sagen:hsw138
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| + | ====== Irrwische ====== | ||
| + | Ein Knecht fuhr gegen Abend auf dem Heuwagen nach Hause. Da sah er in der Ferne mehrere Irrwische, welche hin und her fuhren, und er fing an, sie zu necken, indem er rief: | ||
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| + | Irrwisch hierher\\ | ||
| + | Wohl über!\\ | ||
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| + | Da flogen die Irrwische plötzlich auf ihn zu und er war froh, als er sich glücklich tief ins Heu verkrochen hatte, wohin sie ihm nicht folgen konnten. Trotzdem aber ließen sie nicht von dem Wagen ab und tanzten immer um ihn herum, bis er über einen Kreuzweg kam, da war ihre Macht gebrochen und sie mussten wieder zurück. | ||
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| + | Eine ähnliche Geschichte ist folgende. Es fuhr ein Mann aus, Wein für einen Wirt zu holen, und hatte noch einen Knecht bei sich, der ein wilder Bursche war. Der Weg führte an einem Wald vorbei und neben dem Wald lag ein Wiesengrund, | ||
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| + | Heerwisch ho,\\ | ||
| + | leuchtest wie Haberstroh!\\ | ||
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| + | Kaum hatte er das Wort aus dem Munde, als die Heerwische auf den Wagen zu flogen. Jetzt wurde ihm angst und er verkroch sich in das Stroh. Sie flatterten eine Weile um den Wagen herum und wieder fort, einen ausgenommen, | ||
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| + | Da sprach der Heerwisch: »Gebt mir einen Heller und werft einen in den Armenkasten, | ||
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| + | Die Leute haben das gleich getan, und als er den Heller empfangen hatte, flog er weg. | ||
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| + | In der Wetterau ruft man dem Irrwisch spottend zu: | ||
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| + | Irrwisch, leucht’ wie Haberstroh!\\ | ||
| + | Komm und schmeiß mir mein A… blitzblo!\\ | ||
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| + | Wenn man ihm aber so ruft, so kommt er auch und schmeißt einen blitzblau. Sonst gilt der Irrwisch in der Wetterau für einen feurigen Mann, und von jemand, der großes Unheil anrichtet oder gebranntes Herzeleid antut, sagt man, »der muss feurig gehn.« Zunächst müssen nach dem Volksglauben solche Männer, die untreue Feldscheider sind, Marksteine verrücken, abpflügen, als feurige Männer wandern. | ||
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| - | {{tag>maerchen | + | {{tag>sagen johanneswilhelmwolf hsw v0}} |
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