sagen:hexen_im_alten_alsdorf
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| ====== Hexen im alten Alsdorf ====== | ====== Hexen im alten Alsdorf ====== | ||
| - | [[geo:Alsdorf]] war vor 150 Jahren ein Dörfchen, dessen 1000 Einwohner fleißig ihrem Tagwerk oblagen, darunter gar manche als [[typ: | + | Inhaltlich mitgeteilt von Heinrich Kempchen, |
| - | Ein [[typ:Weber]] ging am Abend zu seinem Nachbarn, der auch ein Weber war, damit er ihm helfe beim Aufziehen der Kette auf den Webstuhl. Unterwegs begegnete ihm ein altes Weib, das ihm freundlich auf die Schulter klopfte und sagte: „Ihr jott Och de Kett obtrecke!” Der Mann sagte: „Joe.” Wie er nun in das Haus des Nachbarn kam, wurde ihm unwohl. Als er wieder zu sich kam, machten beide die Kette fertig. | + | [[geo:Alsdorf]] war vor 150 Jahren ein Dörfchen, dessen 1000 Einwohner fleißig ihrem Tagwerk oblagen, darunter gar manche als Weber. Vom Hexenglauben der Alsdorfer Weber diese Sage: |
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| + | Ein Weber ging am Abend zu seinem Nachbarn, der auch ein Weber war, damit er ihm helfe beim Aufziehen der Kette auf den Webstuhl. Unterwegs begegnete ihm ein altes Weib, das ihm freundlich auf die Schulter klopfte und sagte: „Ihr jott Och de Kett obtrecke!” Der Mann sagte: „Joe.” Wie er nun in das Haus des Nachbarn kam, wurde ihm unwohl. Als er wieder zu sich kam, machten beide die Kette fertig. | ||
| Er hatte kaum eine halbe Stunde gewebt, als die Kette riß und er sie wieder aufziehen mußte. Kaum hatte er wieder eine halbe Stunde gewebt, da rissen die Kettenfäden abermals. Nun setzte sich der Meister Nachbar an den Webstuhl. Nach einer halben Stunde riß auch ihm die Kette. Da sagte der Nachbar: „Dat legg an Uech selver.” Und er verließ das Haus. Die Kette riß immer wieder, und da der Weber müde war, ging er zu Bett. Er wurde blind. Als er von dieser Krankheit nach vier Jahren frei wurde, blieb er sieben Jahre lahm und starb. | Er hatte kaum eine halbe Stunde gewebt, als die Kette riß und er sie wieder aufziehen mußte. Kaum hatte er wieder eine halbe Stunde gewebt, da rissen die Kettenfäden abermals. Nun setzte sich der Meister Nachbar an den Webstuhl. Nach einer halben Stunde riß auch ihm die Kette. Da sagte der Nachbar: „Dat legg an Uech selver.” Und er verließ das Haus. Die Kette riß immer wieder, und da der Weber müde war, ging er zu Bett. Er wurde blind. Als er von dieser Krankheit nach vier Jahren frei wurde, blieb er sieben Jahre lahm und starb. | ||
| - | Nach seinem Tode teilte seine Frau den Trauring und legte die eine Hälfte oben auf den Türbalken und die andere in eine Ritze unter die Türschwelle; | + | Nach seinem Tode teilte seine Frau den Trauring und legte die eine Hälfte oben auf den Türbalken und die andere in eine Ritze unter die Türschwelle; |
| - | Ein junger Mann aus [[geo:Alsdorf]] karessierte (war verliebt) an ein Mädchen, das hexen konnte, und auch deren Mutter konnte hexen. Als der Junge das merkte, ging er am Abend in das Haus und legte sich schlafen. Er schlief aber nicht, er wollte nur sehen, was die zwei machten. Da sagte die Mutter zu dem Mädchen: „Maag dat de Keel fut könnt. Et weed Zitt; wir mösse no dr Hexedanz op de Böcke.” Da kochte sie ein [[typ:Ei]] und legte das dem Jungen in die Hand, aber er wurde nicht wach. | + | Ein junger Mann aus Alsdorf karessierte (war verliebt) an ein Mädchen, das hexen konnte, und auch deren Mutter konnte hexen. Als der Junge das merkte, ging er am Abend in das Haus und legte sich schlafen. Er schlief aber nicht, er wollte nur sehen, was die zwei machten. Da sagte die Mutter zu dem Mädchen: „Maag dat de Keel fut könnt. Et weed Zitt; wir mösse no dr Hexedanz op de Böcke.” Da kochte sie ein Ei und legte das dem Jungen in die Hand, aber er wurde nicht wach. |
| - | Nun nahmen sie einen Topf und rieben sich mit dem, was darin war, ein und sagten: „Schoorestee herus, övver Hegge on Züng bes op de Böcke no dr Hexedanz.” Da waren die zwei plötzlich verschwunden. Nun nahm der Freier das Töpfchen, rieb sich auch mit der Hexensalbe ein und sagte: „Schoorestee herus, övver Hegge on Züng bes op de Böcke no dr Hexedanz." | + | Nun nahmen sie einen Topf und rieben sich mit dem, was darin war, ein und sagten: „Schoorestee herus, övver Hegge on Züng bes op de Böcke no dr Hexedanz.” Da waren die zwei plötzlich verschwunden. Nun nahm der Freier das Töpfchen, rieb sich auch mit der Hexensalbe ein und sagte: „Schoorestee herus, övver Hegge on Züng bes op de Böcke no dr Hexedanz." |
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