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sagen:hsw092

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-====== Das weiße Mäuschen ======+====== Die Atzel ======
  
-Ein junger Mensch in Hirschhorn wurde allnächtlich vom Alb heimgesucht. Seine Mutter konnte das zuletzt nicht mehr ansehen und suchte Rat dagegen, den sie auch bald fandSie verabredete sich mit ihrem Sohn, er solle ihr ein Zeichen geben, wenn er des Albs Ankunft gewahre, breitete, als er abends im Bett lag, ein weißes Tuch über ihn und hielt sich in der Nähe. Es dauerte nicht langeso schlüpfte der Alb durch das Schlüsselloch herein, der Sohn gab das Zeichen und war im selben Augenblick auch schon seiner ohnmächtig, fing an zu seufzen und zu wimmern. Da sprang die Mutter hinzu, schlug rasch die vier Zipfel des weißen Tuches zusammen und legte es in eine Schublade der Kommode. Den Schlüssel ließ sie stecken. Zugleich atmete ihr Sohn tief auf, als ob eine zentnerschwere Last von seiner Brust genommen sei. Daraus ersahen sie, dass es ihnen geglückt warden Alb zu fangen.+In Niederbeerbach wohnte ein Bauer, der hatte zwei Knechte und die schliefen im StallDer eine von ihnen wachte eines Sonntags früher als gewöhnlich auf und bemerktedass der andere sehr ächzte und keuchte. Da weckte er ihn auf und fragte ihnwas ihm fehle.
  
-In derselben Stunde aber starb in Erbach plötzlich ein Mädchenohne dass man wusstewas für eine Frechheit es gehabt haben könne. Es ward gekleidet und auf Bahre gelegt und sollte begraben werdenDa traf sich es, dass der Bursche in Hirschhorn, der schon zwei Nächte vom Alb frei geblieben waram dritten Tag zufällig den Schlüssel von der Schublade abzogworin das Tuch lagSogleich schlupfte ein weißes Mäuschen aus dem Schlüsselloch und lief zur Tür hinausZur selben Stunde wollte man den Sarg des Mädchens in Erbach schließen, da fuhr ein weißes Mäuschen zur Tür herein und in den Mund der Totenwelche alsbald die Augen weit öffnete und nicht wenig erstaunt war, sich im Sarg zu finden.+»Ach«sagte der andere»es hat mich auf der Brust gedrückt und gezwicktDas war der Alb, der mich so oft peinigt und quält.« 
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 +»Wir wollen ihn fangen«sprach der Ersteund das war abgemachte Sache. 
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 +Am folgenden Morgen stand dieser früh auf und der andere tat so, als ob er schliefeAls nun die Mahr kam und ihr Spiel wieder beginnen wollte, da fuhr der Erste mit der Mistgabel über des Zweiten Brust umher. Im selben Augenblick flatterte es und es war, als ob eine Atzel in der Ecke des Kämmerchens schrie. 
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 +»Schlag zuda ist sie!«, rief der Zweite, aber da schrie die Atzel in der Scheune und immer aus einer andern Ecke heraus, wenn sie ihr nahe zu sein glaubten. Endlich sprang die Atzel aus der Scheune heraus und in den Garten, wo die beiden Burschen sie noch lange mit Flinten verfolgten, um sie zu erschießen. Aber daran war nicht zu denken und sie entwischte ihnen trotz aller Mühewelche sie sich gaben.
  
 //Quellen:// //Quellen://
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