und vergiftete mit ihrem kalten Hauch den Erdbodensodass ihm heute noch keinen Blumen entsprießen und keine edlen Früchte reifen, die einst die Zierde und der Reichtum des Tales warenAnstatt der lauen Winde und des lieblichen Sonnenscheins nahmen raue Stürmeschaurige und heftige Fröste überhand. Wohl wehklagten die Bewohner des TalesAber sie konnten das Herz Schwalbas nicht rühren und holten einen frommen Einsiedler vom Rhein herdie die Zauberin durch sein kräftiges Gebet zwang, vor ihm zu erscheinen, und der sie für zwei Jahrzehnte in die Einsamkeit verbannte, um Buße zu tunNach zwanzig Jahren war Schwalba ein altesgebrochenes, gramgebeugtes Weib geworden und sagte: »Das Böse ist leichter zu vollbringen, als wieder gut zu machenDas Unheildas ich angestiftet habewird in seinen Folgen leider noch lange nachwirken. Aber ich will weinen über daswas meine Bosheit angerichtet hatMeine nie versiegenden Tränen sollen sich in Wasser verwandelnhier auf ewig aus der Erde quellen und den Menschen Gesundheit verleihen.« Darauf sank sie mit dem Klausner betend auf die Knie nieder. Während des Gebetes nahm Gott ihre Seelen zu sichNoch heute quellen Schwalbas Tränen aus der Erde hervorund viele Leidende suchen und finden hier Jahr für Jahr ihre Gesundheit. Der eine dieser Brunnen heißt Stahlbrunnenum die Herzenshärte Schwalbas vor ihrer Bekehrung anzudeutender andere heißt Weinbrunnen, weil Schwalba sich wie trüber Most in edlen Wein veredelte. Nach dem Namen der Zauberin heißt der Ort noch heute Schwalbach.+Man hat nicht gernwenn sich zu viel Störche zeigenDas war auch einmal in Griesheim der Fall und darum beschloß der Rath, sie zu vertreiben. Er hieß also den Gemeindediener, sie mit dem Stock zu verfolgenwo sie sich sehen ließen. Da klagten aber die Bauern baldihr Korn werde zertreten, die Oelsaat und der Hanf ginge zu Grunde uw. m.  
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 +Der Rath versammelte sich und beriethwas zu thun sei, damit der Mann, der die Störche auf den Aeckern verfolge, nichts zertreteLange sannen sie nachbis einer rief: "Ich hab's." Er hieß eine Leiter bringendarauf wurde der Gemeindediener gesetzt und zwölf Mann mußten ihn tragen. Also zertrat er kein Hälmchen mehr und ganz Griesheim erstaunte über die Weisheit des Rathes und lief hinaus, um das Storchtreiben zu sehenWährend der Ortsdiener aber einen Storch vor sich her triebging ein anderer der Leiter nach und klapperte, als ob er ihn verhöhnen wollteDa rief der Bürgermeister: "Auf ihr Leuteholt noch eine Leiter, ich setze mich daraufdenn meine Pflicht ist, für euer Wohl zu sorgen." Und von zwölf andern Männern getragenwehrte er von der Leiter herab den Störchen und hätte einen derselben fast todtgeschlagen, wenn er nur ein wenig rascher gewesen wäre 
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 +Dieses schöne Beispiel konnte nicht ohne Nachfolge bleiben; bald saßen alle Gemeinderäthe auf Leitern und die Griesheimer hatten die freudige Genugthuung, durch diese edle That des Ortsvorstandes die Aecker am einen Ende des Orts einen ganzen Tag frei von den Störchen zu sehnZwar war Alleswo sie trugen, zertretenaber dafür hatte man den Störchen die Lehre gegebendaß man sich nicht ungestraft von ihnen verhöhnen lasse.
  
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