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sagen:hsw245

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-====== Der Rodensteiner ermordet sein Weib ======+====== Die Kapelle zu Eisenbach ======
  
-Ein Ritter von Bodensteinder vor vielen Hundert Jahren lebte, war ein wilder Kämpe, der wohl Schlacht und Jagd liebte, aber die Frauen nicht leiden konnte. Einst war er auf einem Turnier und streckte dort nach seiner Gewohnheit alle Ritter in den Sand. Dafür erhielt er den Preis aus der Hand eines Edelfräuleins und das war so schön, dass es ihresgleichen nicht gab und dass selbst des wilden Ritters Herz von ihr gerührt wurde und in Liebe zu ihr entbrannteEr war nicht gewohnt, lange Umschweife zu machen, sondern gestand ihr noch am selben Tag seine Liebe. Und da er seiner Tapferkeit wegen hochberühmt und ein stattlicher, schöner Mann war, so ließ sich das Edelfräulein leicht blenden und gab ihm ihre Hand. Da war nun großer Jubel auf Rodenstein und das Tal hallte wider von nie gekanntem Leben. +Zwei Brüder besaßen einst das Schloss zu Eisenbach gemeinschaftlich, und zwar war es so geteilt, dass der eine über das andere Gebiet ein- und ausgehen mussteWären beide friedliebend gewesen, so hätte das nichts zu sagen gehabtDas waren sie aber nicht, im Gegenteil, sie bewarfen sich mit Steinenwo sie einander nur sahenDas wurde mit der Zeit so arg, dass der sine sich eine Ausfahrt durch die Kapelle brechen ließ, und so sah man denn das Unerhörte, dass täglich Pferde und Wagen durch den heiligen Raum fuhrenNoch heute sieht man am Tor der Kapelle die Spuren, welche die Räder in den Steinen der Schwelle hinterließen und die als bleibendes Wahrzeichen der maßlosen Feindseligkeit der beiden Brüder dastehen.
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-Einige Zeit ging alles gut und der Ritter schien ein ganz anderer geworden zu seinMan sah ihn kaum mehr bei Turnieren und Jagden. Da wollte es das Unglück, dass er eines Tages mit einem seiner Nachbarn in Fehde geriet. Seine ganze leidenschaftliche Rauflust erwachte in ihm und er war wieder ganz der alte wilde Kämpe. Als er wegziehen wollte, hing sich sein Weib an ihn und konnte sich nicht von ihm trennenaber rauwie er war, stieß er sie fluchend von sich und stürzte hinaus. Sie war jedoch gerade gesegneten Leibes und der Stoßden er ihr gegeben, hatte sie auf die Erde geworfenSie gebar noch am selben Tag ein totes Kind und starb in den Wehen. +
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-Der Ritter lag unterdessen vor der Burg seines Feindes. +
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-Da sah er in der Nacht eine bleicheweiße Gestalt von fern heranschweben. Sie kam näher und mit gesträubtem Haar erkannte er seine tote Frau, ihr totes Kind auf dem Arm. Sie sprach: »Du hast Weib und Kind deiner Kampflust geopfert, so verfluche ich dich, dass du kämpfend immerdar umziehest und dem Land Krieg und Frieden verkündestDieser Fluch ging in Erfüllung und so wurde der Ritter der Kriegsbote für das ganze Reich.+
  
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