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sagen:hsw096

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-====== Die Haselgerten ======+====== Der Alb aus der Fremde ======
  
-Ein Wirt hatte einen Knaben von acht Jahrenwelcher noch nicht laufen und noch nicht sprechen konntesodass es offenbar wardass ein böser Mensch es dem Kind angetan hatte.+In Oberhessen war ein Bursche, der jede Nacht so gedrückt wurde, dass er ganz dahinschwand. Sein Vater beschloss den Alb zu fangen. Er schnitzte einen hölzernen Pfropf, der genau auf das Schlüsselloch passte, durch welches der Bursche schon mehrmals ein Ding wie ein Mäuslein hatte hereinschlüpfen sehen. Die Nacht schlief er neben seinem Sohn, und als der wieder zu ächzen und zu stöhnen anfingsprang er rasch aus dem Bett und verschloss das Schlüsselloch. Als es hell wurde, sahen sie, was sie gefangen hatten, es war ein nacktes Mägdlein, so wunderschön und lieblich, wie sie noch keines gesehen. Sie weinte sehr und wusste nicht, wie sie hierher gekommen, so weit weg von Zuhause. Der Bursche aber ließ ihr schöne Kleider machen und nahm sie zum Weib.
  
-Eines Tages geschah es, dass ein Soldat bei dem Wirt übernachtete und von der Sache hörte. Da sprach erer wolle die Hexe vertreiben, ging hinaus und schnitt sich drei in einem Jahr gewachsene Haselgerten. Des Abends ließ er sein Bett neben das des Kindes stellen und legte sich die Gerten zur Hand. Es dauerte nicht langeso merkte er, dass die Hexe auf dem Knaben saßDa sprang er auf und fing an mit Leibeskräften auf sie einzuhauenEs wollte aber nichts helfen. Obwohl er gleich so lange zuschlugbis die Gerten in Stücke brachenso ging doch die Hexe nicht von dem Kind wegDes anderen Tags schnitt sich der Soldat sechs Haselgerten. Damit schlug er die Hexe in der zweiten Nachtdoch es half so wenig wie beim ersten Malsie war nicht hinweg zu bringen. Am dritten Tag schnitt er sich neun Gerten und prügelte die Hexe damit abdass es eine wahre Freude war, doch es wollte immer noch nicht helfen. Da riss er endlich sein Schwert heraus und hieb es ihr dreimal über den Rücken. Das half. Die Hexe rief plötzlich ›’s a ist!‹ und entfloh. Das Kind aber konnte von dem folgenden Tage an gehen und sprechen.+Als er nun über ein Jahr lang glücklich mit ihr gelebt und ein Kind von ihr bekommen hattedrang sie eines Tages gar sehr in ihren Mann, er möge doch den Pfropf aus dem Schlüsselloch nehmenEr tat es und verschwunden war sie. 
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 +Nach drei Jahren, als er längst alle Hoffnung aufgegeben hattesein Weib wieder zu sehenkam eines Tages ein prächtiger, mit sechs Rappen bespannter Wagen zum Dorf hereingefahren und hielt vor dem Haus des verlassenen EhemannesZwei Bedienstete in stolzer Livree rissen den Schlag auf und heraus stieg eine wunderschöne Damewelche dem Bauern um den Hals fiel und ihn als ihren Gemahl begrüßte. 
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 +Damalsals er das Schlüsselloch öffnete, war sie nach Hause geeilt und kam jetzt zurückum ihn und ihr Kind abzuholen, und zwar sechshundert Stunden weit fort in ihre Heimat. Das ist vor mehr als hundert Jahren geschehen.
  
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